Friday, 8. january 2010 5 08 /01 /Jan. /2010 17:05
Templin, Tore 2 004Das Prenzlauer Tor ist die größte erhaltene Toranlage in Templin. Es steht an der Nordostseite des mitteralterlichen Stadtkerns. Auf dem Bild ist die Wehranlage von außen, vom Vortor her, zu sehen. Der ursprüngliche Feldsteinbau ist noch über das zweite Geschoss hinaus zu erkennen. Auf der Stadtseite des dreigeschossigen Torturms zeigen sieben Blendnischen über der Toreinfahrt den gotischen Vertikalverlauf an. Das dritte Obergeschoss zeigt die gleichen Schmuckelemente wie das Berliner Tor. Den Giebel zieren acht geputzten Blenden und sechs Filialpfeiler. Die Giebelschrägen sind mit einfachen Formsteinen besetzt, die wahrscheinlich früher vorhandene  Krabben imitieren sollen. Auf der Außenseite ist die architektonische Gestaltung des dritten Obergeschosses und des Giebels nahezu identisch mit der stadtzugewandten Seite.Templin, Tore 2 003
Die Anlage wird vervollständigt durch das Vortor und zwei Mauern, die Haupt-und Vortor miteinander verbinden und den Zwinger bilden. Vortore waren kriegstechnisch wichtig und dienten als Schutz des Haupttores. Dieses Vortor besitzt als Besonderheit zwei Durchfahrten. Darüber schmückt ein Fries gleich hoher Spitzbögen die Wehranlage.
Das Prenzlauer Tor wird kurz nach 1400 in dieser Form errichtet worden sein.
An der Südseite befindet sich der sogenannte Waldemarsgang mit dem Waldemarstor. Diese Bezeichnung ist mit der Legende um den falschen Waldemar verbunden. Der letzte Waldemar aus dem Geschlecht der Askanier wurde 1319 im Kloster Chorin bestattet. 29 Jahre später tauchte ein Mann auf, der sich als dieser Waldemar ausgab. In Chorin habe er einen Diener begraben lassen, und er selbst habe die verstrichene Zeit im Heiligen Land gelebt. Die Identität wurde anfangs nicht geklärt. Der deutsche Kaiser  erkannte ihn an, und die früher askanischen Städte, so auch Templin, leisteten ihm den Treueschwur. An diesem Schwur hielten sie auch weiterhin fest, als der "Falsche Waldemar" geächtet wurde. Der Kaiser zwang deshalb diese Städte, ihre Stadttore zu vermauern. Die Stadtväter ließen ein neues Tor in die Mauer brechen und verbanden es mit einer Zwingmauer, die somit den Waldemarsgang bildete. Diese im Original erhaltenen Feldsteinmauer stammt sicherlich aus der 2. hälfte des 14. Jahrhunderts.
von anais - veröffentlicht in: Interessantes aus Templin und Umgebung
Kommentar hinzufügen - Kommentare (5)ansehen
Zurück zur Startseite

Über diesen Blog

Profile

  • anais
  • Blog von anais
  • Männlich
  • Brandenburg Lychen Uckermark
  • neugierig Naschkatze Fotografie Kunst Frühaufsteher
  • Ich bin Hobbygärtner, schreibe Artikel, moderiere eine Mandolinengruppe und bin humorvoll und lebenslustig

Blog erstellen

Neueste Kommentare

Awards

[Award.jpg]
Ein Award von Margotlink


Ein Geschenk der Meeresbuchtlink



Ein Award von Xammilink und der Meeresbuchtlink



Kalender

February 2012
M T W T F S S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        
<< < > >>
 
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren