Thursday, 10. november 2011 4 10 /11 /Nov. /2011 09:43

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Anfang der 1950er Jahre stand als eines der ersten Geschäfte die Drogerie Wasmund wieder an ihrem alten Platz am Markt. Das frühere stattliche Bürgerhaus war im Krieg ein Opfer der Flammen geworden. Konrad Wasmund baute hinter den Resten der Fassade, die im Erdgeschoss stehen geblieben waren, seine Verkaufsstelle auf. Ein Eingang und ein Schaufenster hinter grün gestrichener Fassade – das war alles.

Konny, wie er unter Freunden genannt wurde, hatte nicht nur Waschpulver und Seife im Angebot. Nein, bei ihm gab es fast alles, was man sich denken konnte. Darüber freuten sich die Lychener. Bei ihm kauften sie Farben und Pinsel, Kräutertee und Hustenbonbons, Franzbranntwein und Wischtücher, hier in der Gegend Scheuerlappen genannt.

Für uns Kinder hatte er meistens das begehrte Brausepulver mit Himbeer-, Orangen-, oder Waldmeistergeschmack, das wir uns genüsslich auf der Zunge zergehen ließen. Lutscher an Holzstielen standen auf dem Ladentisch und lose Bonbons, wenn er gerade welche bekommen hatte. Neu im Angebot waren eines Tages die kleinen, aus Glas geblasenen Flaschenteufelchen. Oft waren sie zweifarbig gestreift. Die Teufelchen taten wir in Brauseflaschen mit Klappverschluss, wie sie damals allgemein im Handel waren und heute wieder einige exquisite Biersorten enthalten. Wir füllten bis zum Rand Wasser auf, setzten uns nachmittags auf den Rasen am Straßenrand und ließen die Teufelchen Pirouetten tanzen.

Eigentlich war das ja mehr etwas für die Kleinen oder die Mädchen. Wir größeren Jungs kehrten bei Wasmund ein, wenn wir von der Schule den Angelberg herunter kommend in die Stadt hinein kamen, um zu sehen, ob er wieder mal Luftballons im Angebot hatte. Wenn er welche hatte, sahen sie genauso aus, wie das Brausepulver, rot, gelb, grün.

Und so taten es fröhliche Kinder wieder eines schönen Nachmittags. Wir hatten nicht das Glück, denn meine Clique war nicht dabei. Sie fragten also nach Luftballons. Konny Wasmund überlegte einen Augenblick, denn er wollte die Kinder nicht enttäuschen und sie ohne Ballons wegschicken, weil er gerade keine hatte. Da kam ihm eine glänzende Idee: Hatte doch die Firma Erich Kästner aus Dresden damals schon bald nach dem Krieg wieder Kondome hergestellt. Und die hatte seine Drogerie auf Lager.

Also verkaufte er den ungeduldig Wartenden einige lose Kondome mit der Bemerkung, diese Ballons wären stabiler und ließen sich viel größer aufblasen. Freudig zogen die Kinder nach Hause und probierten den Luftballonspaß. Am nächsten Tag wurde Konny Wasmund in den Rat der Stadt, Abt. Versorgungswirtschaft, zitiert. Die Angestellte tat ihm kund, Eltern hätten Beschwerde eingereicht, weil er Minderjährigen Präservative verkauft hätte. Konny gab das zu. Er wurde belehrt, erhielt eine Abmahnung und hatte eine Strafe zu zahlen.

Ob die betroffenen Eltern den Anlass nutzten, um ihre Sprösslinge über die richtige Verwendung der Gummis aufzuklären, bleibt dahin gestellt.

Diese Episode hat mir Konrad Wasmunds Sohn erzählt, der heute in Lychen die große Drogerie am Marktplatz in dritter Generation betreibt.

von anais - veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten - Community: Sprechen durch Schreiben
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Tuesday, 8. november 2011 2 08 /11 /Nov. /2011 14:47

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Am Sonntag hatten die Lychener, die Satire und Humor lieben, die Chance, an einer Buchlesung mit Ernst Röhl  im Sportbistro teilzunehmen. Ernst Röhl hat sich als Journalist mit seinen spritzigen Beiträgen in der Zeitschrift "Eulenspiegel" einen Namen gemacht. Im gleichnamigen Verlag hat er seine Bücher veröffentlicht.

Für den geringen Eintrittspreis von 5,00 Euro bin ich anderthalb Stunden lang auf meine Kosten gekommen. Eine Stunde zuvor gab es Kaffee, Kuchen und Torte. Hätte ich das gewusst, wäre ich dort schon um 14.00 Uhr eingetrudelt. So habe ich ab 15.00 Uhr bei der Lesung "im Trocknen" gesessen und trotz alledem feuchte Tränen gelacht. Ernst Röhl hat nämlich die deutsche Sprache unter die Lupe genommen. Ob im alltäglichen Umgangsdeutsch, in der Technik, in der Verwaltung, im Geschwafel der Politiker oder im Geschwurbel der TV-Prominenz - überall hat er feinste Leckerbissen herausgefischt, die man sich selber lieber nicht auf der Zunge zergehen lassen sollte.

