Vom Bauerndenkmal zur Stiftung César Manrique

Veröffentlicht auf von anais

Vom Bauerndenkmal zur Stiftung César Manrique

Möchte der Besucher auf Lanzarote etwas über das Leben und Wirken des Künstlers César Manrique erfahren, so bieten ihm mehrere einheimische Tourismus-Agenturen geführte, spezielle Bustouren an. Wir haben dieses Angebot genutzt und sind zuerst zum Mittelpunkt der Insel gefahren. Am Kreisverkehr vor der Ortschaft Mozaga erhebt sich das strahlend weiße Bauerndenkmal, eines der großen Werke César Manriques. Errichtet wurde es Ende der 1960er Jahre, um auf die wachsenden Existenzprobleme der Bauern aufmerksam zu machen. Der Künster gestaltete es aus Wassertanks alter Fischerboote und Fischtonnen zu einem kubistisch aussehenden Kunstwerk. Den Bauern von Lanzarote, so berichtete der Reiseführer, soll es nicht so sehr gefallen haben, weil es zu abstrakt ist.

Ich habe bei der Aufnahme des Videos nach den drei symbolischen Tieren gesucht, die für die Bauern wichtig sind: die Ziege, das Dromedar und der Esel.

Auf der Insel stehen an den Straßen bisweilen sehr schöne Windspiele, die César Manrique geschaffen hat. Sein Lebenswerk wurde bestimmt vom Zusammenspiel von Natur und Kunst. So hat er Grotten wie Los Jameos und Lavablasen zugänglich gemacht und diese künstlerisch ausgestaltet. Diesem tiefen Sinn seines Wirkens widmet sich die Stiftung "Fundación César Manrique", die wir anschließend besucht haben.

Zuvor noch kurz einige Worte zu seinem Leben: 1919 wurde er in der Hauptstadt Arrecife geboren. Nach ersten Ausstellungen zieht es ihn 1945 nach Madrid. In der spanischen Hauptstadt entdeckt er die abstrakte Malerei für sich und wird rasch bekannt. Zu seinem Freundeskreis zählte u. a. auch Picasso. Ab 1965 folgen drei Jahre USA-Aufenthalt. Als ab 1968 der Tourismus auf Lanzarote eine wachsende Rolle zu spielen begann, kehrte Manrique zurück, um sich künstlerisch am Aufbruch seiner Heimat in die Moderne zu beteiligen. Er wird zum Verfechter einer gesunden Umwelt. Betonexzesse auf anderen Kanareninseln lassen ihn vehement gegen die Bauwut zu Felde ziehen. Er setzt sich dafür ein, dass das Bild seiner Heimat durch die Förderung der traditionellen Architektur erhalten bleibt. Nach dem Bau eines Hotelhochhauses in Arrecife setzt er durch, dass auf Lanzarote keine weiteren Hochbauten mehr errichtet werden dürfen. César Manrique war ein Multitalent. Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Designer, Autor und Umweltschützer und wurde so zum berühmtesten Sohn von Lanzarote.

1992 stirbt César Manrique durch einen Autounfall in der Nähe seines Wohnhauses bei Tahiche.

Die nach ihm benannte Stiftung "Fundación César Manrique" hält sein Lebenswerk wach. Ausstellungen und Workshops beschäftigen sich mit einem weiten Themenspektrum, dass von Kunst und Architektur über Globalisation und Immigration bis zu Umwelt- und Naturschutz reicht.

In Manriques Wohnhäusern in Tahiche und Haria unterhält die Stiftung Museen.

Wi sind zu dem ehemaligen Wohnhaus nach Tahiche gefahren, das sich der Künstler über und in Lavablasen errichtet hat. Nach seiner Rückkehr entdeckte er unter dem Lavafeld die versteckten Höhlen, als er sah, dass Feigenbäume mit ihren Spitzen aus dem Untergrund herausragten.

Auf fünf Lavablasen ließ er das oberirdische Gebäude errichten. iIm oberen Haus waren früher Wohnzimmer, Küche, ein weiter Aufenthaltsraum, der Saal "Espacios", ein Gästezimmer, sein Schlafzimmer und ein großes Badezimmer mit Grünflächen untergebracht.

In den fünf unterirdischen Lavablasen, die durch Gänge und Treppen miteinander verbunden sind, befindet sich auch ein Erholungsbereich mit Schwimmbecken und prächtiger Vegetation. im letzten Raum, in der Nähe des Ausgangs, befand sich früher das Atelier des Künstlers.

In verschiedenen Räumen sind Ausstellungen untergebracht wie z. . ein Teil der Sammlung mit Werken von Picasso, Tapies, Miró, Chillida, W. Lam.

Dieser Tag war vielleicht der schönste und interessanteste für mich auf Lanzarote.

