Saturday, 19. april 2014 6 19 /04 /Apr. /2014 10:40

Buchenblattersalat-2014-04-18-002.JPG

Blühender Sauerklee im Buchenwald.

 

Die Ostertage sind für mich Augenblicke der Freude über die grünende Natur. Wärmender Sonnenschein und lebenspendender Regen regen Fauna und Flora zum Erwachen und zum Wachsen und Streben nach Fruchtbarkeit an. Erneut beginnt der alljährlich wiederkehrende Kreislauf blühenden und fruchtenden Lebens.

Es ist ein Fest, das seine Wurzeln in der Naturverbundenheit unserer Vorfahren aus vorchristlicher Zeit hat. Mit lodernden Feuern auf offenem Feld und rollenden Feuerrädern aus brennendem Stroh wurden die letzten Spuren langer, kalter Winter ausgetrieben. In ausgelassener Fröhlichkeit tanzten, sangen, aßen und tranken Stammes- und Dorfgemeinschaften voller Zuversicht auf ein ertragreiches Jahr, das allen Gesundheit und Kraft bringen sollte.

Verehrt wurde an diesen Tagen bei den Germanen die Göttin Ostara als Fruchtbarkeitsgöttin. Nach ihr ist das Osterfest ursprünglich benannt worden. Ihr Lieblingstier war der Hase als Symbol großer Fruchtbarkeit. Auch das Ei als Ursprung werdenden Lebens ist ein Symbol der Fruchtbarkeit. So gehen unsere wichtigsten heutigen Osterbräuche, nämlich Osterhase und Ostereier, auf die Göttin Ostara zurück. Der Göttin wurde geopfert. Hasen und Eier wurden rituell beim Opfermahl verspeist, um die Verbindung der Menschen mit dem Göttlichen einzugehen.

Erst mit der Christianisierung unserer Vorfahren wurden an die Stelle der alten Götter die neuen der christlichen Kirche gesetzt. Die Pflege früherer Rituale und Sitten wurden von den Priestern verboten und mit Zwang, Gewalt, und Strafen verfolgt. Damit war die Abkehr von der Naturverbundenheit und die Zuwendung zum Kreuz beabsichtigt. Der Erfolg wurde offiziell und formell. Die alten Bräuche und Sitten blieben erhalten. Der Kirche blieb nicht anderes übrig, als sie sich zu eigen zu machen.

So feiern heute also die Christen Ostern als christliches Fest. Diejenigen, die Naturverbundenheit als hohes menschliches Gut achten und pflegen, erinnern sich mit Freude an die Ursprünge des Brauchs. Sie empfinden die Auferstehung als immer wiederkehrende Auferstehung des Lebens und des Glücks auf unserer Erde, für die der Mensch mehr denn je Mitverantwortung trägt.

Den Osterspaziergang werden sie in Goethes Sinne genießen und verstehen.

 

Allen meinen Freunden und Besuchern meines Blogs wünsche ich frohe Ostertage.

 

 

von anais - veröffentlicht in: Grüße zur Woche - Community: Geschichten, Gedanken, Gefühle
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Friday, 18. april 2014 5 18 /04 /Apr. /2014 17:16

Buchenblättersalat 2014-04-18 009

 

In der Natur wird es Tag für Tag grüner. Für den Kenner findet sich bereits ein großes Angebot an "Grünfutter". Das sind nicht nur die frischen Wildkräuter sondern auch die Bäume bieten Essbares und Gesundes. So jedenfalls habe ich es in einer Gartenzeitschrift gelesen. Am Boden kenne ich mich ja ganz gut aus. Aber die Bäume?

Deshalb habe ich heute, am Karfreitag, eine Radtour unternommen hinauf in den Hohenlychener Buchenwald. Ich wollte es mal mit jungen Buchenblättern versuchen.

Die jungen Austriebe der Laub- und Nadelbäume waren bei unseren Vorfahren nach den langen Wintern eine willkommene Delikatesse. Haben sie doch einen hohen Gehalt an Mineralien, Vitaminen, Eiweißstoffen und verschiedenen bioaktiven Substanzen gespeichert, die für die Ausbildung von Blättern und Blüten notwendig sind.

