Kinder beim Garnelen-Angeln.
Freitag, den 13. 01. 2012. Nach der Stadtrundfahrt halten wir bis 15.00 Mittagsruhe im Hotel. Meine letzten Pizzas, die ich in Lychen gebacken hatte, essen wir mit Genuss. Gesättigt brechen wir auf, um die Stadt weiter zu erkunden. Mit der U-Bahn fahren wir zum zen-buddistischen Tempel. Frank hält Andacht und flüstert ein Dankgebet.
Im Park vor dem Tempel halten sich arme Leute auf. Sie liegen auf Bänken oder beschäftigen sich mit Brettspielen. Büchsen und Flaschen mit Alkohol sind ihre Begleiter. Das ist der einzige Ort, an dem wir so etwas sehen. Traurig über diesen Anblick kehren wir wieder zur U-Bahn zürück.
Die Zeit verrinnt wie im Fluge. Nach mehrfachem Umsteigen auf andere Linien verlassen wir die schmucke U-Bahn auf der Station, wo sich oberhalb der Nachtmarkt befinden soll. Wir haben über ihn schon einiges gehört. Er wurde uns als unbedingtes Muss empfohlen wegen seines einmaligen geschäftigen Treibens und seiner chinesischen Köstlichkeiten. Als wir aus der U-Bahn hoch kommen, setzen wir uns erst einmal auf eine niedrige Mauer und beobachten die vielen Leute, die an uns vorbei laufen. Viele Junge sind unter ihnen, salopp bis chic gekleidet. Auf der vor uns liegenden Geschftsstraße brodelt wieder der Verkehr. Wir wissen nicht, wie wir zum Eingang des Nachtmarktes kommen und fragen deshalb Passanten. Über die nächste Ampelkreuzung sollen wir rechts die Seitenstraße hinuntergehen. Dort würden wir den Eingang finden.
Gespannt laufen wir los. Die ganze Straße entlang reiht sich schon ein Verkaufsstand neben dem anderen. Dahinter liegen kleine Restaurants und Teestuben. Jetzt haben wir den hell erleuteten Eingang gefunden.
Waren über Waren! Immer wieder Garküchen und Imbissstände im Hintergrund. Gebackenes und Frittiertes, Obst, Gemüse und Säfte, die man frisch gepresst angeboten bekommt. Die Obsthändlerinnen reichen uns Kostproben, die wir gerne nehmen. Für 300 TD kaufen wir uns frisches Obst, Guaven, Chimoya, Apfel- und Orangenstücke. Die nette Händlerin schießt von Frank und mir ein Foto.
Wir schieben uns weiter durch das dichte Gedränge. Fast ausnahmslos überall junge Leute. Glücksspielautomaten, für die sich Frank interessiert. Er will sehen, was dort zu gewinnen ist: hübsche Maskottchen und sogar Kameras. "Ein Glück", denke ich bei mir, "er verkneift sich das Spielen am einarmigen Betrüger."
Immer wieder orientieren wir uns, wie wir laufen, denn der ganze riesige, überdachte Markt ist ein Labyrinth. In einer Seitengasse entdeckt Frank einen Suppenstand, der ziemlich einfach aussieht. ein älteres Ehepaar, d. h. nur die Frau, der Mann passt auf, macht sich an dem alten Herd zu schaffen. Das will ich fotografieren. Da hebt der Aufpasser die Hand und sagt "No, no!" Schade! Das ärgert mich. Frank kauft für uns klare Rindfleischsuppe. Als uns die Suppe gereicht wird, hat er die Nudeln vergessen zu bestellen. Die Frau nimmt die Schüsseln wieder zurück. Wir müssen warten, bis sie die Nudeln mit der Kelle eingefüllt hat. Die Nudeln sind ellenlang!! Die Suppe schmeckt, weil die Rindfleischstücke groß sind.
Wir schlendern weiter. Ich kaufe zwei Oberhemden zu je 6,50 Euro (350 TD). Zum Schluss sehen wir abgepackte Trockenfrüchte. Wir suchen uns zwei Sorten aus, die uns am exotischsten scheinen, weil sie oval und schwarz sind. Die sollten wir die ganze Reise lang im Koffer mitschleppen. Erst hier, zu Hause, habe ich sie probiert. Sehr gewöhnungsbedürftig mit süßsalzigem Geschmack und ziemlich hart.
Wir haben uns die Beine müde gelaufen und kehren gegen 21.30 Uhr zum Hotel zurück.
Morgen geht Taipeh zu Ende. Wir fliegen nach Agana auf Guam. Was uns dort widerfahren soll,können wir heute nicht erahnen. Man denkt ja immer nur das
Beste.
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