Petit résumé en francais: "Du Monument au Paysan à la Fondation Cèsar Manrique"

Cèsar Manrique, né en 1919 à Arrecife, est le fils le plus fameux de Lanzarote. Pendant sa vie il était sculpteur, peintre arquitecte, designer,autor et écoligiste. Le Principe intellectuel et artistique, défendu par lui, était l'harmonie entre la nature et les arts. Dès 1945 Manrique vivait à Madrid oú il se dedicait a la penture abstracte. À partir de 1965 il vivait trois années à New York. Retourné à son île en 1968, César Manrique participait activement comme artiste à la transition de Lanzarote au moderne. Comme défenseur d' un environt sain il obtenait l' interdiction de la construction des hauts buildings dans l'île.

L'oeuvre, peut-être le plus fameux c'est le Monument au Paysant au centre de l'île composé par des barils de poissons et des tanks des cotres de pêche. Manrique dédicait le monument aux paysants et leur lutte d' existence.

En 1992, il mourit par un accident d' auto près de sa maison à Tahiche.

Dans l' île il était en possession de deux domiciles dans lesquelles aujourd' hui se trouvent deux musées et la Fondation Cèsar Manrique

Nous visitions la maison de Tahiche construite sur la terre et au-dessous de la terre dans 5 cavités de lave. À Tahiche se trouve aussi la Fondation.

Cette journée était peut-être la plus belle pour moi à Lanzarote.

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REinloft 03/03/2016 13:51

Faszinierend, Joachim, in der Tat! Mir gefällt das Denkmal, man braucht Fantasie, aber es hat was einzigartig Schönes! Und dann sein Haus! Verstehe ich das recht, das die Grotten zum Haus gehören? Und dass er in diesen wundersamen Räumen gelebt hat? Danke für die Einführung, ich hatte noch nie von diesem Künstler gehört.
Beste Grüße noch immer aus Benicàssim (morgen fahren wir zurück)
RE

anais 03/04/2016 16:05

Hallo RE,
die Grotten gehören zum Haus. Der Künstler hat dort bestimmt angeregte Gespräche mit seinen Freunden geführt.
Ich kannte den Künstler vorher auch nicht. Er hat mir aber mit seinen Werken imponiert.
Gruß
Joachim

Katharina vom Tanneneck 02/28/2016 20:06

Hallo Joachim,
mir haben auch nicht alle Kunstwerke von Cèsar Manrique gefallen aber ich fand es sehr gut, wie er sich für die Umwelt, der Insel und der Bauwerke eingesetzt hat. Das Hochhaus in Arrecife ist hässlich und so verstehe ich ihn, dass er mit daran gearbeitet hat, Bauwerke nicht höher als 5 Stockwerke zu bauen. Bauwerke, von ihm geschaffen sind aber einmalig.
Liebe Grüße, Katharina

anais 02/29/2016 17:08

Hallo Katharina,
ich habe mir mal einige Gemälde angeschaut. Sie sind abstrakt. Er hat sie manchmal auf dem Fußboden gemalt. Aber seine Designer-Entwürfe fand ich sehr gut.
LG Joachim

Archi 02/28/2016 14:24

Hi Joachim

Vielen Dank für deine Erklärung.
Das Video ist gut so, wie es ist :-)

einen schönen Sonntag
lg Uli

anais 02/29/2016 17:05

Danke! O.k. Ich wünsche Euch eine gute Woche!
LG Joachim

Nell 02/27/2016 20:20

Bonsoir Joachim, Très intéressant que la maison de Tahiche. L'intérieur est très élégant, l'extérieur aussi d'ailleurs. Il devait y faire très bon à l'intérieur. L'été doit-être plus supportable car il doit faire très chaud sur l'île. Belle et douce soirée et merveilleux dimanche à vous et toute mon amitié.

anais 02/28/2016 09:30

Bonjour Nell,
l' intérieur de la maison de Tahiche et décoré avec un mobilier nouveau. On ne voit pas beaucoup de meubles de César Manrique.
Je croi que' en été Il y fait trop chaud surtout dans le régions protégées contre le vent.
À bientôt!
Avec mes Amitiés!
Joachim

Archi 02/27/2016 19:25

Guten Abend Joachim

Was für ein nettes Eingangs-Höschen :-)

Ich kann das Abstrakte an Gebilden leider nicht erkennen, darum nicht Tierformen finden, aber das strahlende Weiß finde ich faszinierend.
Durch die Vulkanasche müsste doch auch alles angegraut sein, oder ?

Das mit den symbolischen Weinanpflanzungen habe ich leider nicht verstanden.

[ Ich sehe gerade, dass du an deinem Video noch veränderst. Ich freue mich, wenn es fertig ist *hüpf* ]

Bis dahin alles Liebe
Uli

anais 02/28/2016 09:15

Guten Morgen Uli,
ja, das Eingangs-Höschen ist chic. Die Vulkanasche ist zur Erde geworden. Ich habe nicht erlebt, dass sie bei Wind aufgewirbelt wird. Im Gegenteil. Ich hatte das Empfinden, dass die Luft sehr rein ist, Meeresluft. Diese Halbkreise aus Stein schützen die Weinreben auf den ausgedehnten Weinfeldern gegen starken Wind. Vor dem Denkmal sind sie nur Dekoration. Da stehen keine Reben drin. Das Video ist schon fertig. Es bleibt so, wie es ist.
LG Joachim