Saturday, 29. january 2011 6 29 /01 /Jan. /2011 17:03

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Heute sind die großen Exemplare des Samtfußrüblings am Hibiskus unter das Messer gefallen. Am späten Vormittag habe ich mir eine Portion abgeschnitten. Der Pilz war noch gefroren. Das macht ihm aber nichts. Bei Plus-Temperaturen wächst er weiter. Link: Der Samtfußrübling am Hibiskus!  

Ich habe die goldbraunen Hüte in warmem Wasser aufgetaut und gewaschen. So viel ist da nicht zu säubern, denn der Samtfuß ist ein reinlicher Geselle im Gegensatz z. B. zur Krausen Glucke. Wie gewohnt, habe ich die samtig-dunkelbraunen Stiele abgeschnitten. Auf dem obigen Foto habe ich einige drangelassen, aber nur zur Illustration.

Versuchsweise habe ich einmal Tofu statt Schinkenwürfel gewählt.

Der gesalzene und gepfefferte Tofu wurde in Olivenöl goldbraun gebraten und beiseite gestellt.

Dann kamen die Hütchen dran, von denen ich die größten zerkleinert habe. Mit einer klein geschnittenen, mittelgroßen Küchenzwiebel wurden sie ebenfalls in Olivenöl ca. 15 Minuten in der Pfanne gegart und gesalzen und gepfeffert.

Um dem Pilzgericht eine kremige Note zu verleihen, habe ich einen Becher Bio-Saure-Sahne daruntergehoben und noch einmal aufgekocht.

Zum Abschluss fügte ich die Tofo-Würfel hinzu.

Als Beilage gab es Pellkartoffeln.

Sehr lecker vegetarisch!

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Allerdings noch eine ehrliche Anmerkung: Schinkenwürfel hätten mir dazu besser geschmeckt als Tofu.

Reine Geschmackssache! 

von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte - Community: Sprechen durch Schreiben
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Friday, 28. january 2011 5 28 /01 /Jan. /2011 16:56

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 Samtfußrübling am abgestorbenen Stamm eines Hibiscus syriacus. Foto: J. Hantke.

 

Da streife ich vor Wochen durch Wald und Flur, suche unter Bäumen und Gestrüpp nach dem Samtfußrübling, entdecke ihn schließlich und freue mich über den seltenen Fund. Link: Der schönste Winterpilz!  

Jetzt habe ich bei Sonnenschein und milden Temperaturen mit den ersten Aufräumarbeiten im Garten begonnen nach dem Motto "frische Luft tut gut".

Trockenes Strauchwerk habe ich ausgeschnitten. Die üppigen Bauernrosen gelichtet und den alten Wein bis fast zur Erde eingekürzt. damit er wieder junge Triebe entwickelt, die sich besser formen lassen. Habe die Ziersträucher durchgesehen, ob sich dort ebenfalls trockene Zweige befinden und kam an meine alten, schönen Hibiskusexemplare. Von dem einen wusste ich, dass der alte, starke Stamm im vergangenen Winter an der Rinde geborsten war. Im vergangenen Sommer starb dieser Teil ab, obwohl ich hoffte, dass er sich noch erholen würde.

Ich schaute auf seinen Fuß und staunte nicht schlecht! Der in der Natur selten im Januar zu findende Samtfußrübling hat sich hier zwischen der geborsteten Rinde angesiedelt und treibt nun seine leuchtend braungelben Pilzbüschel bei mir im Garten. Na so was! Hoffentlich befällt er nicht den gesunden Stamm des Blütenstrauches!

Auf alle Fälle gibt das wieder ein leckeres, frisches Pilzgericht.

Für den Pilzfreund bewahrheitet sich hier der Spruch "Warum denn in die Ferne schweifen? Das Glück liegt doch so nah!" Lach!

von anais - veröffentlicht in: Wanderungen - Natur und Baukunst - Community: Natur und Wissenschaft
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Wednesday, 26. january 2011 3 26 /01 /Jan. /2011 15:03

 

Stammtischglocke-002.jpg

 

Als Kinder kletterten wir auf unseren Streifzügen gerne an steilen Hängen herum, balancierten auf schmalen Balken, um unser Geschick und unseren Mut zu beweisen. So erinnere ich mich an ein Ereignis, dass mich fast mein Leben gekostet hatte.

