Sunday, 12. december 2010 7 12 /12 /Dez. /2010 08:35

Eiszapfen 001

 

                     Winter

 

Dichte Flocken - wie glitzerndes Kristall

schwebend sinken in schlafender Stille.

Weißes Schweigen überall

deckt Wald und Flur in sanfte Stille.

 

Hohe Tannen tragen schwere Last

demütig geneigt auf dunklem Grün.

Senken sich Zweige zur Erde fast.

Nur Ruhe, kein Wachsen, kein Blüh'n.

 

Wo einst des Weihers spiegelndes Blau

bedeckt des Winters kalter Frost

sein Anlitz mit eiskaltem Grau

in glasklarer Luft aus Nordost.

 

Verstummt sind Gesumme und Vogelsang.

Die Natur genießt und schlummert lang.

Nur der Mensch mag sein Treiben nicht lassen

vor Weihnacht - geschäftig in Straßen und Gassen.

J. Hantke

von anais - veröffentlicht in: Meine Gedichte - Community: Natur und Wissenschaft
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Saturday, 11. december 2010 6 11 /12 /Dez. /2010 14:26

                                                                                                                                                                          "Esst

 Fischauflauf-003.JPG

 

"Esst Spinat mit Fisch, und Ihr seid bald mehr am Tisch!"

Nach diesem Motto habe ich einen Fischauflauf mit (Link)Neuseeländer Spinat  zubereitet. Es war der letzte frische Spinat, den ich noch im November im Garten ernten konnte, denn der Neuseeländer wächst bis zum Frosteintritt. Als Fisch habe ich das handelsübliche Pangasus-Filet gewählt. Den Spinat hatte ich eingefroren und wie das Filet zuvor aufgetaut.

Fischauflauf-001.JPG

Zutaten

250 g Pangasius-Filet

1/2 l-Gefrierbeutel Neuseeländer Spinat

4 mittelgroße Kartoffeln

1 große Zwiebel

200 g saure Sahne

1 EL Butter

2 Eier

Pfeffer

Salz

Muskat.

 

Zubereitung

Die gewaschenen und geschälten Kartoffeln werden ca. 20 Minuten in Salzwasser gegart und anschließend in Scheiben geschnitten. Der gewaschene Spinat sollte in einem Sieb abtropfen und die Blätter ganz bleiben. Die große Zwiebel schneide ich in Ringe. Das gewaschene, gesalzene und etwas gepfefferte Fischfilet wird in mundgerechte Stücke geschnitten. Die Auflaufform sollte mit Butter gut eingefettet werden.

Die saure Sahne wird mit den Eiern und der Butter gut verquirlt und ebenfalls etwas gesalzen und gepfeffert. Geriebene Muskatnuss - etwa einen halben Teelöffel - ebenfalls miteinrühren.

In die Auflaufform lege ich schichtweise eine Lage Kartoffelscheiben, eine Lage Spinatblätter. Darüber Fischfiletstücke und Zwiebelringe. Sind genügend Zutaten vorhanden, wird die Schichtung noch einmal wiederholt.

Die Saure-Sahne-Mischung wird gut verteilt darübergegossen und zum Abschluss Parmesan-Käse darübergestreut. Weil ich den gerade nicht zu Hause hatte, habe ich Pizza-Käse genommen.

In dem auf 175 Grad vorgeheizten Backofen wird der Auflauf ca. 45 Minuten gebacken. Der Käse sollte zumindest etwas gebräunt sein. Sehr lecker! Gucke mal! Bon apétit!!

Fischauflauf-004.JPG  

 

von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte - Community: Sprechen durch Schreiben
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Thursday, 9. december 2010 4 09 /12 /Dez. /2010 12:49

Stammtischglocke-002.jpg

Dunkles Dezemberwetter lag über Lychen. Dichte, schwarze Wolkenwände zogen vom westlichen Horizont auf, obwohl fast Windstille herrschte. Am fühen Nachmittag färbte lichtes Grau den Himmel etwas heller. Es hatte schon etwas geschneit. 