Ich habe zum Schluss der Veranstaltung auf sein Buchangebot zugegriffen und das "Wörter-Buch der Heuchelsprache" für 10 Euro erstanden. Den Preis ist es allemal wert. Von A - Z findet der Leser im Mittelteil solche Begriffe wie Entsorgungspark, Fahrgeldhinterziehung, Gender-Mainstreaming,, Hüftgold, Inaugenscheinnahme, Kopfpauschale, Mouse-Potato (Fatzkenenglisch für den Stubenhocker, der seine Zeit vor dem Computer verbringt), Paradigmenwechsel, Rentenversicherungsnachhaltigkeitsgesetz mit Niveausicherungsklausel, Sendungsverfolgungsverfahren, Sozialschmarotzer, verbeamten, zielzentriert und viele andere. Alles eloquente Beweise dafür, was man aus der deutschen Sprache so alles drechseln kann, ab und zu mit anglizistischem Lackspray. 

Der handliche Band enthält eine Menge kurzer oder längerer Beiträge in Erzählform über Absurditäten des Deutschen, Gekurbeltes, Geschraubtes und Lächerliches. 

Hier ein kurzes Zitat aus dem Beitrag "Wörtliche Betäubung". aus dem der Autor u. a. vorgetragen hat: "Die deutsche Sprache ist voller Rätsel und Unwägbarkeiten. Der treibende Teil einer Maschine, eines Flugzeugs etwa, heißt nicht Treibwerk sondern Triebwerk. Das Gewächshaus des Gärtners dagegen, in dem die Triebe sich entfalten, heißt nicht Triebhaus, sondern Treibhaus. Triebhäuser gibt es auch, sie heißen aber nicht so. Die Null geht im Deutschen als Zahlwort durch. Faulenzen gilt als Tätigkeitswort, Schlappschwanz sogar als Kraftwort. Schwanger aber, obwohl es sich doch geradezu aufdrängt, ist als Umstandswort immer noch nicht zugelassen." 

Lassen wir uns also unser geliebtes Deutsch mit schärferem Verstand und Humor erleben!

 

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von anais - veröffentlicht in: Interessantes über Lychen und Umgebung - Community: Sprechen durch Schreiben
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Sunday, 6. november 2011 7 06 /11 /Nov. /2011 12:52

Herbst im Garten 004

 

                                              Herbst im Garten 005

                                            Herbst im Garten 003

                                            Herbst im Garten 006

 

Herbstastern, Biene Maja, Gräser, Bleiwurz,  Restmangold und ich, wir wünschen allen unseren Freunden  und Besuchern einen goldenen Herbstsonntag!

 

von anais - veröffentlicht in: Grüße zur Woche - Community: Sprechen durch Schreiben
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Saturday, 5. november 2011 6 05 /11 /Nov. /2011 09:40

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Als ersten kulinarischen Versuch habe ich Oca-Knollen als Beilage zu Minutensteaks gebraten. Eine mir ausreichend erscheinende Menge habe ich geputzt und gewaschen. Weil ich nicht wusste, wie schnell sie garen, habe ich den größten Teil der Knollen in Scheiben geschnitten. Einige habe ich ganz gelassen. Eine mittelgroße rote Küchenzwiebel und eine Knoblauchzehe wurden fein gehackt und dazu gegeben. Zum Braten habe ich Bio-Sonnenblumenöl verwendet. Den Oca habe ich leicht anbräunen lassen. Zwei Minutensteaks habe ich gesalzt, gepfeffert und kurz gebraten. Zum Abschluss wurde das schnelle Mittagessen mit Tomatenstückchen - fast die letzten aus dem Gewächshaus - und Gurkenscheiben garniert. Den gebratenen Ocas habe ich eine Scheibe Zitrone beigelegt, um den Geschmack beim Verspeisen zu verfeinern.

Das Oca-Essen hat gemundet. Sie lassen sich schnell braten -auch die ganzen Knollen - und ähneln geschmacklich den Bratkartoffeln.

Rezept  

-Oca-Knollen in beliebiger Menge

-1 rote Speisezwiebel

-1 Knoblauchzehe

-3 Esslöffel Bio-Sonnenblumenöl

-2 Minutensteaks

-Tomatenstückchen

-Gurkenscheiben

-1 Scheibe Zitrone

-Salz

-Pfeffer

 

Perilla-Stillleben-003.JPG

 

Guten Appetit!

 

von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte - Community: Natur und Wissenschaft
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Thursday, 3. november 2011 4 03 /11 /Nov. /2011 16:49

Perilla-Stillleben 002

                                                          Perilla-Tee mit Wucherblumen.

 

 

                                        Perilla-Tee

                                             Hier steht er auf dem Tisch,

                                             rot, würzig und ganz frisch.

                                             Gib einen Schuss Zitrone

                                             mit Zucker oder ohne.

                                         

                                             Wird Leib und Seel' Dir laben.

                                             Wirst Freude an ihm haben.

                                             Probier' ihn mal als Liebestrank

                                             zu Zweit auf einer Ofenbank!



                                             Er fehlt in Deinem Küchenschrank.

 

 

Link:  Fruchtiger und würziger Perilla-Tee



von anais - veröffentlicht in: Meine Gedichte - Community: Sprechen durch Schreiben
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