Thursday, 3. november 2011 4 03 /11 /Nov. /2011 14:59

In eigener Sache:

Nachdem die Lychener Grundstückseigentümer in diesem Jahr mit der Sanierungsumlage im Altstadtbereich finanziell in erheblichem Maße belastet worden waren, flatterte wenige Monate später der Bescheid des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung der Westuckermark (ZVWU) über die Erhebung eines Beitrags für den Bau der Abwasserleitung des Bereiches Fürstenberger Straße und Vogelgesangstraße ins Haus. Diese Gebühr wird jetzt von Altanliegern für die schon 1987 gebaute Kanalisation erhoben. Meinen Anschluss habe ich übrigens selber gelegt.

Dessen nicht genug, wurde dieser Tage auf einer Stadtverordnetenversammlung und in der Presse das nächste Projekt vorgestellt, mit dem die Bürger ordentlich zur Kasse gebeten werden sollen:

Der Vorsteher des ZVWU Bernd Riesner kündigte einen Neubau der Abwasserleitung an. Sie soll in der Vogelgesangstraße verlegt werden. Alle Häuser, die unter dem Leitungsniveau liegen – wahrscheinlich die meisten – müssten eigene Pumpen (ca. 10 000 Euro) installieren.

Das Projekt wird u. a. so begründet:

Die 1987 verlegte Abwasserleitung entspräche nicht mehr dem heutigen technischen Stand. Sie verlaufe durch private Grundstücke und sei deshalb für Wartungsarbeiten schwer zugänglich.

Dazu meine Auffassung, denn die Rohrleitung durchzieht auch mein Grundstück:

Die Abwasserleitung funktionierte in den ersten Jahren ohne sichtbare Zwischenfälle. Erst  bei starken Regenfällen vor einigen Jahren kam es zweimal kurz hintereinander zu Überschwemmungen in meinem Garten. Seither hat sich ein solches Ereignis nicht wiederholt. Ich nehme an, die Leistungsfähigkeit der Pumpstation wurde verstärkt. 

Um Zutritt zu meinem Grundstück wegen Wartungsarbeiten hat der ZVWU bisher noch nie gebeten, wofür ich allerdings jederzeit Verständnis hätte.

Weil die jetzige Abwasserleitung ihren Zweck erfüllt und das bei entsprechender Wartung und Pflege auch in Zukunft tun wird, sehe ich keinen Bedarf für eine kostenaufwendige Neuanlage, für welche die betroffenen Bürger wieder kräftig abgezockt werden sollen – wenn auch, wie geplant, nicht vor 2015.

Ich halte es für unzumutbar, die derzeit stark belasteten Anlieger mit einem solchen zusätzlichen Projekt in Existenzangst zu versetzen.

Als Rentenempfänger, der ich das Jahr 2015 noch erleben möchte, habe ich bis in das Jahr 2012 hinein 1822,40 Euro als Sanierungsabgabe an die Stadt Lychen und 819,70 Euro an den ZVWU für den Abwasseranschluss abzuzahlen.

Ich habe zwar zusätzliche Mieteinnahmen. Diese sind allerdings für den Erhalt der Wohnungen und als Rücklage für Reparaturarbeiten gedacht – etwas bessern sie auch mein Renteneinkommen auf – nicht aber für die Finanzierung kommunaler Projekte, deren Sinn fragwürdig ist.

In meinem bisherigen Leben habe ich immer gehofft und geglaubt, einen ruhigen und sorgenfreien Lebensabend im Haus meiner Eltern in meiner Heimatstadt verbringen zu können und mit Freude an ehrenamtlichen Aktivitäten für unser Gemeinwohl. Welche finanzielle Bürde aber auf mich zukommen soll, bereitet mir schlaflose Nächte und vergällt mir die Lust, mich weiterhin für die Stadt Lychen - nicht zuletzt auch über meinen Blog – zu engagieren.

Es sei denn, auf die Befindlichkeiten der Bürger werde in Zukunft von der Verwaltung der Stadt Rücksicht genommen und mir eines Tages vielleicht nicht gesagt: "Na, wennde nicht kannst, musste eben Dein Haus verkaufen."

 

Siehe auch "Haus Vogelgesang":link



 

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Saturday, 29. october 2011 6 29 /10 /Okt. /2011 17:10

Datura-001.JPG

Bei diesem herrlichen Herbstwetter habe ich mich gestern morgen auf's Fahrrad geschwungen und bin, mit Korb und Messer bewaffnet, in den Hohenlychener Buchenwald gefahren. Ich war mir sicher, dass ich noch Pfifferlinge finde. Selbst wenn sie schon längere Zeit im Moos stehen, bleiben sie frisch. Über das Ergebnis konnte ich mich freuen, denn der Korb war nach der Suche voll. In den letzten Monaten gab es in den Wäldern so viele Pfifferlinge wie kaum in den Jahren zuvor. Andere leckere Waldpilze wie z. B. Steinpilze und Maronen schienen sich in diesem Jahr etwas auszuruhen. Ich habe nur wenige gefunden. Ich habe die meisten Pfifferlinge geputzt aber ungewaschen eingefroren. Eine Schüssel voll, vielleicht ein Pfund, habe ich für einen Pilzsalat verwendet. 