Ende der 1940er Jahre - ich ging noch nicht zur Schule - traf ich mich nachmittags im kalten Februar mit meinen Spielgefährten Elke und Peter Bahr. Wir wollten zur alten Villa Jonas laufen, um dort in dem davor liegenden strauchigen Gelände, dicht am Ufer des Großen Lychensees Entdeckungen zu machen.

Also zogen wir los: am Stadtsee vorbei, über die Hohestegbrücke bis unter die Eisenbahnbrücke. Dort blieben wir- wie immer- stehen und schauten vom geländerlosen Uferweg in das Wasser, das die beiden Seen verbindet. Fast bis auf den Grund konnten wir blicken und sahen die großen Gesteinsbrocken dort unten schimmern. 

Noch vor Kriegsende hatten fanatische Nazis die sehr schön im Bogen geschwungene, gelbe Klinkerbrücke gesprengt, um den Russen den Weg zu versperren. Der Wasserweg war noch nicht geräumt und frei für die Schifffahrt. So lag das Gestein in der Durchfahrt.

Allerdings verkehrte bereits wieder die Eisenbahn auf dieser Strecke von Fürstenberg/ Havel über Lychen und Hohenlychen nach Templin und Eberswalde. Dazu hatte man provisorisch schwere Eisenträger von Brückenpfeiler zu Brückenpfeiler und darüber das Gleis gelegt. Im Schneckentempo zog die Dampflok die Wagen hinüber. Besonders langsam fuhren die langen Güterzüge.

In der damals unsicheren Zeit - aus Furcht vor Sabotage durch "Feinde des Sozialismus"- hatten an solchen Verkehrspunkten Brückenwächter ihren Dienst zu tun. Unser Brückenwächter hatte eigens dafür ein Holzhäuschen zum Schutz gegen die Witterung am Fuße der Brücke zu stehen.

Als wir hinüberschauten, war er gerade nicht da. Und so liebäugelten wir mit dem schon etwas angefaulten Vierkantholz, welches das Bollwerk unter unserem Gehweg hielt. "Los! Lasst uns mal hier drüber langlaufen! Mal sehen, wer's schafft", rief ich den Beiden zu. Kalt war mir nicht, denn ich hatte einen dunkelgrünen Lodenmantel mit Kapuze an.

Als Anstifter machte ich gleich den Anfang in meinen hohen Winterschuhen. Obwohl ich merkte, dass der bemooste Balken glitschig war, balancierte ich drauflos. Plötzlich rutschte ich ab und stürzte in das eiskalte Wasser! Ich ging unter, kam mit den Kopf wieder hoch, schnappte nach Luft und versank wieder.

Da fühlte ich einen Gesteinsbrocken, stieß mich hoch, schnappte wieder nach Luft. Der schwere Lodenmantel hatte sich noch nicht voll Wasser gesogen und trieb mich aufwärts. Elke und Peter schrien aus Leibeskräften: "Hilfe, Hilfe! Hier ertrinkt einer!"

Nach einer mir schier unendlichen Zeit kam der Brückenwärter angehastet, denn er hatte wohl gerade seinen Lohn auf dem ziemlich weit entfernten Bahnhof Lychen geholt. Er packte eine lange Stange, kletterte über die Brücke bis auf unsere Seite und hielt sie mir entgegen. In Todesangst packte ich zu.

So rettete mich der beherzte Mann in letzter Minute vor dem Ertrinken. Völlig durchnässt lief ich so schnell es ging mit meinen kleinen Freunden nach Hause, weinte und jammerte in einem fort: "Ach, hätte ich das bloß nicht gemacht!"

Zu Hause steckte mich meine Großmutter sofort ins Bett, denn Mutter war irgendwo unterwegs. Als hätte sie eine Vorahnung gehabt, organisierte sie durch Tausch eine Tafel Schokolade, denn so etwas gab es nicht alle Tage. Sie gab sie mir gleich zum Naschen und packte mich noch wärmer ein. Am nächsten Tag war ich wieder wohlauf, Aber - nach einer Woche bekam ich eine schwere Erkältung.

So hatte mein Schutzengel damals die Gestalt des Brückenwächters angenommen. Welch' Glück im Unglück!  

von anais - veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten - Community: Sprechen durch Schreiben
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Tuesday, 25. january 2011 2 25 /01 /Jan. /2011 22:00

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Uwe Jähnichen, "Das Paradoxon der Zeit...", Öl, 2011.

