Samstag, 6. februar 2010
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09:43
Um die schneeweißen, kalten Wintertage ein wenig in meinen Gedanken zu verdrängen, habe ich mich an die warmen, stimmungsvollen
Sommerabende am Ufer meines Gartens erinnert, der an dem Lychener Stadtsee liegt. Spätabends liegt er ruhig ohne lärmende, vorübersausende Motorboote da, und der Betrachter hat ihn ganz für sich
allein. Manchmal ziehen Paddler oder Kanuten ihre Bahnen durch das Wasser. Hier und dort ein Angler im Kahn oder am Ufer sitzend. Eigentlich wollte ich meinen Hausangler auf den Steg setzen oder
Wasserwanderer in den Hintergrund malen. Selbst an den schwarzen Kater Pilli habe ich gedacht, denn der liegt sehr gerne auf dem Steg und beobachtet die leiseste Bewegung. Freunde, vor allem unsere
Musikerin Erika Bondzio, haben mir abgeraten: "Nein! Lass' den See in seiner abendlichen Ruhe ganz für sich allein."
Also habe ich die Hinweise beachtet und ihn mit Ölfarben auf Leinwand in seiner abendlichen Stille gemalt. Voller Sehnsucht warte ich auf die warmen Sommertage, um vor der Nachtruhe noch ein
erfrischendes Bad zu nehmen und weit in die Abendröte hinein zu schwimmen.
von anais
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Mittwoch, 3. februar 2010
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09:34
Welch' freudige Überraschung! Der Lychener Historienstammtisch
erhielt dieser Tage einen viel versprechenden Brief von der SPD, Unterbezirk Uckermark! Das gab's ja noch nie, wo wir schon sechs Jahre lang emsig unsere Ortsgeschichte beackern. Mit
Ausnahme unserer CDU-Ortsgruppe/Senioren hat sich bisher keine Partei für uns interessiert. Das sind doch sonnige Aussichten, weil am 28. Februar 2010 der Landrat für die Uckermark direkt vom
Volk gewählt wird. Und so hat der SPD-Kandidat sich unter seinem Slogan "Ackern für die Uckermark" auch an die ehrenamtlich Aktiven gewandt, weil er meint, das von ihnen Geleistete wäre
unbezahlbar. Aber er honoriert es - mit Hochachtung und Dank. Und weil er "Ackern für die Uckermark" allein nicht zu schaffen meint, braucht er Verbündete. Und nun können wir in einer
Gesprächsrunde mit dem Brandenburger Minister für Bildung, Jugend und Sport im Prenzlauer Dominikanerkloster schon die ersten Pläne schmieden, weil der seniorenfreundliche Kandidat für das
Landratsamt die Akteure vor Ort in die "Beackerung der Uckermark" mit einbeziehen will. Da kommt wohl bald eine Menge harter Arbeit auf die Rentner zu. Aber dafür freuen wir uns natürlich wieder
auf Hochachtung und Dank! Aber vielleicht kommt es noch besser? Regelmäßig wird er hoffentlich beim Historienstammtisch nachfragen: "Wie bestreitet Ihr denn Eure Ausgaben für
Veröffentlichungen, Telefongespräche, Papierbedarf, Druckerpatronen usw.? Wie hat Ihr denn das die ganzen Jahre lang ohne Unterstützung der SPD schaffen können?" Wenn wir ihm darauf hin diese
Fragen ganz bescheiden beantworten, wird er sich sicherlich was Förderliches für uns einfallen lassen. Also - ich glaube an ihn! Aber andererseits frage ich mich immer wieder: Weshalb kommt er
erst jetzt, kurz vor Landratswahl, auf diese Idee? Weshalb hat er nicht schon mal früher einen Genossen zum Stammtisch entsandt? Vielleicht will er auch was ganz anderes? Also - ich bin doch
politisch ein so unbeschlagenes Blatt. Da muss ich mich jetzt unbedingt telefonisch mit meine über zwanzig Stammtischteilnehmern in Verbindung setzen und sie über die Gesprächsrunde am 12.
Februar im Dominikanerkloster informieren, denn die nächste Stammtischrunde ist erst - wie immer - Ende des Monats. Und - es eilt doch!! Werden wir alle mit unseren Pkws dahinfahren?
