Saturday, 19. november 2011 6 19 /11 /Nov. /2011 10:23

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Zuerst habe ich bei der Überschrift eine Weile überlegt: Schreibe ich "Inka-Gurkensalat" oder "Inkagurken-Salat"? Die erste Variante schien mir etwas irreführend zu sein, weil der Leser glauben könnte, ich hätte im südamerikanischen Andengebiet an archäologischen Ausgrabungen teilgenommen und eine alte Schale mit frischen Gurkensalat der Inkas gefunden. Weil also dies der Salat von meinen Inkagurken ist, ist es ein echter Lychener Inkagurken-Salat. Ich habe dafür nur die kleinen Früchte ohne Kernbildung verwendet. Wie beim richtigen Gurkensalat norddeutscher Art habe ich ein Dressing aus Bio-Joghurt. dem Saft einer halben Zitrone, Pfeffer, Salz und Zucker vorbereitet. Danach habe ich die kleinen Inkagurken in Scheiben geschnitten und das Dressing dazu gegeben, gut vermischt und mit gehackter Petersilie garniert. Als Zierde kam eine der letzten roten Tomaten aus dem Gewächshaus drauf. Der Salat hat sehr erfrischend und so ähnlich wie Gurkensalat geschmeckt. 

Verzehrt habe ich ihn schon vor einiger Zeit, denn die Inkagurken halten sich selbst im Kühlschrank nicht lange frisch. Ich habe sie auch als ganze Früchte einer bunten Gemüsepfanne zugegeben. Da passten sie gut hinein und haben vorzüglich geschmeckt. Siehe auch: Ernte der Inka-Gurken

von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte - Community: Natur und Wissenschaft
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Friday, 18. november 2011 5 18 /11 /Nov. /2011 07:56

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Als ich 10 Jahre alt war, schenkten mir meine Eltern eine Violine zum Weihnachtsfest.Ich öffnete den Geigenkasten und erblickte ich das zarte Instrument. Es sah alt aus, schien jedoch sorgsam gepflegt, denn die braune Politur schimmerte in schwachem Glanz. Fragend schaute ich meine Eltern an: „Soll ich Geige spielen lernen?“ Meine Mutter nickte und meinte: „Es wäre doch wunderschön, wenn Du Violine spielen könntest. Es ist das Edelste aller Instrumente. Wir würden uns freuen, wenn wenigstens einer in der Familie etwas Hausmusik machen könnte. Was meinst Du? Willst Du Geige lernen?“

Hübsch sieht sie ja aus, dachte ich bei mir. Also gab ich meine Zustimmung. Ich packte sie aus, nahm den Fidelbogen heraus und setzte die Violine ans Kinn. „Bevor Du mit dem Bogen über die Saiten streichst“, sagte Vater, „solltest Du mit dem Kolofonium über die feinen Haare des Bogens streichen – zu Pflege.“ „Kolofonium“ hatte ich noch nie gehört und schaute auf das hellgelbe Wachs in der kleinen Dose. Ich tat, was Vater mir geheißen hatte und setzte den Bogen an die erste Saite. Dann fidelte ich einige Male hintereinander drauf los, dass meine Katze Nanni, so schnell sie konnte, ins Nebenzimmer floh. „Das kommt noch, warte ab. Wir werden Dich zu Übungsstunden bei Herrn Franz in Hohenlychen anmelden.“

Mit der Anmeldung sollte es allerdings noch eine Weile dauern. Ich weiß heute nicht mehr weshalb, denn erst im Frühlingsmonat Mai war es soweit. Meine Mutter hatte mich bei Herrn Franz angemeldet. Einmal in der Woche, nachmittags um Drei.

Und so lief ich an dem bestimmten Tag nachmittags nach der Schule den Angelberg, dann auf den Weinberg hinauf und suchte nach dem Haus des Musikers. Ich fand es bald, klingelte, und Herr Franz öffnete die Tür. „Na, dann komme mal rein!“ Ich kleiner Bengel schaute mir meinen Lehrer an. Er lief etwas gekrümmt durch einen Buckel auf seinem Rücken. Er hatte einen kahlen Kopf, stellte ich fest. Dunkel, wohl in Schwarz, war er gekleidet. „Ein echter Meister“, dachte ich bei mir mit gewissem Respekt.

Nun begann die erste Übungsstunde: Die Griffe hatte ich zu lernen und den Saiten saubere Töne zu entlocken. Es ging immer wieder daneben. Ein angenehmes Erlebnis war dieses erste Mal für mich keineswegs. Herr Franz gab mir den Ratschlag auf den Weg: „Übe fleißig zu Hause! Nur die Übung macht den Meister!“ Zu Hause übte ich auf meiner Violine – immer wieder, immer wieder. Lieber wäre ich zu meinen Freunden am Kirchplatz spielen gegangen oder wäre mit meiner ersten Schulfreundin Gudrun durch die Felder gestreift. Gudrun war ein hübsches, kluges Mädchen mit Affenschaukeln.