 

Als Surrealist und leidenschaftlicher Verehrer des genialen spanischen Malers Salvador Dalí hat Uwe Jähnichen, Link: Schräge Kunstobjekte , sein neuestes Werk fertig gestellt - eine Ölmalerei als Geschenk für Freunde.

Seinem Bild hat er stilgerecht den folgenden deutschen Titel zugedacht und diesen im Gedenken an den großen Meister Dalí zugleich ins Spanische übertragen lassen:

 

"Das Paradoxon der Zeit/Endlose, aufgeschnittene Gurke aus der Sicht einer schwebenden Handhülle, welche filigran einen weichen, tropfenden Stahlträger vorüberträgt." (Aus dem Zyklus "Verrinnende Gesellschaft").

 

"La paradoja del tiempo/ Infinito pepino cortado desde la perspectiva de la envoltura de una mano flotante que de manera filigrante translada una viga de acero blanda y goteante." ( Del ciclo "Sociedad en transcurso" ).

von anais - veröffentlicht in: Kunst von Profis und Laien - Community: Geschichten, Gedanken, Gefühle
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Sunday, 23. january 2011 7 23 /01 /Jan. /2011 17:53

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"Wir haben es satt!" Unter diesem Motto fand am 22. Januar die Großdemo gegen Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte in Berlin statt. 22 000 engagierte Befürworter gesunder Nahrungsmittelproduktion und Gegner von Massentierhaltung und genmanimulierter Agrarwirtschaft versammelten sich am Sonntagmittag vor dem Hauptbahnhof, um in einem langen Protestmarsch durch das Berliner Zentrum bis zum Brandenburger Tor zu ziehen.

Ich musste unbedingt dabei sein!

Gemeinsam mit Berliner Freunden und Greenpeace-Aktivisten marschierte ich mit, vom Hauptbahnhof über eine lange Brücke, durch die Straßen der Friedrichstadt, am Deutschen Theater und dem Friedrichstadt-Palast vorbei, durch Geschäftsstraßen bis zum Brandenburger Tor, wo die Abschlußkundgebung stattfand.

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Für richtige Kampfstimmung sorgte die Trommeltruppe von Greenepeace, die laut den Rhytmus der immer wieder ertönenden Protestchöre angab:

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"Wir haben es satt!"  "Jeder kann etwas tun!" riefen wir Teilnehmer und machten damit unserem Unmut gegen die, allen ethischen Prinzipien widersprechenden, industrielle Landwirtschaft Luft. Ich war beeindruckt von der Vielfalt der Demonstranten. Alte Kämpfer aus der früheren Protestbewegung und sehr viele junge Leute - Väter und Mütter mit Kinderwagen - waren dabei. Bauern reisten mit Traktoren aus Bayern, Mecklenburg, Niedersachsen, Brandenburg und anderen Regionen an. Bäuerinnen und Bauern sprachen auf der Abschlusskundgebung und forderten mehr Unterstützung für die ökologisch saubere Landwirtschaft.

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Dieser Protest richtete sich zugleich gegen die Landwirtschaftskonferenz, die jetzt, anläßlich der Grünen Woche, in Berlin unter Teilnahme der Lobby großer Nahrungsmittelkonzerne und des Monsanto-Konzerns - Produzent genmanipulierten Saatguts im großen Stil - stattfindet.

Weil auch die Partei der Grünen in der Demo vertreten war - alle Achtung den Mitstreitern von der Basis - ergriff auch Renate Kühnast lauthals das Wort. Sicherlich mit einem Blick in eigener Sache auf die nächsten Wahlen in Berlin, obwohl ihre Politik als "Verbraucherschützerin" nicht ohne genmanipulierte Flecken ist. Hat mir nicht so gut gefallen!!

 

Begeistert war ich von Bärbel aus Bayern.

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Von Musikgruppen mit Schweineköpfen.

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Menschliche Kühe ließen sich willig mal am Euter melken.

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Milchkannen mit Aufklebern wurden mitgezogen.

 Demo 006

22 000 Teilnehmer, eine große Masse, aber noch viel zu wenig in der neuen Bewegung zum Umdenken unserer Einstellung zur Ernährung. Deshalb war diese Großdemo - so wurde von Sprechern betont - der Auftakt für weiteren Protest verantwortungsbewusster Produzenten und Konsumenten in Deutschland.

von anais - veröffentlicht in: Kritische Meinungen - Community: Natur und Wissenschaft
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