Auf der Suche nach einem Sonnenstrand

Veröffentlicht auf von anais

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Montag, den 23. Januar 2012. Auf der gebirgigen Insel Pohnpei haben wir noch keinen sonnigen Sandstrand gefunden. Unsere kleine malerische Bucht liegt im Schatten hoher Bäume. Sandstrände gibt es wohl auf den kleinen unbewohnten Inseln, auf Pohnpei aber ist weit und breit nichts davon zu sehen.

Wir fragen Jaimy, den Sohn der Hotelbesitzer. Er empfielt uns, zum Nett Point zu fahren. Der läge nicht weit entfernt. Sand und Sonne gäbe es dort auf alle Fälle. Das freut uns, denn wir möchten mal so richtig in der Sonne schmoren. Wir lassen uns ein Taxi kommen. Frank verhandelt mit dem Fahrer: 15 Dollar für zwei Personen mit späterer Rückfahrt. Es geht bergab, fast bis Colonia. Als wir ausgestiegen und ein paar Schritte gelaufen sind, sehen wir, dass am linken Ufer Bagger am Werk waren. Sie haben eine Fahrrinne durch das zu flache Wasser gegraben. Vorn, an unserem Ufer, finden wir schöne Stellen mit weißem Sand. An der Breitesten lassen wir uns nieder und genießen die Ruhe. Lange dauert es nicht, da spült das Wasser um meine Füße. "Ach Frank," sage ich, "gucke mal! Jetzt kommt die Flut!". Schnell raffen wir Badetücher, Sachen , Taschen und Latschen zusammen, steigen zum Weg hinauf, der noch etwas weiter in die Bucht hineinführt. Am Ende sehen wir einen alten Schuppen, davor ein großer, aufgeschütteter Sandberg. Das ist das Richtige für Mr. Cornflacks. Gleich streckt er sich am Hang des Hügels aus. Mir ist es dort zu heiß. Ich lege mich im schmalen Schatten des Schuppens hin. Der muss sicherlich der Fischerei gehören, weil dahinter Netze hängen. Scheint auch ein Treffpunkt für Jugendliche zu sein, weil die Wände bemalt und beschrieben sind.

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Lange halte ich es auch dort nicht aus, weil ich auf Asphalt liege.

Ich gehe schwimmen. Das Wasser ist klar. bis auf den Grund kann ich schauen. Es sind nur Sand und Muschelschalen zu sehen, weil hier die Bagger gewühlt hatten. Frank kommt nach und krault zum anderen Ufer der Rinne.Dort untersucht er das Kalkgestein und findet zerbrochene große Schnecken- und Muschelgehäuse.

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Nicht weit von uns entfernt, auf einer vorgelagerten Insel liegt der Flughafen. Interessant zu sehen, wie schnell dort die Flieger in die Luft kommen müssen.

Zum Sandhügel wieder zurückgekehrt, finden wir grazile kleine Einsiederkrebse, die ihr Schneckengehäuse, ein Vielfaches von ihrem eigenen Gewicht, mit sich im Sand herumtragen. Einen schauen wir uns genauer an. Er ist winzig und possierlich.

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Um 15.30 Uhr holt uns das Taki wieder ab. Wir halten an einer Verkaufsstelle und kaufen Getränke ein. Im Hotelrestaurant kräftigen wir uns erst einmal mit einen starken Kaffee. Als uns der junge Kellner serviert, frage ich ihn, ob wir nicht einmal Brotfrucht probieren können und wie sie denn überhaupt zubereitet wird. "Frittiert und gekocht," lächelt er. Ich bin neugierig und bestelle Brotfrucht zum Abendessen.

Gegen 19.00 Uhr ist es soweit. unser junger Freund kommt mit einem Körbchen an. Wir schauen rein: "Das sind ja Riesenchips!" "Das sind die Frittierten, die Gekochten kommen hinterher," schmunzelt er wie immer. Einmal hat er mir seinen Stift zum Unterschreiben der Rechnung gegeben. Ich setze an und will meinen Namenszug ziehen. Geht nicht, weil er mir ihn zugekapselt hingereicht hat. Er lacht und freut sich, zieht die Kappe ab ung gibt ihn mir wieder, dieser Schlingel. Von da ab hat er bei uns den Spitznamen "Mr. Pencil". Jetzt machen wir uns an die Chips ran. Wahrhaftig, sie schmecken wie Kartoffelchips. Als dann die Gekochten gebracht werden, probieren wir sie. Ziemlich mehlig und leicht süßlich, aber 'ne Menge, denn die Brotfrüchte sind groß. Diese war eine noch Unreife. Reif sollen sie süßer schmecken.

Das war heute unser Sonnentag mit der Brotfrucht als kulinarische Krönung.

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Veröffentlicht in Taipeh Mikronesien und Palau

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xamantao 03/28/2012 20:03


Ja, wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. *lach*

anais 04/01/2012 16:00



Jawohl,liebe Xammi!



xamantao 03/26/2012 03:16


Lieber Joachim, mir scheint, der Urlaub war ganz anders als Ihr erwartet habt, was Sandstrände betrifft zumindest. Aber so ist das ja meistens, wenn man unbekannte Gefilde betritt. Jedenfalls war
es dort interessant. Das war ein interessantes kulinarische Erlebnis.


 


 

anais 03/28/2012 15:59



Hallo Xammi! Jede der sechs Inseln hatte ihre eigenen Reize. Die Sandstrände kommen noch, vor allem auf Yap. Kulinarische Überraschungen waren nicht nur gut, sondern, wie z. B. auf Chuuk, mit
kleinen Folgen. aber nicht so schlimm.


Liebe Grüße


Joachim



Katharina vom Tanneneck 03/24/2012 22:19


Hallo Joachim,


da habt Ihr Euch ja mal einen freien Tag gegönnt und das Leben genossen. Das Wetter war dieses Mal sonnig und nicht nass. Das kulinarische Abendessen kenne ich leider nicht. Da werde ich mal im
Internet schauen, was die Brotfrucht überhaupt ist. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und schicke liebe Grüße!


Katharina

anais 03/25/2012 21:53



Hallo Katharina! Es war ein schöner Nachmittag in Ruhe. Es müssen ja nicht jeden Tag große Erlebnisse sein. Die Brotfrucht ist in dem Artikel "Wanderung zum kleinen Atoll" zu sehen, Grün ist sie
und rund. Die Bäume können sehr groß und alt werden.


Ich hoffe, Ihr hattet auch einen angenehmen Sonntag.


Liebe Grüße


Joachim