Schnell verging die Woche, bis ich wieder mit der Violine an der Hand zu Herrn Franz hinauf pilgerte. Nach den ersten Übungsstunden studierten wir mit ersten Noten das Lied „Hänschen klein ging allein“ ein. Meister Franz war nicht zufrieden. Keine lobenden Worte kamen aus seinem Mund, bis das „Hänschen klein“ zumindest als „Hänschen klein“ zu hören war. Wieder gebot er mir, ordentlich zu üben. „Es ist noch kein Meister vom Himmel“ gefallen“, ermahnte er mich zum Abschied. Langsam wurde mir das Geigespielen zum Gram. Ich hatte einfach keine Lust mehr.

Als die nächste Übungsstunde heran nahte, verabredete ich mich für denselben Nachmittag mit Gudrun. Mit dem Geigenkasten in der Hand spazierte ich mit ihr durch die blühenden hohenlychener Felder, klagte ihr mein Leid, und Gudrun tröstete mich.

An einem der folgenden Tage ging meine Mutter durch die Stadt zur Sparkasse, weil sie wieder 3,00 Mark Unterrichtsgebühren auf das Konto von Herrn Franz einzahlen wollte. Wie es der Zufall wollte, traf sie den ehrwürdigen Herrn. Sie kamen ins Gespräch. Meine Mutter erkundigte sich, wie ich mich denn so als Violinenschüler machte. Herr Franz setzte eine ernste Miene auf: „Liebe Frau, Sie brauchen mir die 3,00 Mark nicht mehr zu zahlen, denn Ihr Junge kommt nicht mehr zur Übungsstunde.“ Meiner Mutter war das wohl sehr peinlich, und sie meldete mich vom Violinenkurs ab.

Zu Hause stellte sie mich zur Rede, anfangs etwas temperamentvoll, meinte sie schließlich: „Wenn Dir das Geigespielen nicht gefällt, dann lass' es. Wir werden die Violine wieder verkaufen.“ An wen sie wieder verkauft wurde? Daran kann ich mich heute nicht mehr erinnern.

von anais - veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten - Community: Sprechen durch Schreiben
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Thursday, 17. november 2011 4 17 /11 /Nov. /2011 08:20

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An diesem Grasgewächs ist jetzt nichts mehr grün. Die Pflanze hat sich braun verfärbt. Als Letzte habe ich vor ein paar Tagen die Erdmandeln geerntet. Im Frühjahr hatte ich einige Knöllchen durch Tausch erworben. Ich kannte sie allerdings schon von früher her, als ich sie im Garten hatte. Ich hatte sie als Einfassungen um Beete gepflanzt. Das sah gut aus. Die langen Grashalme lassen sich dekorativ in Blumensträußen verwenden.

In diesem Jahr habe ich das wieder genau so gemacht. In Wasser habe ich die Knollen etwas vorquellen lassen, bevor ich sie setzte. Den ganzen Sommer lang bis in den Herbst hinein bildeten sie den grünen Rand auf meinem Paprikabeet. Jetzt habe ich die Büsche ausgehoben und auf dem Steg im See ordentlich von der Erde frei gespült. anschließend habe ich die Knollen abgepflückt und noch mehrmals in einem Eimer gewaschen.

Erdmandeln-002.JPG

Nun werde ich überlegen, wie ich sie verwerte. Vor Jahren haben wir sie gemahlen und zum Plätzchenbacken verwendet. Sie sollen sich auch kochen lassen. Dann werden sie sicherlich weich. In Spanien, um Valencia, ist die Erdmandelmilch eine Delikatesse. Gehandelt und gegessen werden sie vor allem in Südeuropa und Westafrika.

Die Erdmandeln, auch Tigernüsse genannt, lassen sich frisch geerntet und gesäubert gut mit der Schale essen. Der Geschmack ähnelt Haselnüssen und Mandeln. Nach dem Trocknen werden sie ziemlich hart und müssen wieder eingeweicht werden.

Bei Wikipedia fand ich die wichtigsten botanischen Erklärungen:

Die Erdmandel (Cyperus esculentus) gehört zur Gattung der Zyperngräser und zur Familie der Sauergrasgewächse. Die dreikantigen, schmalen Gasblätter sind hellgrün. Die Pflanze soll von Juli bis September mit weißen Ähren blühen. Bei mir sind sie nicht zur Blüte gekommen. An den unterirdischen Ausläufern entwickeln sich die stark ölhaltigen Knollen.

Inhaltsstoffe: Die Erdmandel besteht zu 25 % aus Fett, 30 % Stärke, 7 % Eiweiß, viel ungesättigten Fettsäuren (Linolsäure), Vitamin H, Rutin und vielen Mineralstoffen.

Also - Fazit -: Wieder etwas für die gesunde Ernährung und zum Experimentieren.