Oder mieten wir uns einen Buss? Das ginge eigentlich, denn die Renten sind schon aufs Konto überwiesen. Mal hören, was unsere klugen alten Lychener dazu meinen.
Ach, fast hätte ich es vergessen! Die Kandidatin der FDP für das Bürgermeisteramt in Lychen hat auch vor einigen Tagen angerufen und möchte den Stammtisch besuchen. Da gibt es in Zukunft eine
Menge Unterstützung für uns. Vielleicht meldet sich noch die Jung-CDU!! Eigentlich müsste ich den jetzigen Bürgermeister über die sonnigen Aussichten informieren. Aber der kommt sowieso
regelmäßig in den Seniorenklub, ins Fürstenberger Tor.
Dienstag, 2. februar 2010
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Sonntag, 31. januar 2010
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08:48
Haben
Bäume vielleicht ähnliche Hoffnungen und Sehnsüchte wie die
Menschen...?
Die Linde
Noch streifen im Dunkel kalte Winde
durch das kahle Geäst der alten Linde.
Uralt ihr Stamm, zerfurcht und rauh,
ragt weit in den nächtlichen Himmel,
in`s neblige Wolkengrau.
Einsamer Greis in lebloser Stille?
In schütterem Haar schwarze Vogelschar.
Am Morgen fällt ein Sonnenstrahl
auf Wurzel und moosgrüne Rinde.
Mit roten Knospen der kahlen Linde
spielt lau ein leiser
Frühlingswind.
Da reckt sich der Baum in frischem Saft.
Und junge Kraft fließt
- wie einst in
den besten Jahren -
bis zu den feinsten Spitzen hinauf.
Behutsam, im wärmenden Schein,
werden aus Knospen leuchtende Herzen.
Sie legt ihr
grünes Blattwerk an.
Jahr für Jahr geliebt und neu umworben,
will die Linde an diesen Frühlingstagen
wieder für alle die Schönste sein.
von anais
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Freitag, 29. januar 2010
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10:43
Auf dem letzten Lychener Historienstammtisch haben wir
beschlossen, ein neues Projekt für die Bereicherung unserer Stadtgeschichte anzugehen. Wir möchten Gemälde, Grafiken, Zeichnungen u. ä. von professionellen und Laienkünstlern mit Motiven aus
unserer Stadt und der umliegenden Landschaft ausfindig machen und erfassen. Dafür sind wir auf die Unterstützung aller derjenigen angewiesen, die im Besitz solcher Werke sind. Wir bitten deshalb
Besucher dieser Website, die solche Kostbarkeiten haben, sich über einen Kommentar unter diesem Artikel oder über den Link "Kontakt" bei mir zu melden. Sicherlich haben Lychener solche Werke in
ihrem häuslichen Besitz. Aber auch anderswo wird es solche Kunstwerke geben. Für die Mithilfe wären wir allen sehr dankbar. Wir möchten die Arbeiten so weit wie möglich fotografisch erfassen.
Es gibt z. B. ältere Gemälde von renommierten Künstlern aus vergangenen Jahrhunderten. Erst kürzlich wurde in Berlin eine Stadtansicht von ca. 1870, Öl, des Malers Eduard Gaertner versteigert. Es
soll auch ein impressionistisches Gemälde, "Badeszene am Zenssee" aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts existieren. Gerade in jener Zeit weilten Berliner Künstler in den Sommermonaten
in Lychen am Malerwinkel. Sie verkauften auch hier bisweilen ihre Aquarelle. Den älteren Bürgern sind heute noch Namen wie Eisert, Lohmeyer, Riefstahl, Adolf und aus jüngerer Zeit Winter
bekannt. Selbst unsere Musikerin und Komponistin Erika Bondzio hat gemalt und gezeichnet. In der Folgezeit haben moderne Künstler und Laien sich Lychener Motiven gewidmet.
Ich selbst möchte hiermit beginnen und ein paar Bilder zeigen, die in meinem persönlichen Besitz sind: Das Eingangsbild ist ein Pastell der Malerin Britta Bastian. Das Aquarell vom Stargarder Tor
stammt von Erich Eisert, die Zeichnung mit dem gleichen Motiv von Erika Bondzio, zu jener Zeit noch Breitzmann, und die drei Grafiken von Otto Lohmeyer.




von anais
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