Die Geschichte meines Feldrittersporns

Veröffentlicht auf von anais

Die Geschichte meines Feldrittersporns

Der Feldrittersporn ist eine Ackerpflanze, weniger eine Gartenpflanze. In Zeiten, als die Bauern noch umweltfreundlich wirtschafteten, sah man das leuchtende Blau seiner Blüten häufig am Rande der Kornfelder. Heute findet man ihn nur noch selten. Ihn ereilte das gleiche  Schicksal wie so vieler empfindlicher Wildgewächse.

In den 1960er Jahren aber waren die Felder wenig oder gar nicht mit Giften belastet. So gedieh auch der Feldrittersporn jedes Jahr wieder von neuem. Einige Samen schafften es bis ins geerntete Korn und überwinterten in vollen Getreidesäcken mit der Erwartung, irgendwo wieder auf fruchtbare Erde zu fallen und zu keimen. Dieses Glück hatten auch einmal mindestens drei Samen vor vielen, vielleicht 60 Jahren im Hühnergehege meiner Mutter. Als junger Bursche, aber noch Schüler der oberen Klassen, kündigte mir meine Mutter in bestimmten Zeitabständen jedesmal an, der Hühnerstall wäre zu reinigen und auszumisten. Am liebsten machte ich mich vormittags an diese Arbeit, wenn es noch nicht zu warm war. Hühnermist ist nämlich nichts für feine Nasen. Zuerst machte ich den Stall sauber. Ich nahm das Sitzgestell heraus, um anschließend mit einer breiten Hacke den guten Dung nach draußen zu ziehen. Dann harkte ich die Futterstelle sauber, wo Trinknapf und Futternapf standen. Das war leichter Arbeit. Anschließend stieg ich hinab in den umzäunten Auslauf, der sich auf dem unteren Bild mit dem Steingarten an der linken Seite befand. Mutter warf dort immer ein paar Hände voll Getreidekörner hinein, damit die Hühner ihre Beschäftigung hatten. Und einmal, vielleicht im März oder Anfang April, stoppte ich die Harke und schaute genauer auf die Erde. Dort standen doch tatsächlich einige kleine junge Pflanzen vom Feldrittersporn. Behutsam nahm ich sie heraus, legte sie in eine Schale, trug sie nach draußen zum Steingarten und pflanzte sie in die sandige Erde. Ich sah, dass die kleinen Pflanzen Pfahlwurzeln hatten und schwer einwachsen würden. Deshalb gab ich ihnen genügend Wasser. Ich beobachtete sie die nächsten Tage. Drei waren angewachsen und entwickelten sich zu kleinen Büschen, die bald in schönstem Blau blühten Sie streuten ihre reifen Samen wie auf dem Feld aus. Als Kaltkeimer tat ihnen der Winter gut. Im folgenden Sommer blühten viele Rittersporne. So geschah es Jahr für Jahr bis heute. Und jedesmal, wenn ich sie mir anschaue, denke ich zurück an den würzigen Duft im Hühnerstall.

L'Histoire de mon Delphinum de Champ

Le Delphinum de Champ est une plante de champ, moins une plante de jardin. À l'époque où les agriculteurs étaient toujours respectueux de l'environnement, le bleu vif des fleurs était souvent vu sur le bord des champs de céréales. Aujourd'hui, il est rarement trouvé. Il a subi le même sort que tant de plantes sauvages sensibles.

