Friday, 19. november 2010 5 19 /11 /Nov. /2010 22:38

Herbst2010-005.JPG

Stattlicher Ameisenhaufen am Brückentinsee. Foto: J. Hantke.

 

Wünsche zur Nacht

 

Weich gebettet.

In sanfter Ruhe.

Sorglos und glücklich.

Mit süßen Träumen. 

Ohne Kribbeln und Krabbeln.

Und morgen wieder

fleißig und emsig

kribblig krabbeln 

wie die Ameisen!

von anais - veröffentlicht in: Grüße zur Woche - Community: Geschichten, Gedanken, Gefühle
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Thursday, 18. november 2010 4 18 /11 /Nov. /2010 15:41

Stammtischglocke-002.jpg

 

In den 1960er Jahren lebten die Lychener Familien zum großen Teil, wie zuvor die Ackerbürger, von ihrer Eigenversorgung. Sie bauten in ihren Gärten Gemüse und Obst an und hielten sich Schweine, Ziegen, Schafe, Kaninchen und Geflügel. Bei uns zu Hause war mein Vater für die Kaninchen und meine Mutter für das Federvieh zuständig. So hatten wir jedes Frühjahr junge Kücken und einige junge Enten.

Als ich das letzte Jahr zur "Penne" ging und mich auf das Abitur vorbereiten musste, besorgte sich meine Mutter zwei Güssel in weiser Voraussicht, zu Weihnachten einen feinen Gänsebraten auf den Tisch zu bringen. Das war im Mai. Wir hatten warmes, sonniges Wetter und eine grüne Wiese am See. Dort erledigte ich meistens meine Schulaufgaben.

Eines schönen Nachmittags setzte meine Mutter ein kleines Drahtgehege auf den Rasen und meinte zu mir: "Wenn Du hier unten bist, kannst Du auf die jungen Gänse aufpassen, damit sie nicht von fremden Katzen gefressen oder von Raubvögeln gegriffen werden!" Wie sie gesagt, so ich getan. Jeden Nachmitag, so gegen 14.00 Uhr, wenn wir gegessen hatten, sammelte ich die zwei Güssel in den Korb und trug sie zu ihrem Gehege. So ging das bis in den Hochsommer hinein. Mittlerweile brauchte ich sie nicht mehr zu tragen. Ich öffnete die Stalltür, und mit weit geöffneten Flügeln, laut schreiend liefen sie freudig auf mich zu. Wir hatten schon Sommerferien von Juli bis Ende August.

Jetzt setzte ich mich nicht mehr zum Lernen auf die Wiese, sondern nahm meine blaue Luftmatratze auf den Kopf und marschierte den Gartenweg hinunter zum Bootssteg. Ganter und Gans, Hans und Grete, watschelten schnatternd hinter mir her zum See. Ich warf - wie immer - die Luftmatratze auf das Wasser, sprang hinein und legte mich drauf. Die Gänse breiteten gleichzeitig ihre Schwingen aus, hoben ab und landeten neben mir, die eine links, die andere rechts. Also hatte ich eine Gänseeskorte! So schwammen wir drei über den Stadtsee bis hin zum Floßholz, wo ich mich mit anderen Freunden zum Baden traf.

Dort hockten wir auf den Stämmen, plauderten und übten uns im Kopfsprung. Mein Gänsepaar hatte zwischen den Hölzern eine freie Wasserfläche entdeckt, die voller Entengrütze war. Dort schnabulierten sie nach Herzenslust und ließen es sich gut ergehen. Brav, wie zwei treue Hunde, eskortierten sie mich wieder, wenn ich zum Ufer zurück schwamm.

Das beobachteten die Nachbarn.

