Thursday, 11. february 2010
4
11
/02
/Feb.
/2010
12:55
Über den Ursprung des Stadtnamens Lychen gibt es eine lustige Version, die eines unserer neueren Originale,
Kurt Buchholz, in der DDR-Zeit Touristen und Gästen mit besonderem Vergnügen vortrug. Als Stadtführer wurde er öfters gefragt, woher die Ortsbezeichnung eigentlich käme. Weil sehr viele Urlauber
aus Sachsen kamen, erzählte er ihnen folgende Geschichte:
Das Paradies lag in Sachsen. Adam und Eva wurden nach dem Sündenfall aus dieser göttlichen Idylle verwiesen und zogen gen Norden. Als sie in unsere seenreiche Gegend kamen, wollten sie sich auf der
Insel niederlassen, denn hier war es genau so pradiesisch schön. Plötzlich fand Adam wieder einen leuchtend roten Apfel. Er wollte ihn aufheben und Eva reichen. Diese aber rief ihm vor
Angst im besten Sächsisch zu: "Lass'n liechen, lass'n liechen!" Und daher - so Kurt Buchholz - rühre der Name Lychen.
Auch heute noch kommen viele Sachsen hierher, um sich zu vergewissern, ob hier noch der Apfel liegt.
Kurtchen Buchholz, wie Erika Bondzio berichtete, hatte aber noch andere Dinger drauf. Bis 1964 war er Conférencier des großen Lychener Mandolinenorchesters. In jenen Jahren ist das Ensemble oft auf
Lastwagen zu den Auftritten gefahren. Da saßen alle immer sehr beengt. Und so nahm Kurt Buchholz einmal ein junges Mädchen auf seinen Schoß. Nach einer Weile wurde es ihr wohl zu gefährlich, und
sie wollte lieber von seinem Schoß runtergehen. Er aber sagte besänftigend zu ihr: "Wenn oben auf dem Berg auch Schnee liegt, so ist unten im Tal doch Frühling."
Berühmt war sein Gedicht über den Schlüpfer, das er auf den Estradenprogrammen vortrug. Dazu trug er einen roten Schlüpfer als Kavalierstaschentuch im Sakko. Im Berufsleben ging er einer
angesehenen Beschäftigung nach. Er war nämlich Leiter der Lychener Sparkassenfiliale.
Und - nicht zu vergessen! Er besaß die größte Zigarrenbauchbindensammlung im Ort.
Anmerkung: Der Ursprung des Stadtnamens ist wohl slawisch nach den Worten "Lych nin", zu deutsch "fischarmer See". Was ich allerdings nie verstehen werde, denn Fische gab es hier immer
genug.
von anais
-
veröffentlicht in: Lychener Stammtisch-Geschichten
-
7
Neueste Kommentare