Dans les années 1960, cependant, les champs étaient peu ou pas contaminés par des toxines. Ainsi, le delphinum de champ a prospéré chaque année à nouveau. Certaines semences sont parvenues au grain récolté et ont hiverné dans des sacs de grains entiers dans l'espoir de tomber quelque part sur un sol fertile pour germer. Cette chance avaient eu au moins trois semences avant beaucoup, peut-être 60 ans dans le poullaier de ma mère. En tant que jeune garçon, mais encore étudiant des classes supérieures, ma mère m'annonçait de temps à autre que le poulailler devait être nettoyé. Je préférais à faire ce travail le matin, s'il ne faisait pas trop chaud. Le fumier de poulet n'a rien pour les nez fins. D'abord, j'ai nettoyé la grange. J'ai sorti le cadre du siège et j'ai sorti le bon fumier avec une large houe. Ensuite, j'ai nettoyé le lieu d'alimentation, où se trouvait le bol à boire et le bol à nourriture. C'était un travail facile. Puis je suis descendu dans l' enceinte, qui était sur la photo inférieure avec le jardin de rocaille sur le côté gauche. Ma mère a toujours jeté une poignée de grains pour garder les poulets occupés. Et une fois, peut-être en mars ou début d' avril, j'ai arrêté le râteau et regardé plus près de la terre. Il y avait en fait quelques petites jeunes plantes du delphinum de champ. Doucement, je les ai tous levés, les ai mis dans un bol pour les porter dehors au jardin de rocaille, et  planter dans le sol sablonneux. J'ai vu que les petites plantes avaient des racines pivotantes et étaient difficiles à cultiver. C'est pourquoi je leur ai donné assez d'eau. Je l'ai regardée les jours suivants. Trois avaient poussé et se sont développés en petits buissons, qui se sont rapidement épanouis dans le plus beau bleu et ont semé leurs graines mûres comme dans les champs. Comme un germe froid, l'hiver leur a fait du bien. L'été suivant, de nombreux delpinums ont fleuri. C'est ce qui s'est passé année après année jusqu'à aujourd'hui. Et chaque fois que je les regarde, je repense à l'odeur épicée du poulailler.

Die Geschichte meines Feldrittersporns
Die Geschichte meines Feldrittersporns
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

Archi 07/02/2018 19:37

Guten Abend lieber Joachim

Du hast in Kinderjahren, aus nur drei Samen Feldrittersporn, eigentlich antike Pflänzchen heran gezogen und am Leben behalten können. Das ist eine Leistung, die sicher noch besser ist, als irgendein höherer Schulabschluss.
Manchmal weiß ich wirklich nicht, was ich noch schreiben könnte als dir zu danken, dass du versuchst jedes Pflänzchen in Sicherheit zu verwahren.
Deine Beiträge machen mich gleichfalls oft sehr traurig, denn es erscheint mir so unendlich müde darauf hinzuweisen, dass du versuchst ein ganzes, dein ganzes Leben in Worten festzuhalten.
Nein, es ist nicht sinnlos, sondern für alle Leser eine Erfahrung, was man tun kann um seine positiven Erinnerungen zu bewahren und mitzunehmen in ein neues Denkerreich.
Ich denke sehr gerne an meine Kindheit, und du gibst allen die Kraft es genau so wollen zu dürfen.
Vielen lieben Dank Joachim.

( Das untere Bild ist Phlox, oder ? )

liebe Grüße Uli

anais 07/03/2018 16:41

Hallo Uli,
herzlichen Dank für Deinen emotionsreichen Kommentar. Pflanzen über lange Jahre zu erhalten ist so ähnlich wie Tiere lange Jahre zu pflegen. Immer sind Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen erforderlich. Das untere Bild zeigt meinen größten Phlox.
LG Joachim

Katharina vom Tanneneck 07/02/2018 16:38

Hallo Joachim,
das ist eine schöne Erzählung aus Deiner Jugendzeit, danke dafür. Durch die vielen Pestizide werden so manche Wildkräuter vernichtet. Wir haben auf unserem Grundstück einen kleinen Hügel, da darf wachsen, was wachsen will. Es sieht manchmal sehr schön aus in seiner bunten Vielfalt. Nicht nur Insekten erfreut es, auch manchen Spaziergänger erfreut dieser farbige Anblick.
Liebe Grüße,
Katharina

anais 07/03/2018 16:44

Hallo Katharina,
das finde ich sehr gut, dass Ihr auf dem kleinen Hügel Wildwuchs gestattet. Da freuen sich vor allem die Insekten und schön bunt sieht es für Euch als Naturfreunde aus. Vielen Dank für Deinen Kommentar.
LG Joachim