Wednesday, 2. september 2009 3 02 /09 /Sept. /2009 20:21
Da so mancher glaubt, weil er Deutscher ist, sei er germanischer Herkunft, habe ich mich kundig gemacht, welche Völker im Laufe der Jahrtausende in unserem Gebiet gesiedelt und sicherlich ethnisch hier im Lande Lychen, im Mittelalter "Terra Lychen" genannt, ihre Spuren hinterlassen haben. Weil historische Studien mühsam und langwierig sind, habe ich unsere Vorfahren in einem Gedicht zusammengefasst. So kann sich jeder ein Bild vom deutschen Arier machen, an dem einfach nichts dran ist.

Terra Lychen

Terra Lychen - märkisches Land.
Wer fischte in Deinen Bächen und Seen?
Wer pflügte und säte in Deinem Sand?
Jagte Wild, sammelte Pilze und Schleh'n?
Welchen Völkern hast Du Brot gegeben?
Erzähle mir Dein bewegtes Leben!

Die Germanen siedelten als Erste hier
vor tausenden Jahren zur Bronzezeit.
Sie formten aus Ton das vierfüßige Tier.
Hinterließen kaum Spuren weit und breit.
Am Mühlenbach erst beim Graben entdeckt
lag lang' die Kultur von Erde bedeckt.

Bald lebten Slawen im Lychener Land.
Wälder und Seen duchstreiften Retschanen.
Beim Wurlsee ihre Burg am Ufer stand.
Als Nachbarn im Osten die Ukranen
am Rande der Ucker, zahlreich und stark,
gaben sie den Namen der Uckermark.

Kreuzzüge, Fürstenheirat und Kriege,
deutsch wurde fortan das Lychener Land.
Askanier feierten hier ihre Siege,
gründeten Lychen als befestigte Stadt.
Siedler aus Holland, vom Elsaß und Rhein
bauten die Kirche und Mauern aus Stein.

Als Raubritter plünderten die Dörfer leer
und grausame Kriege nichts verschonten,
schuf Friedrich der Große den Neubeginn.
Gab Freiheit im Glauben mit gutem Sinn.
Aus Frankreich rief er Hugenotten her,
aus den Niederlanden die Wallonen.

Lang lebten Juden in Lychens Gassen.
Als Bürger deutsch - mit eigenen Sitten.
Förderten die Stadt und füllten die Kassen.
Von Rassenwahn verfolgt und gelitten,
Findest Du heut' ihre Gräber nicht mehr,
gebührt ihnen dennoch Achtung und Ehr'.

Alle fanden Heimat im märkischen Land,
prägten Kultur, Familien und Namen.
Wenig ist heut' noch von allen bekannt
und sind doch vielleicht unsere Ahnen.
Sie leben in Lychens Vergangenheit.
Uns scheint das heute vergessene Zeit.



von anais - veröffentlicht in: Meine Gedichte - Community: Sprechen durch Schreiben
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