Mich packte wieder die Lust, nach etwas Neuem, noch Unbekanntem suchend durch den Wald zu streifen. Wusste ich doch, dass unter den mir bisher bekannten Pilzen immer noch mindestens einer fehlte: der Frostschneckling. In den Büchern hatte ich bereits emsig nachgeschaut. In Kiefernwäldern sollte er nicht selten zu finden sein. So entschied ich mich für eine hinter dem Dorf Rutenberg gelegene, nach dem Willen der Natur frei von Menschenhand gewachsene Waldfläche, die bis nach Mecklenburg-Strelitz hinein für ihre Herbstpilze bekannt ist und viel besucht wird.

Mit Korb, Taschenmesser, Fotoapparat und Armbanduhr bewaffnet, setzte ich mich in meinen kleinen, silbergrauen Ford-Fiesta und nahm die kürzeste, aber holprige Strecke, die Rutenberger Landstraße. Hinter dem Dorfausgang in Richtung Hasselförde, schon auf dem Waldweg, lief mir eine junge, dicht eingemummelte Familie voraus. Bei all' der Kälte wagten sie einen Spaziergang. Sie wechselten hinüber auf den rechts nach Beenz abbiegenden Weg. Vor mir war meine Strecke wieder frei. So an die 500 Meter fuhr ich weiter und stellte das Fahrzeug am Waldesrand ab. Von Rutenberg aus betrachtet ist dies wohl der westliche Rand der ausgedehnten, mit wild wachsenden Kiefern und grauem Rentiermoos bewachsenen Fläche. Ich nahm meinen eigenen Weg quer durch das Gelände in Richtung Nordosten, wo wohl weit in der Ferne das Dorf Beenz lag. Aus früherer Erfahrung wusste ich nur allzu gut, wie tückisch dieses Gelände ist, weil es jede Orientierung schwierig werden lässt. Vorsichtshalber und etwas wehmütig schaute ich noch einmal zu meinem silbergrau weit hinten noch blinkenden PKw zurück, als wäre es ein Abschied für immer. 

Von jetzt ab konzentrierte ich meinen Blick auf den bemoosten Erdboden, fand hier und dort den Grauen Erdritterling, gelbe, mir noch unbekannte Trichterpilze standen in Gruppen. Viele schwarz Verfärbte zeugten vom eigentlichen Ende der Pilzzeit. Aber eigentlich sollte es ja kein Ende der Pilzzeit geben!

So lief ich denn immer schneller und ungeduldiger von einer Lichtung zur anderen, um doch wohl noch den Frostschneckling zu entdecken. Ich kletterte über umgefallenen Bäume, schaute unter Reisighaufen. Nirgendwo auch nur der kleinste Schneckling. Ich hielt inne, schaute um mich und zum grauen Himmel hinauf. Kiefern, Moos, Geäst und leichte Dämmerung überall, wohin ich blickte. Langsam begann mein Herz zu klopfen, weil ich die herannahende Dunkelheit ahnte. Ein Geräusch ließ mich aufhorchen. Sollte es ein Vogelruf gewesen sein, oder war es das keckernde Lachen meiner Trolle? Irritiert sagte ich mir: "Gehe zurück! Es ist zwecklos. Hier findest Du den Frostschneckling nicht."

