Auf dem Sockel

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Auf dem Sockel

Zu diesen "Tagen der Offenen Ateliers" hatte die Malerin Vera von Wilcken nicht ihre Malerei im Studio Hagen in der Stargarder Straße ausgestellt. Sie hatte eine besondere Aktion ins Leben gerufen, an der jeder teilnehmen konnte, wenn er es wünschte.

Erinnert wurde mit dieser Aktion an den französisch-amerikanischen Maler und Objektkünstler Marcel Duchamp. Er zählt zu den Wegbereitern des Dadaismus und Surrealismus. Duchamp vertrat die Meinung, dass bereits die Auswahl eines Gegenstands ein künstlerisches Werk wäre.

Vor hundert Jahren, 1917, stellte Marcel Duchamp ein Urinal auf einen Sockel und erklärte dieses Objekt zur Kunst. Dazu sagte er, er habe den Gegenstand ausgesucht, der die geringsten Chancen hatte, geschätzt zu werden. "Denn die Gefahr ist der künstlerische Genuss. Aber die Leute schlucken alles."Mit diesem Ready-made "La Fontaine" verursachte Duchamp einen Kunstskandal, der ihn weltberühmt machte.

Zum 100. Jahrestag wurden deshalb vier leere Sockel in die Galerie Praxis Hagen gestellt. Jeder Besucher hatte die Möglichkeit, etwas auf einem Sockel zu postieren und damit sein Objekt zur Kunst zu erklären. Als ich die Galerie am Sonntag besuchte, hatten sich bereits viele an der Aktion beteiligt. Die erklärten Kunstobjekte wurden fotografisch festgehalten und an den Wänden ausgestellt.

Ich wusste zuerst nicht, was ich machen sollte. Dann sah ich auf meine 10-Euro-Armbanduhr, nahm sie vom Arm ab und legte sie auf einen Sockel. Ich gab meinem Kunstobjekt den Titel "Zeit muss nicht immer teuer sein".

Eine gelungene Aktion, die zur Suche nach Information und Bildung inspiriert.

Sur le piédestal

Ces « Jours des Ateliers Ouverts » le peintre Vera von Wilcken n'a pas exposé ses peintures dans la galerie Studion Hagen. Elle avait lancé une campagne spéciale à la vie dans laquelle tout le monde pouvait participer s'il voulait.

Cette action a eu lieu pour rappeler le peintre et artiste d' objet français-américain Marcel Duchamp. Il est l'un des pionniers du dadaïsme et du surréalisme. Duchamp est d'avis que même la sélection d'un élément serait une œuvre d'art.

Il y a cent ans, en 1917, Marcel Duchamp a mis un urinoir sur un piédestal et a déclaré l'objet d'art. Pour cela, il a dit qu'il avait choisi le sujet qui avait la moindre chance d'être apprécié. « Le danger est la jouissance artistique. Mais les gens avalent tout. » Avec ce ready-made « La Fontaine » Duchamp a provoqué un scandal d'art qui l'a rendu célèbre au monde.

Par conséquent, pour le 100e anniversaire quatre piédestaux vides ont été placés dans la galerie Praxis Hagen. Chaque visiteur a eu l'occasion de poster quelque chose sur un piédestal et donc de déclarer  son objet d'art. Lorsque je me suis rendu à la galerie le dimanche, déjà beaucoup de gens avaient participé à la campagne. Les objets d'art déclarés ont été photographiquement enregistrés et affichés sur les murs.

Je ne savais pas d'abord ce qu'il faut faire. Puis je regardais mon 10 euro montre Je l' a pris du bras et mis sur un piédestal. J'ai appelé mon objet d'art «le temps ne doit pas toujours être coûteux. »

Une action réussie qui a inspiré la recherche d'information et d'éducation.