Das Uhrmacherehepaar Duckwitz, ein paar Häuser weiter, erzählte meiner Mutter: "Jeden Nachmittag um halb Drei setzen wir uns auf unsere Bank am See und schauen zu, wie Ihr Sohn mit den Gänsen schwimmen geht. So etwas haben wir ja noch nie gesehen!" So haben Hans und Grete uns allen Freude bereitet - fast allen. Unsere alte Mitbewohnerin, Tante Heidler, traute sich nie auf das Plumsklo auf dem Hof, wenn die Gänse dort waren. Der Ganter packte sie sofort an den Rock. Aber zum Glück hatte sie Zeit für ihr Geschäft, wenn wir auf dem See waren.

Fazit: Vom weihnachtlichen Gänsebraten habe ich kein Stück gegessen!!!

Siehe dazu auch das lustige Gedicht "Fischers Gänse", das auf Wahrheit beruht: Meine Gedichte 

 

von anais - veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten - Community: Sprechen durch Schreiben
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Wednesday, 17. november 2010 3 17 /11 /Nov. /2010 16:29

Vogelmiere-001.JPG

Vogelsternmiere (Stellaria media).

 

Nein, diesmal ist kein artisches Polstergewächs aus Lappland. Es ist die uns allen als Gartenunkraut bekannte Vogelmiere. Sie gehört, wie einige andere Mierenarten, zur Familie der Veilchengewächse (!). Und Veilchen sind essbar, nicht wahr?

Als ich heute vormittag durch den grauen, novemberlichen Garten ging, sah ich, dass sich die Vogelmiere auf größeren Flächen ganz schön breit gemacht hatte. Frisch grün ist ihr Blattwerk. Sie erinnerte mich sofort daran, dass meine Gartenfreunde im Sommer neben Blumen, Gemüse und Früchten vor allem mein überall allgegenwärtiges Unkraut "bewunderten". "Von der Vogelmiere kannst Du Salat, machen, hast Du das schon gewusst", fragten sie mich mit einem überlegenen Lächeln. Klar habe ich das gewusst! Aber ich dachte, das wäre ja wohl das Letzte, mir von diesem Hühnergemüse einen Salat zu machen!

Jetzt aber, wo es kaum noch etwas Frisches draußen in der freien Natur gibt, hatte ich plötzlich die fixe Idee, doch mal einen Salat zu probieren. Also schnitt ich drei größe Büschel aus der Erde. Achtete dabei genau, dass nicht die Gartenwolfsmilch dazwischen kam.

In der Küche wusch ich erst einmal alles fein säuberlich ab. Dann bekam ich das Grübeln: Wie mache ich das mit dem ganzen Gewirr an kleinen Zweiglein? Ich schnitt nur die blattreichen Zweigspitzen mit den Blütenknospen ab. Übrig blieb dann von den drei Büscheln nur ein knappes Drittel für den Salat. Folgendes Rezept habe ich ausprobiert:

 

Vogelmiere-Salat

- Triebspitzen der Miere

- Saft einer Limette

- eine mittlere weiße Zwiebel

- ein Teelöffel Honig

- einige Tropfen Chilliöl

- eine Prise Salz

- einen halben Esslöffel Olivenöl

- vier Esslöffel Wasser

- einen gelben Apfel.

 

Das vorbereitete Dressing habe ich gut verrührt. Dann habe ich Zwiebel und Apfel fein in Würfel geschnitten und ins Dressing gegeben. Anschließend wurde die Vogelmiere darunter gehoben. Das Salat war fertig. Ich war erstaunt, wie erfrischend und leicht nussig die Vogelmiere mit der süßsauren Note schmeckt! Von den Gartenunkräutern neben der Brennessel nicht das Schlechteste, die kleine Vogelmiere!

Und deshalb meine neue Devise: Was den Hühnern gut tut, ist auch für den Menschen gut.

 

Vogelmiere-002.JPG

 

 

von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte - Community: Natur und Wissenschaft
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Tuesday, 16. november 2010 2 16 /11 /Nov. /2010 10:03

Buchenwinkel-003.JPG 

 

An den letzen lauen Novembertagen bin ich mit dem Fahrrad zum Buchenwinkel gefahren. Diese Landspitze ragt in den südlichen Teil des Großen Lychensees hinein. Einstmals standen hier sehr alte, kräftige Buchen. Im Frühling, wenn das Maigrün der Blätter im Sonnenlicht erstrahlt, ist es auch heute noch hier sehr schön. In früheren Zeiten, als der Wald geordnet aussah, wuchsen selbst hier an der Spitze des Buchenwinkels an morastigen Stellen Wildorchideen, wie das Bleiche Waldvögelein und weiße Buschwindröschen. Der trockene Hang war übersät von blauen Leberblümchen.