Ich habe mich im Wald umgeschaut und bemerkt, dass die großen, ausgewachsenen Buchen noch kein Grün zeigen. Aber die jungen Bäumchen zeigen hellgrüne Blattspitzen.

Ich habe von den jungen Austrieben genug gepflückt, so dass es für mich reichte. Dabei habe ich natürlich keine Zweige leer gepflückt sondern überall genügend Blätter drangelassen.

 

Zuhause habe ich mir folgendes Rezept ausgedacht:

 

- Junge Buchenaustriebe für eine mittlere Salatschüssel

- Für das Dressing:

. Saft einer halben Zitrone

. 1 mittlere rote Zwiebel, klein geschnitten

. 1 Esslöffel Palmzucker, aufgelöst in etwas warmem Wasser

.  Szechuan-Pfeffer, gemahlen, nach Belieben

. 1 Prise Salz

. 1 Teelöffel Olivenöl

.  Walnusskerne nach Belieben

 

Das Dressing habe ich über die frischen, jungen Buchenblätter gegossen und alles gut gemischt. Fertig was der Salat.

Der Geschmack der Blätter ist etwas nussig (auch ohne Walnusskerne). Allerdings haben sie einen leichten Bittergeschmack. Das mindert aber nicht das Essvergügen, weil die anderen Zutaten den leichten Bittergeschack nicht hervortreten lassen.

Probiert es mal! Guten Appetit!


Buchenblattersalat-2014-04-18-007.JPG

von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte - Community: Natur und Wissenschaft
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Wednesday, 16. april 2014 3 16 /04 /Apr. /2014 14:37

Ostergruß 2014-04-16 004

Vor fast zwei Jahren starteten beherzte Lychenerinnen und Lychener im Oktober 2012 eine große Blumenzwiebelsteckaktion unter dem Motto "Aufblühaktion Lychen". Aufgerufen hat dazu auch in unserer "Neuen Lychener Zeitung" die bekannte Fernsehmoderatorin des RBB Carla Kniestedt. Die Initiative fand bei vielen Bürgerinnen und Bürger Zustimmung. Wer mehr erfahren wollte, erhielt Informationen in der Lychener Touristinformation.

Am 20. Oktober 2012 gab es auf dem Markt jede Menge Blumenzwiebeln. Wer wollte, brachte auch zukünftige Frühlingsblüher aus dem eigenen Garten mit.

Die Stadt mit dem Bauhof, der Arbeitsförderverein und das Blumenhaus Schröder leisteten Tage zuvor Vorarbeiten für den Boden mit Humus und Lockerung.

Bepflanzt wurde das Rondell im Park Schäferwiese am Oberpfuhlsee, das Dreieck Hospitalstr./Templiner Str., die Ecke Lindenstraße, der Rand vor dem Parktplatz Fürstenberger Str. und die Rabatten vor dem Kriegerdenkmal.

Die Blütenpracht entfaltete sich bereits im Frühling 2013. Jetzt aber, schon Mitte April, sieht alles noch viel üppiger und kräftiger aus.

Als ich heute morgen mit dem Fahrrad zum Bäcker fuhr, habe ich die Blumenrabatten am Parkplatz Fürstenberger Straße fotografiert, ganz in meiner Nähe. Hier hat sich der nährstoffreiche Humus bewährt. Die Tulpen haben zugelegt und bilden dichte Horste.

Ein schöner Anblick.

Allen Initiatoren und Teilnehmern an der Aktion heute, nach fast zwei Jahren, einen großen Dank, denn das Ergebnis ist prachtvoll. 

 

 

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Monday, 14. april 2014 1 14 /04 /Apr. /2014 08:29

Botanischer-Garten-2014-04-05-007.JPG

Gelb blühendes Lysichiton im Botanischen Garten von Berlin. Foto: J. Hantke.

 

..."Amerikanischer Stinktierkohl" oder einfach nur "Stinkkohl" - nicht gerade schmeichelhaft sind diese Trivialnamen, die der Mensch diesem beeindruckenden Gewächs in Nordamerika verpasst hat.

