Thursday, 30. october 2008
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16:42
Notdurft bei der Deutschen Bahn AG
Nach Stralsund, ins Ozeaneum ging vor ein paar Tagen unser Ausflug mit der Eisenbahn. Morgens, gegen 8.00 Uhr stiegen wir auf dem Berliner Hauptbahnhof in den
Regionalzug von Falkenberg nach Stralsund. Der Zug war übervoll. Aber, fix wie wir nun mal sind, ergatterten wir noch Plätze in der Nähe der Toilette. Das störte uns aber nicht. wir plauderten,
aßen Weintrauben aus dem Garten, die sogar einem verwöhnten Baden-Würthemberger mundeten, und musterten die vielen hin und her laufenden Mitreisenden. Zuerst einmal mussten viele auf`s Klo. Es
bildete sich eine beständige Warteschleife. Oh, oh, dachte ich bei mir. Hoffentlich reichen Wasser und Papier. Kurz vor Stralsund meinte ich zu meinem Freund Frank mit vorgehaltener Hand: "Da sind
doch wohl an die 60 Leute raufgegangen." "Was Du auch alles registrierst," entgegnete er spöttisch. Na, und in Stralsund atmeten wir herrliche, frische Meeresluft. Der Besuch des Ozeaneum war ein
tolles Erlebnis, aber auch traurig zugleich. Fazit: Durch die Profitgier der Menschen sind die Meere in 40 Jahren leer gefischt, wenn so weiter gefischt wird. Der Tag war wunderschön, und am späten
Nachmittag fuhren wir mit der Linie Stralsund - Falkenberg wieder nach Berlin. Jetzt musste ich aber mal. Ich machte die Toilettentür auf und erstarrte bei dem Anblick. Hier überlasse ich den Leser
seiner eigenen Fantasie. Ein weibliches Wesen hatte auf dem Klo keine Chance mehr.
"Nun stell`Dir mal vor", sagte ich entrüstet zu Frank: "Der Zug ist doch bestimmt heute schon dreimal hin und her gefahren, und er wurde nicht geleert." "Ja", erwiderte Frank. "Die Deutsche Bahn AG
will an die Börse. Da muss sparsam gewirtschaftet werden, sogar bei der Toilettenreinigung, wie Du siehst."
von anais
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veröffentlicht in: Kritische Meinungen
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