 

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Monday, 14. november 2011 1 14 /11 /Nov. /2011 09:01

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Am vergangenen Sonnabend habe ich an der Demonstration gegen die Übermacht der Banken und für deren Kontrolle durch Staat und Gesellschaft teilgenommen.Um 12.30 Uhr sollte der Marsch zum Regierungsviertel starten. Der Beginn verzögerte sich aber über mehr als eine halbe Stunde, weil immer wieder weitere Teilnehmer aus dem Hauptbahnhof hinzukamen. Dann aber setzte sich der lange Zug in Bewegung. Gegen 14.00 Uhr hatten Tausende Demonstranten aller Altersgruppen, darunter wieder viele Jugendliche das Regierungsviertel umzingelt. Immer wieder wurde in Sprechchören gefordert: "Banken in die Schranken", "Kontrolle der Finanzen", Banken entflechten" u. a. Die große Protestaktion endete am Brandenburger Tor mit einer Kundgebung. Für mich war es ein Erlebnis mitzuerleben, wie viele entschlossene Bürger sich zu einer solchen Massendemonstration zusammen finden können, wenn der Wille da ist, in unserer kranken, vom Finanzkapital beherrschten, krisengeschüttelten Gesellschaft etwas zu verändern und Wege zu einem gerechten, solidarischen Europa der Völker zu finden. Wo viele Menschen zusammen kommen, gibt es auch Gestalten zum Fürchten und zum Staunen. Hier einige Fotos:

 

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von anais - veröffentlicht in: Kritische Meinungen - Community: Sprechen durch Schreiben
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Friday, 11. november 2011 5 11 /11 /Nov. /2011 17:29

Novemberwald 002

Heute nachmittag habe ich mich auf's Rad geschwungen und bin in den Novemberwald gefahren. In der Hohenlychener Buchheide wollte ich die klare Herbstluft atmen. Es war etwas kühl trotz des Sonnenscheins, der sich durch die Baumkronen der alten Buchen brach. Mein eigentliches wahres Ziel waren die umgefallenen dicken Stämme und Stubben, weil ich irgendwie ahnte, das Austernseitlinge schon zu finden sein müssten. So radelte ich den langen Waldweg entlang, fand bemoostes Holz, das schon lange Zeit am Wegesrand liegt und sah, wie sich auf den alten Stämmen kleine Tannen angesiedelt haben, die sich wohl gut von den modernden Baumresten  ernähren.

Novemberwald 001

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Still, sehr still ist es im Novemberwald, Vogelrufe hörte ich nicht. Vielleicht gab ich darauf nicht acht. Hellbraun leuchtete der Waldboden vom herabgefallenen Buchenlaub, aus dem immer wieder ganze Galerien von Nebelkappen guckten.

Novemberwald 004

An einer Wegniederung, wo gerodete Baumstümpfe lagerten, stellte ich das Fahrrad ab, denn dort war ich mir sicher, dass ich es wieder finden werde. Mit Kamera,Korb und Messer stapfte ich durch das dichte Laub den Hang hinauf zu dem abgebrochenen Buchenstamm, an dem ich vor zwei Jahren mein schönstes Austernseitling-Foto machte (Siehe "Fotoalbum "Kleine Pilzgalerie). Der Stamm war mittlerweile schon trocken und löchrig. Da hält sich der Pilz nicht mehr drauf. Aber etwas weiter an einem frisch geschlagenen Stumpf erblickte ich die ersten, herrlich Taubengrauen und machte ein Bild von ihnen.

Novemberwald 006

Ich lief wieder zurück und die andere Seite am Weghang hinauf. Dort geht es auf und nieder, Berg und Tal. Und siehe da, dort standen immer noch frische Pfifferlinge an grün bemoosten Stellen - so viele, das sie heute für's Abendbrot reichen. Lange lief ich so bergauf, bergab und hielt Ausschau nach Austernseitlingen. Weil nichts mehr zu entdecken war, machte ich kehrt. In der Buchheide liegen kam gestürzte Stämme, weil dort geräumt wird. Das wurde mir klar, als ich doch auf Einen stieß, an dem die ersten jungen Pilze sprießten. Das Ende war frisch abgesägt. Sicherlich ist der Säger noch nicht fertig und holt sich noch mehr Holz für den Kamin. Ich lief zum Fahrrad zurück, radelte durch mehrere andere Wege und fand am Rand noch einmal - Pfifferlinge.

Novemberwald 008

Nach 16.00 Uhr fuhr ich aus dem Wald auf die Chaussee und war froh, denn da drinnen wurde er schummerig ung gruselig. Zu Hause gab's eine guten Kaffee und die ersten Stücken Weihnachtsstollen, den ich besonders gerne esse.

von anais - veröffentlicht in: Interessantes über Lychen und Umgebung - Community: Natur und Wissenschaft
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