Ich habe diese gelb blühende Art im Botanischen Garten Berlin-Dahlem fotografiert. "Stinken" sagen wir Menschen mit unserem Geruchsempfinden den Blüten nach. Der Geruch ist süßlich verwesend, erinnert an Aas. Damit lockt die Pflanze Insekten für die Bestäubung an.

Bei uns wird das Aronstabgewächs, das zur Familie der Araceae gehört, "Scheincalla" genannt, botanisch "Lysichiton americanum". In seiner Heimat Nordamarika, vor allem Canada bis Alaska, bedeckt die Scheincalla bisweiligen ausgedehnte Sumpfgewässer.

Sie besitzt ein vertikales Rhizom. Die Scheinblüte als leuchtende Spatha in gelb oder weiß erscheint im Frühjahr zuerst mit der Spadix, dem Kolben, an dem die unzähligen kleinen, zwittrigen Blüten sitzen.

Lysichiton ist bereits in einigen Gebieten Europas, z. b. Skandinavien, zum Neophyth geworden, also zu einem Pflanzeneindringling, der nicht zur einheimischen Flora des Kontinents gehört.

Die weiß blühende Art wächst bei mir im Garten. Ihr Blütenkolben hat bei mir noch niemals Samen angesetzt. Deshalb habe ich auch noch keine Verbreitung des Gewächses festgestellt. Blüten und Blätter sind sehr schön und einzigartig. Schaut hier: Die Kanadische Sumpfcalla  

Allen Betrachtern und Freunden wünsche ich eine schöne Woche.

Lasst Euch nicht durch irgendwelche Gerüche oder sogar Gerüchte von Euren  guten Taten abhalten.

von anais - veröffentlicht in: Grüße zur Woche - Community: Natur und Wissenschaft
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Friday, 11. april 2014 5 11 /04 /Apr. /2014 16:52

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Fußblatt (Podophyllum delavayi).

 

"Spotty Dotty" oder auch "Kaleidoscope" wird dieses Fußblatt von Liebhabern genannt. Die botanische Bezeichnung lautet Podophyllum delavayi, eine von fünf Arten der Gattung Podophyllum.

Im Namen stecken die griechischen Wörter podos = Fuß und phyllon = Blatt. Hergeleitet soll der Name jedoch von der alten Bezeichnung des Botanikers Tournefort "Anapodophyllum" = "Entenfuß", weil die Blätter an Entenfüße erinnern. Eine Art kommt in Nordamerika, die anderen im Himalaya und Mittel- und Westchina vor. Sie gehören, was man kaum glauben könnte, zur Familie der Berberizengewächse (Berberidacea).

Die Fußblätter sind Stauden mit einem kriechendem Erdstamm und handförmig mehr oder weniger gespaltenen, großen, schildartigen Blättern. Vielfach sind sie marmoriert wie hier sehr schön das "Kaleidoscope". P. delavayi blüht als ausgewachsene Staude violettrot mit hängenden Blüten.

Am bekanntesten ist wohl der "Maiapfel" (Podophyllum emodi), ebenfalls im Himalaya beheimatet, mit weißen Blüten. Diese sind von der Form her Apfelblüten ähnlich. Daher rührt der Trivialname. Der Maiapfel entwickelt bis zum Spätsommer eine große, ovale, leuchtend rote Frucht, die giftig ist. Ich habe sie im Jahre 2012 einmal bei mir im Garten fotografiert.  Leuchtend rot - die Frucht des Maiapfels

 Aus den Wurzeln vonPodophyllum peltatum, in Nordamerika beheimatet, wird in der Arzneimittelherstellung das Gift Podophyllotoxin gewonnen zu Bekämpfung von Krebs, weil es tumorhemmend wirken soll.

"Spotty Dotty" ist die 12-Euro-Pflanze, die mir auf dem Staudenmarkt im Botanischen Garten so sehr gefiel.

Ich habe ihr gute humose Erde gegeben und in Halbschatten gesetzt. Ich würde mich freuen, wenn sie so gut gedeiht wie auf dem zweiten Bild im Hintergrund das weiß blühende Dreiblatt (Trillium grandiflorum).

Fu-blatt-2014-04-11-002.JPG

von anais - veröffentlicht in: Freizeitspaß - Community: Natur und Wissenschaft
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