 

Auf dem Sockel
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Veröffentlicht in Kunst von Profis und Laien

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Archi 05/10/2017 10:04

Hi Joachim

Das ist vollkommen richtig, wie du das erklärt hast :-)

lg Uli

Archi 05/09/2017 20:34

Guten Abend Joachim

Deine Eklärung : "Oh, meine teure Zeit!" sagt nur derjenige, der ständig am Tun ist, nicht selten, um seinen Ego zu befriedigen.

Daran dachte ich noch gar nicht, weil ich kaum reale Kontakte habe. Wenn jemand ständig jammert mag ich auch nicht zuhören, weil erfahrungsgemäß die Jenigen jammern, denen es wirklich gut geht, aber in ihren Augen noch nicht gut genug haben *staun*

Meine Bedürfnisse sind eher bescheiden. Ich habe Alles und Nichts gehabt.
Bei Alles kamen nur Jammerer, die mich anbettelten. Bei Nichts waren selbst die virtuellen Kontakte weg.
Jetzt im Normalstatus kann ich nach beiden Seiten sehen, beurteilen und mich wohl fühlen.

Zufriedenheit hängt nicht von Geld und Zeit ab. Zufriedenheit ist im Innern verankert.

Alles Gute zur Nacht, lieber Joachim

lg Uli

anais 05/10/2017 08:51

Guten Morgen Uli,
das sind gute Gedanken, die Du hier aufgeschrieben hast. Ich denke, Zeit bekommt immer ihren Wert durch das konkrete Tun. Bereite ich z. B. ein feudales Mittagessen für mich und eingeladene Gäste vor in der Zeit von zwei Stunden, so wird mir die Zeit teuer, wenn ich alles schaffen will. Gehe ich dagegen für zwei Stunden mit meinen Gästen in ein Restaurant zum Essen, ist die Zeit eigentlich nicht so wichtig, oder?
LG Joachim

Marina 05/09/2017 15:22

Hallo Joachim,

irgendwie wurde mein laaanger Kommentar nicht versandt, auch das gibts. Ein Blick auf Ihre Uhr ermahnt mich, weiter zu arbeiten :-))

Deshalb nur ein, zwei Gedanken dazu: Ideales Brainstorming, wer es mag. Und ich habe die wunderbaren Bilder vermisst.

Viele Grüße nach Lychen und alles Gute wünscht Ihnen Marina

anais 05/09/2017 17:30

Hallo Marina,
die Malerin wird ihre Bilder sicherlich wieder im November zum Roten Faden zeigen. Ansonsten ist die Galerie über Sommer geöffnet, denke ich.
Beste Grüße
Joachim

virjaja 05/09/2017 11:33

une idée amusante! qu'est ce que l'art finalement... bisous Joachim. cathy

anais 05/09/2017 17:28

Merci Cathy!
Bon après-midi!
Bisous.
Joachim

Katharina vom Tanneneck 05/09/2017 11:06

Guten Morgen Joachim,
ich habe gestern Abend schon Deinen Artikel gelesen und darüber nachgedacht. Was heutzutage alles als Kunst deklariert wird ist unglaublich und liegt im Auge des Betrachters.
Bei Deiner Uhr wäre wohl - Uhrzeit muss nicht teuer sein - besser gewählt und sicher hast Du das auch gemeint. Im Grunde ist Zeit eines der kostbarsten Dinge im Leben.
Liebe Grüße,
Katharina

anais 05/09/2017 17:24

Hallo Katharina,
Duchamp wollte wohl mit seinen aktionen zum Ausdruck bringen, dass Kunst nicht erst durch Vermarktung und Mäzene den offiziellen Stempel der Kunst bekommt, wie das schon damals aber besonders heute üblich ist. Meine Uhr auf dem Sockel war in diesem Moment schon etwas Besonderes, sie war exponiert. normalerweise hat sie diesen Platz nicht. Kunst hat für mich auch immer den Charakter der Einmaligkeit. "Uhrzeit muss nicht teuer sein" hätte ich das auch nennen können. Zum menschlichen Begriff Zeit habe ich ein paar meiner Gedanken in der Antwort auf Ulis Kommentar geschrieben. So habe ich das mit der Zeit gemeint.
LG Joachim