Sunday, 2. august 2009
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Saturday, 11. july 2009
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Farbenprächtig
ist der Eisvogel (Alcedo atthis). Kopf, Rücken und Schwanz leuchten türkisblau und grün. Orangerot seine Bäckchen, Brust und Bauch. Wenn Du ihn in natura beobachten möchtest, besuche doch mal das
Revier des "kleinen Naturwächters mit den langen Gummistiefeln" am Küstriner Bach in der Nähe von Lychen. Dort nisten zur Zeit drei Paare an steilen Hängen. Mit seinen roten Beinen scharrt der
bunte Vogel den Gang zur Bruthöhle bis über einen Meter tief in die Hangwand hinein. Naturwächter sorgen mit Abstichen dafür, dass die Wand unterhalb des Eingangs zur Brutstätte senkrecht
abfällt, damit Fuchs und Marder das Nest nicht plündern können. Im April besetzt er sein Revier. die kalte Jahreszeit verbringt er am Rhein und in Frankreich bis zur Camarque. Er ernährt sich von
kleinen Fischen, die er im Sturzflug aus dem Wasser fängt.
In früheren, ruhigeren Zeiten war der Eisvogel häufiger bei uns anzutreffen, sogar in Stadtnähe in den Gärten. Nach und nach - so die Idee unserer Naturwächter - soll der hübsche
Juwel wieder an jedem der Lychener Seen angesiedelt werden. Er nistet mittlerweile auch am Oberpfuhlmoor und am Zenssee. Sogar am Mühlenbach, inmitten der Stadt, wurde er schon beobachtet.
In der weiteren Umgebung betreuen Naturfreunde 35 Nistplätze.
Also - in Lychen braucht der Papagai nicht im Käfig gehalten zu werden.
P.S: Der Eisvogel wünscht Dir eine gute Woche und freut sich auf Deinen Besuch!
Monday, 29. june 2009
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Zwar ist Lychen
nur ein kleines verträumtes, malerisches Städtchen, aber von uns aus hat eine Erfindung einmal die ganze Welt erobert. Bei uns wurde nämlich die Pinne, die Reißzwecke, erfunden. Und damit begann
auch die Karriere der verzwickten Zwecke. Um 1902 entwickelte der Uhrmacher Johann Kirsten, ein Tüftler, in der Fürstenberger Straße 124 - heute Nr. 13 - die Pinne zuerst für sich selbst und
produzierte sie mit zwei Gehilfinnen in kleinen Mengen. Er verkaufte die Rechte an den Klempnermeister Otto Lindstedt, Inhaber der Lychener Metallwarenfabrik. 1904 ließ Lindstedt die Erfindung als
"Heftzwecke" patentieren. Zuvor hatten seine talentierten Schlosser die Pinne verbessert. Der Stift wurde nicht mehr einfach in die Deckplatte gestanzt, weil er schnell abbrach, sondern aus
der Metallplatte wurden zusätzlich Zungen für seine Befestigung herausgestanzt und umgebogen. Dafür bekamen die Schlosser vom Chef als Belohnung eine dicke Zigarre spendiert.
Unternehmer sind ja immer schon spendabel gewesen. Lindstedt produzierte nun im großen Stil. Dafür beschäftigte er zahlreiche Frauen in seinem Betrieb oder auch in Heimarbeit an der Stanze.
Während der Nazi-Zeit arbeiteten auch Häftlinge aus dem Frauen-KZ Ravensbrück unter Aufsicht mit Hundebewachung in der Fabrik. Lindstedt wurde 1945 enteignet. Die Reißzwecke wurde dann bis 1964 in
dem verstaatlichten Betrieb unter der Marke "Lymefa" (Lychener Metallwarenfabrik) weiter produziert.
Auf diese Erfindung sind natürlich alle Lychener stolz. Aber unter den Touristen gibt es doch so manchen kritischen Betrachter. Als ich eines Tages für eine Reisegruppe eine Stadtführung machte,
meinte ein Besucher mit fragendem Blick: "Haben eigentlich nicht die Reiss-Werke in Bad Liebenwerder darauf das Patent?" Diese Frage stiftete bei mir Unsicherheit und zugleich auch Furcht, Lychen
könnte um ein Logo ärmer werden. Deshalb sind wir dem verzwickten Weg der Zwecke noch einmal nachgegangen. (Lies bitte dazu die Page "Die verzwickte Zwecke")
Friday, 9. january 2009
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Das 20. Jahrhundert bis zur Wende haben heute noch rüstige Lychener in ihrer Heimatstadt miterlebt und
mitgestaltet. Seit Februar 2004 trafen sich sich die Teilnehmer des "Lychener Historienstammtisches" regelmäßig einmal am Monatsende im Fürstenberger Tor, um ihre Meinungen, Fotos, Dokumente und
Erlebnisse zu ausgewählten Themen unserer Stadtgeschichte auszutauschen. Jetzt haben wir im Eigenverlag von Eberhard Kaulich die ca. 150 Seiten umfassenden Protokolle in einem illustrierten Band
veröffentlicht. Teil 1, "Themenstaffel von 2004 bis 2005", behandelt die Zeit von 1900 bis zum Zweiten Weltkrieg. Teil 2, "Themenstaffel von 2006 bis 2008", umfasst die Nachkriegsperiode und die
DDR-Zeit bis zur Bürgerrechtsbewegung vor und nach der Wende.