In gerader Richtung lief ich meinem vermeindlichen Waldende entgegen, stolperte ab und zu, musste hin und wieder zickzack laufen. Der Wald schien kein Ende zu nehmen. Da tauchte im Hintergrund eine Fichtenschonung auf. "War denn da am Weg, wo ich das Auto abgestellt hatte, eine Fichtenschonung?" Voller Hoffnung eilte ich zu den Fichten und stand - ich traute meinen Augen nicht - an der alten Beenzer Waldstraße am entgegengesetzten Ende! Ich war mir sicher, denn ich sah das uralte Kopfsteinpflaster. Also schnell wieder zurück in die andere Richtung. Am dämmrigen Firmament erkannte ich nicht mehr, wo die Himmelsrichtungen waren. Ich musste doch nach Südwesten!! Wieder lief ich voller Unruhe drauflos und stand nach einer mir unendlich lange scheinenden Hast - oh Schreck! - wieder an den alten Pflastersteinen. Jetzt reichte es mir. Ich setzte mich auf einen Baumstamm und wusste weder ein noch aus. Schummrig und unheimlich wurde es in meinem verhexten Wald. Auf einmal war mir so, als hörte ich ein Trampeln und Keuchen. Hoffnung kam in mir auf. Vielleicht würden sich die Trolle meiner erbarmen. Auf dem Waldweg erschien jedoch eine junge, sportliche Frau mit einem großen Hund, einem stattlichen Labrador. Der freute sich und sprang an mir hoch, dass ich fast umkippte. Seine Herrin zog ihn zurück und redete erst einmal erzieherisch auf ihn ein. "Die Labradors sind immer so zutraulich. Entschuldigen sie bitte," schaute sie mich mit fragendem Blick an. "Was machen Sie denn hier in der Dunkelheit? Haben Sie noch Pilze gesucht und auch welche gefunden?" "Das war meine Absicht," entgegnete ich, "und jetzt habe ich mich total verlaufen. Mein Auto steht an der Waldstraße in Richtung Hasselförde. Wie komme ich da bloß wieder hin?" "Oh", meinte die junge Frau, "Sie müssen jetzt diesen Weg in Blickrichtung entlang laufen. Nach einiger Zeit sehen Sie links im Grund den Rednitz-See liegen. Eben dort zweigt nach rechts ein Waldweg ab. Den gehen Sie bis zum Ende. Dann kommen Sie an den Ortseingang von Rutenberg." 

Mittlerweile hatte ich erkannt, dass es die Besitzerin des schönen "Rosalienhofes", eines feinen Cafés, in Beenz war. Ich bedankte mich überschwenglich vor Freude, bestellte noch schöne Grüße an ihre Mutter, die ich vom Historienstammtisch her kannte. Die ganze Familie ist nämlich ein altes Beenzer Geschlecht, dass schon im 16. Jahrhundert erwähnt wird und immer diese Gaststätte hatte. Sie lächelte, fand mich etwas bedauernswert, und wir gingen unsere Wege.

Jetzt hatte ich wieder ein Ziel! Und schon summte ich das alte FDJ-Lied "Du hast ja ein Ziel vor den Augen, damit du in der Welt dich nicht irrst..." Bald schimmerte der Rednitz-See aus dem Untergrund hervor. Und da war auch schon der Rutenberger Weg. "Wenn ich ihn bis zum Ende gehe, bin ich wieder viel zu weit vom Auto entfernt," überdachte ich meine Lage so gegen 17.00 Uhr. "Es bleibt Dir nichts anderes übrig. Du musst wieder eine Abkürzung durch den Wald nehmen. Un zwar ab hier und ganz gerade durchlaufen!" Gedacht, getan.

Diese Entscheidung erwies sich allerdings als ein noch schlimmeres Abenteuer. Überall lagen Fichtenstämme, die mir den Weg durch hohes, trockenes Gras erschwerten. Ich beschleunigte mein Tempo und - hops, hallo - stolperte ich, sprang und rannte so schnell wie nie zuvor, um nicht zu fallen. Nach ungefähr fünf Minuten schaute ich in meinen Korb. Er war leer. Und der Fotoapparat war weg, auf Nimmerwiedersehen verloren! Das brachte mich in höchste Verzweiflung. "Den findest Du da hinten nicht mehr in dem hohen Gras." Ich lief zurück. Da hörte ich wieder das keckernde Lachen, das mir diesmal nur allzu vertraut vorkam. Mein kleiner Trollfreund Pück richtete sich aus dem Gras empor und zeigte auf meine Fototasche. Dann keckerte er fröhlich voller Schadenfreude und verschwand.