Die Zubereitung ist einfach und geht schnell: Die sauber gereinigten und gewaschenen Pfifferlinge mittlerer und kleiner Größe wurden in Wasser mit etwas Salz gekocht, danach abgegossen und zum Abkühlen beiseite gestellt. Dann habe ich ein Dressing aus Zitronensaft, Zucker, Pfeffer, etwas Olivenöl und klein geschnittenen Zwiebeln vorbereitet. Eine halbe rote Gemüsepaprikaschote, in kleine Streifen geschnitten, sollte dem Salat etwas mehr Farbe für's Auge geben. Die Pfifferlinge wurden gut mit dem Dressing vermischt. Fertig war der Pfifferlingssalat als Zugabe zum heutigen Abendessen. 

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Friday, 28. october 2011 5 28 /10 /Okt. /2011 10:23

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Auf den letzten Zusammenkünften der Teilnehmer des Lychener Historienstammtischs wurde die Einrichtung einer Heimatstube diskutiert. Mitarbeiterinnen des Arbeitsfördervereins e. V., der für dieses Projekt verantwortlich zeichnet, unterbreiteten ihre Vorstellungen zu diesem Vorhaben.

Als Standort wird das Gebäude der ehemaligen Neuapostolischen Kirche in der Stabenstraße, Nähe Marktplatz, in engere Erwägung gezogen. An den Historienstammtisch ging die Bitte, Vorstellungen für die Gestaltung zu entwickeln.

Die erste Frage, die gestellt wurde, bezog sich auf die räumlichen Voraussetzungen. Das Haus, eigentlich nur ein größerer Raum, war vor dem Krieg eine kleine Heftzwecken-Fabrik. 1945 wurde es ein Opfer der Flammen. In späteren Jahren wurde es als Gotteshaus neu gestaltet. Z. ZT. steht es leer und ist im Winter nicht beheizbar. Durch die Stadtverwaltung müsste also baulich erst einmal etwas geschehen.

Zur inhaltlichen Ausgestaltung gab es viele Ideen, die allerdings alle kaum Platz finden können. Bis jetzt scheint der beste Vorschlag zu sein, das Wohnmilieu der Lychener Ackerbürger in vergangenen Jahrhunderten darzustellen. Im 19. Jahrhundert hatten die alten Häuser in der Küche Feuerherde mit einem Rauchfang und irdenes Geschirr. Ich finde diesen Gedanken sehr gut, das Problem wird nur sein, woher bekommen wir ein solch' altes Inventar. In den vergangenen Jahrzehnten wurden alte Sachen weggeworfen oder an Antiquitätenhändler verkauft. Sammlungen von Lychener Bürgern mögen heute in Privatbesitz sein. In der DDR-Zeit und zur Wende ist die Stadt Lychen nicht gerade sorgfältig mit Zeugnissen der Vergangenheit umgegangen. An manches erinnern sich die Lychener Senioren noch, aber keiner weiß, wo sich diese Gegenstände befinden. aber die verschiedensten Gerüchte sind im Umlauf.

Frau Geske, Mitarbeiterin des Arbeitsfördervereins, hat von ihrem Büro im Mehrgenerationenhaus  aus eine Suche gestartet. Sie bittet darum, dass sich Lychener und auswärtige Freunde unserer Stadt bei ihr melden, wenn sie altes Inventar, Geschirr oder Dokumente für die Heimatstube zur Verfügung stellen wollen - sei es auch nur als Leihgabe.

Falls der eine oder andere Leser meines Blogs etwas Interessantes besitzt, würden wir uns freuen, wenn er es für die zukünftige Heimatstube abgibt.

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Monday, 24. october 2011 1 24 /10 /Okt. /2011 20:21

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Heute gings nicht hoch hinaus sondern tief hinab in das Erdreich. Ich habe den Knollen-Sauerklee geerntet. 7 Brutknollen hatte ich im Frühjahr durch Tausch von einem Hobbygärtner erhalten. Die Jungpflanzen wie Yacon im Gewächshaus vorgezogen und auf einem Beet mit lockerer, sandiger Erde im Mai ausgepflanzt. Dieser halbsukkulente Sauerklee hat sich über den Sommer zu einem großen, grünen Teppich ausgebreitet. Ich hatte die Pflanzen wie Kartoffeln angehäufelt und später über die Ranken zusätzlich Erde geworfen. Die Kollenbildung setzt erst spät bei Tag und Nachtgleiche an.

