Der Granit

Veröffentlicht auf von anais

Große Granitblöcke sind markante Zeugnisse für den Ursprung unserer hügeligen, wasserreichen Endmoränenlandschaft. Sie sind selten geworden. In alten Gemäuern wurden sie verbaut. Sie dienten als Pflastersteine oder Dekoration in Gärten und Parks. Ein Granit hat in Lychen Geschichte gemacht. Er wurde in der DDR-Zeit in einem Park gestellt und mit einer schlichten Lenin-Plakette versehen - der Lenin-Stein. Dann kam die Wende, und allzu Eifrige haben nicht nur die Plakette vom Stein entfernt sondern sogar den Granit am Rande des Parks vergraben - zum Ärgerniss und Gespött der Lychener. Das hat mich inspiriert, dem Granit ein paar Verse zu widmen.

Der Granit
Um Lychen, wo der Boden karg,
ist der Granit zuhause.
Mal groß, mal klein, ganz hart und stark,
ein Zeichen für die Uckermark
schon mehr als ein Jahrtausend.
Man passte ihn in Mauern ein.
Er muss die Kirche tragen.
Im Mörtel fest, jahraus, jahrein.
Mag glücklich oder traurig sein.
Ich wollt', ich könnt' ihn fragen.

Einst stolz im Sand am Feldesrain,
am See, am Wald sie lagen.
Schlug man sie in die Straßen ein.
Auf Ewigkeit geduldig sein
und schwere Lasten tragen.
Zwar hat ein Stein auch manchmal Glück,
ehrt Namen und rühmt Taten.
Bei Beenz stand einst ein teures Stück.
Der Königsstein war auch Granit.
Liegt jetzt privat im Garten.

Ein Stein sollt' wohl der Größte sein.
Er durfte Lenin tragen.
Nach ein paar Jahren Glücklichsein
grub man ihn in die Erde ein.
Welch' Sinn, wird mancher fragen.

Seh' heut ich noch am Wald ein Stein,
dann freu' ich mich von Herzen.
E passt in unsre Landschaft rein.
Drum lass' ihn dort zuhause sein
und mach' ihm keine Schmerzen.

Veröffentlicht in Meine Gedichte

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xamantao 08/25/2009 04:41

Ooooch, armes Anais-Häschen, *kraul-hinter-deinen-Öhrchen*

anais 08/25/2009 18:53


Ich fühle mich getröstet.


xamantao 08/24/2009 22:30

Oje, mit der Gleichberechtigung. Hättest Du nicht auch Granitblöcke/innen und Blog/in etc. schreiben MÜSSEN?

anais 08/24/2009 22:37


Jaaah! Immer musst Du meine Schwächen entdecken.


Xamantao 08/23/2009 18:28

Dieser Steinblock erinnert mich irgendwie an meine Paddeltour, wo so auch so ein Block vor unserem Kanu auftat - war glaube ich aber Buntsandstein. Zum Blog-Thema kann ich nur sagen, man braucht viel, viel Zeit. Besonders, wenn man in Blogs liest, deren Verfasser mehr als drei Zeilen zuwege bringen. Und dann noch Kommentare lesen. Und dann noch antworten. Liebe Güte. Ich habe nie geahnt, auf was ich mich da einlasse. Oft kriege ich einfach nicht die Kurve. Es gibt ja auch ein Leben ausserhalb des PCs...  Liebe Grüße, ich schwimm heute auch noch in der Meerbucht vom MBT.

anais 08/23/2009 20:15


Unsere Granitblöcke stammen aus Skandinavien. Was Du zum Bloggen schreibst, ist völlig richtig. Aber ein bischen was Originelles will man ja reinbringen. Bei meinem Blog ist das manchmal schwierig.
Aber es geht voran. Ich freue mich, wenn einige wenige Bogfreund(e)(innen) - wegen der Feministen! Lach! mir mal ab und zu Treue beweisen.


MBT 08/21/2009 21:23

Wir blogger sollten schon Kontakte knüpfen und zusammenhalten, wenn aber einer so dreist ist und nichtmal auf kommentare antwortet würde ich ihn doch da allein lassen. Eas sollte nicht jeder sein eigenes Süppchen, wenn alle ihre Zutaten in einen Topf werfen können daraus gleich mehrere schöne blogs genährt werden
Mit deiner monatlichen besucherzahl kannst du ebenfalls zufrieden sein! Der Blog wird sicher noch weiter wachsen.
So ich schreibe noch einen kleinen artikel
LG MBT

anais 08/21/2009 22:04


Ja, da stimme ich Dir zu. Klar, wenn einer anspruchsvolle Geschichten, Artikel oder Gedichte verfasst, braucht er sehr viel Zeit für sich selbst und hat wenig Zeit, bei anderen zu lesen. Aber es
gibt ernsthafte gute Blogger, die das trotzdem tun, und die sind wertvoll und gut für mich. Ich werde gleich in der Meeresbucht schwimmen.
LG Joachim


Margot 08/21/2009 20:57

Wenn ich solche Klopse in der Landschaft sehe, die beeindrucken mich immer gewaltig. Wo kommt der eigentlich her? Gibt's dort einen Berg, wo er runtergefallen ist? Irgendwie wirkt er ein bisschen fehl am Platz, trotzdem ist er großartig.Liebe Grüße von Margot

anais 08/21/2009 21:58


Hallo Margot! Dieser große Klops ist in der Zeit von 20000 bis 13000 vor Christus von den Gletschern der letzten Eiszeit aus Skandinavien hierher geschoben worden. Im Mittelalter war hier die ganze
Landschaft davon übersät. Davon wurden die Feldsteinkirchen und die Stadtmauern gebaut. Davon gibt es noch einige, die vom Ursprung der Landschaft zeugen. An abgelegenen Seen, z. B. bei Beenz hier
in der Nähe, liegen noch viele am Seeufer. Die Landschaft hier ist sehr hügelig aber nicht bergig. Diese Schönheiten hast Du bei Dir zu Hause.
LG Joachim