Monday, 28. february 2011 1 28 /02 /Feb. /2011 17:48

 

 

Boot-001.JPG

Vor einigen Tagen machten wir uns, Stahlkünstler Uwe und ich, auf den Weg, um das neue Boot abzuholen. Schon zur Weihnachtszeit habe ich ein günstiges Angebot zum Winterpreis im Internet beim Bootsvertrieb SHB in Züsedom, in der Nähe von Pasewalk/Mecklenburg-Vorpommern ausfindig gemacht. Es wurde zum Preis von 499 Euro angeboten. Mit Hilfe meines Berliner Freundes Frank wurde der Preis noch um 20 Euro heruntergehandelt. Weil der so etwas besser kann, nahm er den Kauf gleich in die Hand und wickelte ihn per Telefon mit dem Verkäufer ab. Wir sollten noch einige Wochen warten bis zur Lieferung des himmelblauen Plastebootes.

Für ein Plasteboot hatte ich mich entschieden, weil mir mein altes Metallboot mittlerweile zu schwer und zu aufwendig in der Erhaltung geworden ist. Im Dezember, als der See zuzufrieren begann, hatten wir es nur bis auf den Steg ziehen können. Gleich war es angefroren und ließ sich nicht mehr von der Stelle bewegen.

Also, vor einer Woche war es so weit. Uwe hatte sich bereit erklärt, dass Boot auf dem Dach seines Volvo-Kombi mit mir gemeinsam abzuholen. Eigentlich wollte Frank mitfahren, weil er als Käufer aufgetreten war. Er war aber zu der Zeit verhindert. Wir meinten, das wäre wohl nicht so schlimm, denn dem Verkäufer würde es wohl gleich sein, von wem er sein Geld bekäme.

Kurz vor 10.00 Uhr war Uwe bei mir. Wir fuhren über Boitzenburg/Uckermark zuerst nach Prenzlau, weil er in der Kreisverwaltung erst sein Fahrzeug zulassen musste. So staunten wir nicht schlecht, als wir 17 Leute zählten, die vor uns warteten. Uwe hatte Bildlektüre mitgebracht, einen kleinen Band mit Malerei von Salvador Dalí, mit dem ich mir die Zeit vertrieb. Gegen Mittag war Uwe dran.

Wir hatten noch Zeit bis 14.00 Uhr, wie ich mit dem Verkäufer vereinbart hatte. So nahmen wir beide erst einmal ein Mittagessen zu uns – jeder eine blasse Chinapfanne in einem Bistro. Der Hunger war jedenfalls gestillt.

Uwe hatte auf die Mitnahme des ADAC-Atlas bestanden, um den Ort Züsedom zu finden, obwohl ich ihm vorher hoch und heilig versichert hatte, ich wüsste, wie wir zu fahren haben. Aber so sind sie nun mal, die jungen Leute!

In 20 Minuten waren wir schon am Ortseingang des Dorfes Züsedom. Viel zu früh! Eine Stunde lang mussten wir uns dort die Zeit vertreiben. So schlug Uwe das Lenkrad herum, und wir unternamen eine Dorfbesichtigung.

In früheren Jahren muss das einmal ein blühender Ort gewesen sein. Das große, alte Gutshaus stand leer und verlassen da mit blinden Fenstern. Zu DDR-Zeiten war dort wohl eine Schule oder ein Kindergarten untergebracht, denn die Friedenstaube klebt heute noch an den Scheiben. Ein großer Betrieb war ebenfalls verwaist. Nur am Ortsrand, an der Ringstraße, hatten sich Einwohner schmucke Einfamilienhäuser aufgebaut.

Gegen 14.00 Uhr kam endlich der Verkäufer vor sein stattliches Anwesen gefahren. So konnte ich das Boot cash bezahlen. Wir zurrten es auf dem Deck des Autos fest. Glücklich und zufrieden traten wir die Heimfahrt an.

Boot-002.JPG

Ich bedaure, dass ich den Fotoapparat vergessen hatte. Aber hier wieder zu Hause in Lychen habe ich das blaue Boot mit den weißen Sitzen fotografiert. Vor allem wollte ich Uwe im Bild festhalten, wie er keine Mühe scheut, um das Gefährt durch die Haustür zu bringen. Wir schleppten es gleich hinunter zum Seeufer.

Da liegt es nun und wartet darauf, umgedreht und ins Wasser geworfen zu werden. Mal sehen, mit wem ich die erste Probefahrt mache! Jutta, Uwes Mama, hat sich schon angemeldet!

Boot 003 



























von anais - veröffentlicht in: Freizeitspaß - Community: Sprechen durch Schreiben
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