Harmonie der Generationen

Veröffentlicht auf von anais

Es ist wohltuend und eine Freude, wenn verschiedene Generationen friedlich und in bestem Einvernehmen unter einem Dach zusammen leben.Es muss nicht immer eine Großfamilie sein. In einem großen Mietshaus leben oft unterschiedlichste Leute Tür an Tür. Mancher ist auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. Andere im fortgeschrittenen Alter sind noch rüstig. Sie halten Ordung. reparieren und verschönern Anlagen. Manchmal ist das eine schwere Arbeit.Nicht immer packen die Jüngeren mit an. Vielleicht haben die Älteren auch nicht den Mut, darum zu bitten. Und so sieht die "Arbeitsteilung" bisweilen so aus ,wie ich es einmal beobachtet habe.



Altvater

Viel Leute wohn` im großen Haus
mit Blick auf See und Garten.
Im Sommer geht`s nach draußen raus.
Am See, da spielt man Karten.

Altvater steht am Uferrand.
Kann sich nur schwer entscheiden.
Mäht er den Rasen? Karrt er Sand?
Oder stutzt er die Weiden?
 
Er greift zum Hammer, schwer wie Blei.
Schägt Pfähle in`s Ufer ein.
Drei Männer sitzen nah`dabei
bei Bier und Karten, trock`nem Wein.

Der Vierte schlackst den Weg entlang.
Die Hände in den Taschen.
Altvater sitzt jetzt auf der Bank.
Der Vierte bringt noch Flaschen.

Ein Fünfter sieht die Männerschar.
Wirft den Rasenmäher an.
So`n Rasen ist doch wunderbar!
Hier zeig`ich mich als starker Mann.

Altvater packt den Hammer an
mit über achzig Jahren.
Grasmäh`n hätt`ihm gut getan.
Keiner holt zum Bier ihn ran.

Das Ufer hat jetzt gelben Sand.
Der Rasen ist `ne Bürste.
Gefeiert wird am Uferrand.
Es rauchen schon die Würste.

Altvater schaut zum Fenster raus.
Kann alle wirklich leiden.
Wie schön ist`s doch bei uns zu Haus!
Am Ufer bei den Weiden.


Veröffentlicht in Meine Gedichte

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Margot 09/19/2009 11:21

Lieber Joachim, um Hilfe zu bitten ist glaube ich nicht jedermanns Sache. Vor Kurzem habe ich da eine Geschichte gelesen, es ging darum, dass Leute im Bus um einen Sitzplatz bitten sollten. Wenn sie es taten, dann stand sofort jemand auf und machte den Platz frei. Aber das Merkwürdige daran war: Es war für die Teilnehmer an diesem Projekt schwierig, überhaupt erst einmal um einen Platz zu bitten. Die Wenigsten schafften das. So denkt man sich vielleicht oft, natürlich helfe ich, wenn ich darum gefragt werde, aber wenn er nicht fragt, dann will er vielleicht gar keine Hilfe. So können Missverständnisse entstehen und Ärger. Hat mich nachdenklich gemacht, diese Geschichte. Und auch deine.Liebe Grüße von Margot

anais 09/19/2009 17:52


Das ist interessant, was Du da gelesen hast. Das war bestimmt eine Sozialstudie oder so was ähnliches. Mir geht es selber genau so. Ich verrichte die meisten Arbeiten alleine. Manchmal kommt einer
meiner Mitbewohner und meint: "Das hätte ich doch auch tun können. Warum sagen Sie denn nichts?" "Ach", antworte ich dann, "ich bin froh wenn das sofort gemacht wird." Ist eigentlich keine gute
Einstellung. Bei schweren Arbeiten allerdings suche ich mir Hilfe. Muss aber dann auch öfter warten, und das habe ich nicht so gerne. Die Geschichte mit dem Altvater hat sich - nicht weit von mir -
wirklich so zugetragen.
Liebe Grüße
Joachim


Regina 09/18/2009 19:23

...das Gedicht ist wieder mal sehr schön ja ich habe vor zwei Jahren mal an einer Veranstaltung teilgenommen die "Kommunen Heute" hieß, da stellte sich auch eine Kommune vor, deren Mitbewohner im Alter zwischen 2 Jahren und mitte 80 war, mir hat es sehr gut gefallen aber meinen Liebsten konnte ich für die Idee im Alter nicht erreichen, lieber Gruß Regina

anais 09/19/2009 17:41


Herzlichen Dank, liebe Regina. Ich wüsste auch nicht, ob ich im Alter in einer Kommune leben möchte. Sicherlich habt Ihr es zu Hause sehr schön. Wenn ab und zu lieber Besuch kommt, ist das eine
Freude. Aber man möchte auch mal seine Ruhe haben. Da kann ich Deinen Liebsten gut verstehen. Frauen sind im allgemeinen mehr für Trubel zu haben, oder?
Liebe Grüße
Joachim