Troll-001.JPG

Noch einmal dankte ich der netten Dame vom Rosalienhof, dem kleinen Pück und dem unendlichen Universum, die mich nicht im Stich gelassen hatten. So gelangte ich endlich an meinen gesuchten Weg. Aus dem Dunkel heraus leuchtete der silbergraue Ford-Fiesta - allerdings aus 300 Metern Entfernung. Kein eigenes Foto habe ich vor Aufregung geschossen. Nur Pück muss sich wohl selbst fotografiert haben, dieser Schlingel!

von anais - veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten - Community: Sprechen durch Schreiben
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Tuesday, 30. november 2010 2 30 /11 /Nov. /2010 10:56

Drei-Generationen-Haus-002.JPG

Zygopatalus und Weihnachtsstern.

 

Wegen Renovierungsarbeiten im Haus mache ich bis auf weiteres eine Blogpause. Ich wünsche allen meinen Freunden und Besuchern eine schöne, besinnliche Adventszeit!

von anais - veröffentlicht in: Grüße zur Woche - Community: Sprechen durch Schreiben
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Thursday, 25. november 2010 4 25 /11 /Nov. /2010 17:16

Stammtischglocke-002.jpg

 

Im "Haus Vogelsang", heute eine attraktive Kultureinrichtung des Berliner Vereins Öko-Stadt in unserem Lychen, ging es in früheren Zeiten nicht so kulturvoll zu. Zwar war dort alles ökologisch und bio, allerdings nicht so ganz rein. Das Haus gehörte zu DDR-Zeiten dem schon recht betagten Schwesternpaar Stein. Beide waren unverheiratet. Eine der zwei Schwestern hatte zwei Söhne, die aber bald aus dem Haus gingen und in andere Orte zogen.

So wirtschafteten die zwei Damen wie kleine Ackerbürgerinnen allein so für sich hin. Sie hielten sich Hühner und mehrere Milchziegen auf dem Hinterhof. Die Ziegen hatten ihren Stall, bekamen ihr Futter und Stroh als Streu. Um die häusliche Viehwirtschaft kümmerte sich nur die eine Schwester, die die andere bald überleben sollte.

Die schwere Arbeit im Ziegenstall war für sie zu mühsam und so verzichtete sie auf das Ausmisten, vielleicht auch mit dem Gedanken: "Dung kann nicht schaden, weil er wärmt". Das hatte zur Folge, dass böse Zungen in der Stadt behaupteten, die Ziegen ständen im Stall schon so hoch, dass sie aus dem Dach rausguckten. Mag sein, ich habe es nicht gesehen.

Die über 80 Jahre alte Schwester wohnte in der oberen Etage des großen Vorderhauses in ihrer Mehrzimmerwohnung und hatte sich im Laufe der Zeit so sehr eingemüllt, dass dort einfach kein Durchkommen mehr war. In den 1960er Jahren geschah es nun, dass dringend die Fenster in ihrer Wohnstube repariert werden mussten. Frau Stein bestellte sich den hilfsbereiten, kräftigen "roten Peter", so genannnt wegen seines rotblonden Haares, zu sich. Peter nahm diese Arbeit gerne an. Er war aber auch kein Kostverächter und führte deshalb oft den guten Schluck mit sich herum.

In gehobener Stimmung traf er bei Frau Stein ein und siehe da! Er kam nicht an die Fenster heran. So begann er zu schimpfen, und es kam zum Streit. Frau Stein machte ihm mit seiner Hilfe Platz, und er reparierte die Fenster. Ab und zu machte er seine Pause und genehmigte sich ein Schlückchen vom Lebenselexier.

Als dann Feierabend an diesem Sommertag war, stieg er die Treppe hinunter und ging zum Stall. Er band eine Ziege los und zog sie am Strick auf die Vogelgesangstraße. Die Ziege ließ sich mit etwas Gemecker willig führen. Peter brachte sie auf den Marktplatz und band sie an einer Linde vor dem Rathaus fest. Da stand nun das arme Vieh und meckerte und meckerte, bis sich ein Lychener ihrer erbarmte, sie losband und zu Frau Stein zurückbrachte. Denn er wusste, Ziegen hielt sich zu der Zeit nur noch Frau Stein.

Siehe auch: Link Brennesseln am Po, oh!

 

 

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