Tuesday, 11. january 2011
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Samtfußrübling (Flammulina velútipes). Foto: J.
Hantke.
Jetzt - zu dieser Jahreszeit - am 10. Januar 2011 habe ich ihn entdeckt, den Samtfußrübling. Das ist ein
typischer Winterpilz, denn er wächst über den ganzen Winter bis in den April hinein. Damit übertrifft dieser Pilzlebenskünstler den Austernseitling, denn dieser stellt nach Dezember sein Wachstum
ein. Link: Der Austernseitling ist da!
Schon vor zwei Jahren habe ich auf einer Wanderung über die Neuländer zum Großen Lychensee den hübschen
goldgelb leuchtenden Gesellen in einem verwilderten Gebüsch am Fuße eines abgestorbenen Strauches entdeckt. Ich trug ihn damals zu unserem Pilzberater, der, ohne lange zu überlegen, sofort
bestätigte: "Das ist der Samtfußrübling. Ein klassischer Winterpilz und sehr schmackhaft."
Im darauf folgenden Winter bin ich wieder dorthin gelaufen, fand ihn aber nicht. Auch auf unserer
diesjährigen Weihnachtswanderung zum selben Ort hielt ich vergeblich nach ihm Ausschau. Ich wollte ihn so gerne für meine Kleine Pilzgalerie auf meiner Website fotografieren, denn er fehlte noch
in meiner Sammlung.
"Das kann einfach nicht sein, dass er spurlos verschwunden ist, denn er könnte sich auch an anderen Stämmen
angesiedelt haben,"dachte ich mir. Und deshalb zog ich gestern, am sonnigen Nachmittag los. Der Schnee war bereits zum großen Teil weggetaut, aber hier und dort lagen immer noch verharschte weiße
Flächen. An der Uferpromenade am Stadtsee, kurz vor der Hohestegbrücke sah ich diese graubraune Kolonie kleiner Hüte, die mir aber unbekannt und schwer zu bestimmen ist. "Das Foto muss sein,"
sagte ich mir. "Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!" Die "Taube" wäre der Samtfußrübling gewesen, den ich noch nicht gefunden hatte.
So marschierte ich weiter in Richtung Großer Lychensee.
Voller Spannung kletterte ich über Schneereste zu dem Gebüsch. Ich schaute um mich: nichts! Einfach nichts!
Der alte,abgestorbene Strauch war schon auseinandergefallen. Ich schob die überall herumhängenden Äste beiseite und kämpfte mich durch das kahle Buschwerk wieder zurück zum Weg. Wie immer beim
Pilzesuchen, schaute ich noch einmal zurück. Und - ich traute meinen Augen kaum! Da strahlte mich ein leuchtend gelber Kranz am Fuße einer abgestorbenen Robinie an. "Haha," rief ich, und
hüpfte wie Otto der Ostfriese. "Da bist Du ja! Und üppiger als vor Jahren!" Ich kniete mich in das feuchte Laub und machte meine Bilder.
Gepflückt habe ich davon nur ein paar Exemplare zur Anschauung, denn sie können noch einige Tage größer
werden. Falls sie dann noch da sind, hole ich mir die Größten für ein leckeres Gericht, vielleicht für einen kalten Pilzsalat.
Der Samtfußrübling
Sein Hut ist 4 bis 10 cm breit, braungelb,
etwas schmierig und dünnfleischig. Die Lamellen sind weiß bis gelb. Der Stiel ist nach der Basis hin braunschwarz samtig schimmernd. Er wächst an Laubholzstümpfen vom Herbst bis zum Frühjahr. Die
Hüte sind sehr schmackhaft.
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