Saturday, 5. december 2009
6
05
/12
/Dez.
/2009
11:05
Die uckermärkische Stadt Templin, mindestens dreimal so groß wie Lychen, hat zahlreiche
Sehenswürdigkeiten. Beeindruckendstes Wahrzeichen ist wohl die bis in die heutige Zeit völlig intakte mitteralterliche Wehranlage. Mit 1735 Metern Länge zählt sie zweifellos zu den
besterhaltenen Stadtmauern in Deutschland.. Ich werde versuchen, in einer neuen Kategorie "Interessantes aus Templin und Umgebung", diese schöne Stadt mit ihrem vielseitigen Leben in lockerer Folge
darzustellen. Deshalb beginne ich heute mit der von vielen Besuchern immer wieder bestaunten gewaltigen Stadtmauer. Ab 1314 bauten die Templiner ihre Wehranlage und brauchten 100 Jahre bis zu ihrer
Fertigstellung. Unterbrochen wurde der Mauerring ursprünglich nur durch drei Stadttore, die ebenfalls erhalten sind, und 54 Wiekhäusern, von denen noch 50 - teilweise verändert - zu sehen
sind. Als Baumaterial wurden die damals zahlreich vorhandenen eiszeitlichen Findlinge benutzt. An einer Stelle ist sogar ein bronzezeitlicher Mahltrog sichtbar eingemauert. Wahrscheinlich aus der
Zeit ab 2000 vor Christi. Heute eine Attraktion.
Auf dem ohne Mörtel
geschichtetem 1,80 Meter tiefem Fundament erhebt sich die bis zu 7 Metern hohe mit Mörtel verfugte Mauer. Sie misst am Grunde bis 1,40 Meter und ist an der oberen Kante 80 cm breit. Die Mauer hatte
weder Zinnen noch einen Wehrgang. Diese Funktion übernahmen die Wieckhäuser (frühneuhochdeutsch: wiecken - ausweichen. Wiecken ist heute noch im Plattdeutschen ein gebräuchliches Wort. Die
Wieckhäuser, von innen ersteigbar, dienten zur Abwehr der Feinde mit den im Mittelalter üblichen Kampfmethoden. Ein Wieckhaus wurde wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert umgebaut zum
städtischen Gefängnis und trug deshalb die Bezeichnung "Hungerturm". Heute heißt er Eulenturm und diente sicherlich auch zur Beobachtung des an dieser Stelle früher unübersichtlichen
Außengeländes.
Besonders interessant ist der Pulverturm. Sein gemauertes Kegeldach war nicht entflammbar und brandsicher. In diesem Turm wurde das Schießpulver sicher gegen Funkenflug der offenen Herndstellen gelagert. Also damals schon ein Beispiel für hohen Sicherheitsstandard.
Die
mit Schindeln und Stroh gedeckten Häuser der Stadt wurden jedoch öfter mal ein Opfer der Flammen. Also - ein Rundgang innerhalb der Stadtmauer gerade in der düsteren Dezemberzeit, lässt schon ein
bischen Mittelalter live erleben.Die schönen Stadttore brauchen allerdings einen Artikel für sich allein.
von anais
-
veröffentlicht in: Interessantes aus Templin und Umgebung
Kommentar hinzufügen - Kommentare (3)ansehen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (3)ansehen
![[Award.jpg]](http://3.bp.blogspot.com/_J1F3Qx3UWr0/SsYhQrO4iQI/AAAAAAAAAhQ/v_J356L_U88/s1600/Award.jpg)




Neueste Kommentare