Wildorchideen, wie das Bleiche und das Rote Waldvögelein, die Grünliche Waldhyazinthe, das Netzblatt, der Breitblättrige Sitter und das Große Zweiblatt bilden etwas weiter südlich auf dem Buchenwinkel, angrenzend an den Mellensee, von der Naturparkverwaltung geschützte Bestände.

Hier, an meinem liebsten Platz. sieht es aus wie im Urwald. Als im Sommer 2003 ein gewaltiger Sturm über den See fegte, riss er einige der flachwurzelnden Baumriesen aus dem Boden. Sie stürzten über- und durcheinander und sind sich seit jener Zeit ihrem Schicksal überlassen. Der Ort hat etwas Wildromantisches und wird auch weiterhin so bleiben. Schaut der Naturfreund auf die gewaltigen, frei liegenden Wurzelscheiben, so sieht er, dass der Untergrund aus starken Schichten von Muschelkalkablagerungen besteht. Die Lychener haben sich in früheren Jahrhunderten den Naturkalk für den Bau ihrer Häuser geholt. Alte Gruben findet man noch heute unter dem abgefallenen Laub. Einige Fotos mögen die schöne Natur veranschaulichen:

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Buchenwinkel 004

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von anais - veröffentlicht in: Wanderungen - Natur und Baukunst - Community: Natur und Wissenschaft
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Monday, 15. november 2010 1 15 /11 /Nov. /2010 16:47

 

Orchideen-001.JPG

 

"Liebliche Malaienblume", so nennt der Orchideenzüchter Walter Richter diese Orchideenart in seinem 1956 im Neumann-Verlag Radebeul und Berlin herausgegebenem Buch "Blüten aus Tropenfernen". Sie ist heute in vielen gezüchteten Varianten im Handel erhältlich . Ich habe mir diese mittelgroße Hybride aus dem Baumarkt mitgebracht, weil mir das strahlende Weiß im Kontrast zur roten Lippe so sehr gefallen hat.

Die Wissenschaft gab dieser Orchideenart den Namen "Phalaenopsis", abgeleitet von den griechischen Wörtern "phalaia" = "Nachtfalter" und "opsis" = "Aussehen". Und tatsächlich ähnelt die Blütenform einem Falter. Schwungvoll sind die Linien der Petalen, voll und rund. Sichelförmig schmal die Sepalen im unteren Teil der Blüte.

Die Heimat der Stammformen sind die feuchtwarmen Gebiete des indo-malaischen Raums. Eine sehr lange blühende Orchidee. Bei richtiger Pflege treibt sie wieder ihre Blütenstengel aus. Ich hatte eine hoch wachsende rosa Phalaenopsis vor zwei Jahren geschenkt bekommen. Im vergangenen Jahr trieb sie keine Blüte. In diesem Jahr habe ich sie über Sommer bis Anfang Herbst im Freien an einem halbschattigen Platz gehalten. Ich musste allerdings sehr acht geben und sie vor Schneckenfraß schützen, denn wahrscheinlich sind die dickfleischigen Blätter für die Schnecken eine Delikatesse. Jetzt treibt die rosa Form im Zimmer einen Blütenstiel. Und weil er wohl wieder so groß wird, werde ich noch lange warten, bis die Orchidee blüht. Dafür hält aber der Flor dann drei Monate an.

 

Mit diesem Blütengruß möchte ich allen meinen Freunden und Besuchern eine gute Woche wünschen!

von anais - veröffentlicht in: Grüße zur Woche - Community: Geschichten, Gedanken, Gefühle
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