Spannend und bewegend sind die persönlichen Erlebnisse nach Kriegsende und das Engagement beim Wiederaufbau. Dazu gehören u. a. die Themen: "Flucht aus der Stadt aus Angst vor den Russen","Das
Lazarett der Roten Armee in den ehemaligen Heilstätten Hohenlychen als Arbeitgeber für die Stadt", "Die Enttrümmerung", "Die Bildung von Parteien und Massenorganisationen" und "Die
Versorgungswirtschaft in der DDR-Zeit". Oft waren die Meinungen kontrovers und emotionsgeladen.
Schön zu lesen sind im 1. Teil z. B. "Lychener Sagen, Erzählungen, Gedichte und Anekdoten" oder "Lychener Originale - ihr Leben, ihr Witz und Humor".
Die Berichte von Zeitzeugen aus der sozialistischen Zeit rufen so manche Erinnerung wach. Sie sind aber oftmals auch Zeugnis vom starken Gemeinsinn unserer Menschen für die Entwicklung der
Stadt. Das wird sicherlich auch Jüngere interessieren, oder?
Über die Aktivitäten des Stammtisches berichtete mehrfach ausführlich die regionale Presse. Anlass zur Freude waren immer die Besuche von auswärtigen gebürtigen Lychenern oder ortsfremden
Interessenten, die hier ihren Urlaub verbrachten und den Historienstammtisch kennenlernen wollten.
Am 27. Januar 2009 haben wir den schön gestalteten, interessanten Band dem Bürgermeister unserer Stadt feierlich auf einer festlichen Veranstaltung überreicht.
Und - selbstvertändlich - der Stammtisch wird mit anderem Inhalt weitergeführt.
Der Band ist für jeden Interessenten aus nah und fern für 12.50 Euro (Herstellungspreis) erhältlich. Einfach hier anklicken und Kommentar hinzufügen. Ich antworte per E-Mail zurück.
Thursday, 27. november 2008
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15:36
Als erste Stadt Brandenburgs trägt Lychen seit Oktober 2008 den schönen Beinamen "Flößerstadt". 1995 gründete sich der Flößerverein. Er kann auf eine
Jahrhunderte alteTradition zurückblicken. Seit 1570 ist dieses Gewerbe durch einen Schuldschein eines Lychener Flößers über 1000 Mark bei
Hamburger Kaufleuten belegt. 6 Tage bis Berlin-Spandau und 10 bis 12 Tage bis in die Hansestadt dauerte die Fahrt der Pläätzen in langen Verbänden durch unsere Seen, die Havel und die Elbe. Das
war ein sauberer, umweltfreundlicher Transport im Gegensatz zu heute. Die Flößer pflegten ihre eigenen Sitten und Bräuche und sangen ihre Lieder. Die Flößerei ist jetzt wieder zu einer beliebten
Touristenattraktion auferlebt. Reiselustige mieten Floßfahrten auf dem Oberpfuhlsee. Sogar Hochzeitspaare lassen sich auf einer Pläätz trauen. Besonderer Höhepunkt ist jedes Jahr das Lychener
Flößerfest Ende Juli/Anfang August mit einem brillianten Feuerwerk um Mitternacht.Der
Flößerverein hat ein gut gestaltetes Museum in der alten Feuerwehr eröffnet. Mittelpunkt bildet ein großes Landschaftsrelief, auf dem der Besucher den Weg des Holzes über Seen, Kanäle und Flüsse
nachvollziehen kann. Sehr hübsch und originell die bizarren holzgeschnitzten Wassergeister eines Himmelpforter Bildhauers, die auch zum Sitzen, Kaffee trinken und zu Informationsgesprächen
einladen. Sollten Sie einmal durch Lychen fahren, dann schauen Sie unbedingt ins Flößermuseum rein. Es ist auch im Winter geöffnet,und genießen Sie unsere Gastlichkeit.
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