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 Oca-Ernte 003

Ich hatte mir vorgenommen, mit der Ernte bis Ende Oktober zu warten. Die rötlichen Knollen sind zwar nicht sehr groß - wahrscheinlich werden sie auch nicht viel größer - aber dafür hingen sehr viele an den Ranken und den Wurzelballen. So erntete ich von den 7 Pflanzen fast einen Spankorb voll. In der nächsten Zeit gilt es auszuprobieren, wie sie zubereitet und verzehrt werden können. Einen Teil der Kleinen werde ich als Brutknollen für das kommende Frühjahr zurückbehalten.

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Oca ist ein traditionelles Gemüse in den südamerikanischen Andenländern. Es wird aber auch in anderen Gebieten, z. B. in Neuseeland angebaut. In Lateinamerika heißt es je nach Region Oca, Apilla, Apina, Hibia und in Neuseeland und Polynesien einfach Yam. wobei wir etwas anderes unter der Bezeichnung Yam-Wurzel kennen.

Das Gemüse ist einjährig und hat eine lange Vegetationszeit. Verwertet werden die Kollen gekocht, gebraten und geröstet. Die jungen Triebe dienen als Frischgemüse, ebenso die Blätter.  In Südamerika sind sie Teil der Suppen. In Mexiko werden die Knollen roh mit Salz, Zitrone und Pfeffer gegessen. Der Geschmack ist säuerlich würzig. Setzt man die geernteten Knollen eine Zeit lang dem Sonnenlicht aus, sollen sie leicht süß werden. Dabei geht wohl auch zugleich der Oxalsäure-Gehalt zurück, wobei in der Knolle weniger Oxalsäure enthalten ist als in den Ranken und Blättern.

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Oca enthält Protein, Kohlenhydrate, Calcium, Phosphor und reichlich Vitamin C. Für Menschen mit Nierenleiden ist das Gemüse nicht zu empfehlen.

Trocken in Sand gelegt, sollen die Knollen bis März haltbar sein.

Als "Konkurrenz" zur Kartoffel wurde Oca 1830 in Europa eingeführt. Hat sich aber nicht als verbreitetes Gemüse durchgesetzt. 

von anais - veröffentlicht in: Interessantes über Lychen und Umgebung - Community: Natur und Wissenschaft
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Thursday, 20. october 2011 4 20 /10 /Okt. /2011 18:13

Stammtischglocke-002.jpg

Nicht immer sind die Lychener Mandolinenspielerinnen so bequem und komfortabel in ihren Pkws zu den Auftritten gefahren, wie sie es heute tun. Erika Bondzio, Leiterin der Mandolinengruppe, erinnert sich an frühere Zeiten, als die Fahrten nicht selten abenteuerlich waren. Einige Episoden hat sie als eigene Erlebnisse auf dem Historienstammtisch zum Besten gegeben. Eine davon ist diese: 

Vor 60 Jahren, ich war damals 30 Jahre, jung und hübsch, spielte ich im großen Mandolinenorchester des FDGB unter der Leitung des Lychener Musikers und Komponisten Paul Grams mit. Für unsere Einsätze stellten uns örtliche Betriebe Lastkraftwagen zur Verfügung.  

Da saßen wir manchmal bei Wind und Wetter auf den Holzbänken. War der Lkw mit einer Plane überdacht, ging es ganz gut. Saßen wir aber unbedacht dort oben, konnten wir froh sein wenn es nicht regnete.

Eines Nachmittags fuhren wir in das Dorf Haßleben, ca. 30 km von Lychen entfernt, um für die Jugend zum Tanz aufzuspielen. Wir fuhren auf einem Planlastwagen dorthin und wollten morgens um 2.00 Uhr wieder zurück sein. Der Kraftfahrer, Herr Renger, trug eine Augenklappe. Auf der Rückfahrt hatte er plötzlich einen Platten, eine Reifenpanne. Er suchte nach seinem Werkzeugkasten. Er fand ihn nicht. Es war schon Oktober und ziemlich kalt. Weil wir so froren, krochen wir um 3.00 Uhr unter eine Strohmiete auf dem Feld. Na, da hatten wir einigermaßen warm gelegen.

Bei Morgenlicht, um 6.30 Uhr, hatten wir die zweite Reifenpanne. Während der Wartezeit hatten wir am Straßenrand Äpfel geklaut.

Die dritte Reifenpanne geschah in Hardenbeck, vielleicht 10 km vor Lychen. Wieder mussten wir warten. Wir gaben ein Morgenkonzert auf der Kirchenmauer. Gerade dort, in einem Haus, war ein alter Herr an diesem Tag 80 Jahre alt geworden. Er hatte sich so gefreut: 'Sowas ist mir in meinem Leben noch nicht passiert. Ich kriege ein Ständchen!'

Bald kam ein anderer Wagen, der uns nun wirklich nach Hause fahren sollte. Aber der hatte die vierte Reifenpanne bei Schreibermühle, kurz vor Lychen.“

Zur Reifenpanne siehe auch: Eine vernagelte Tour!

 

von anais - veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten - Community: Sprechen durch Schreiben
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