Der German Tower

Veröffentlicht auf von anais

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Montag, den 6. Februar 2012.

Unsere Freude ist groß, dass wir das Steingeld in vielfältiger Form und in einer märchenhaften Idylle gefunden haben. Wir beschließen, wieder zurück nach Colonia zu fahren.

Auf dem selben Weg ernten wir für uns einige wild wachsende Bananen. Sie sind zwar noch grün, können aber im Zimmer nachreifen. Als wir den Waldweg verlassen und auf die Asphaltstraße kommen, fahren wir nicht sofort zurück, sondern biegen rechts ab, weil die Road noch weiter nach Südwesten verläuft.

Nach einer knappen halben Stunde endet der Asphalt. Würden wir dort rechts in den Waldweg fahren, kämen wir wieder zum Stone Money. Also kehren wir um. An dem einzigen Verkaufsstand weit und breit stoppt Mr. Cornflakes, weil er meint, wir könnten eine Erfrischung vertragen.

Zwei junge Männer führen den kleinen Laden. Wie uns der Ältere erzählt, nehmen sie gerade so viel ein, dass es zum einfachen Leben reicht. Jeder von uns trinkt eine Büchse Cola. Ich mache ein Bild zur Erinnerung.

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Auf der Rücktour erblicken wir von weitem einen grauen, rechteckigen Turm. "Halte hier mal an,"rufe ich Frank von hinten ins Ohr. Ich gehe mal den Weg hoch und schaue nach, was sich dort verbirgt."

Auf dem Plateau angelangt, erstreckt sich links von mir ein großes, weißes Camp. Vor mir, am Anfang, steht ein mächtiger Betonpfeiler, mit Holzlatten eingezäunt, auf dem sich oben schon seit langem Grünes angesiedelt hat.

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Jetzt kommt ein Mann aus dem hinten liegenden Geräteschuppen entgegen. Er erklärt mir, das sei der "German Tower". Es gäbe noch einen am östlichen Ausgang des Camps. In der deutschen Kolonialzeit stand auf Yap eine für die damalige Zeit moderne Telegrafenanlage. Die Türme sind die letzten Zeugen deutscher Kommunikationstechnik.

Das Lager mit mehreren lang gestreckten, flachen Gebäuden, wie ich von ihm erfahre, ist ein Schulungsort für junge Leute, die in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten. Ich bedanke mich herzlich für die Informationen, schaue mich noch für zehn Minuten dort oben um und sehe die ersten Tomaten- und Paprikapflanzen in Mikronesien. Sie wachsen nicht in offener Erde sondern stehen alle in schwarzen Plastebehältern. Mich hat das etwas verwundert. Weshalb machen sie das so? Ob das die Gärtnerei des Camps ist, wer weiß.

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Eilig packe ich die Kamera wieder ein und laufe zurück zur Straße, denn da unten wartet Mr. Cornflakes. Wir fahren zurück nach Colonia in unser kleines Hotel an der Wasserfront und sind zufrieden, weil wir einen herrlichen, erlebnisreichen Tag hatten.

Morgen heißt es wieder: "Aufsitzen auf's Mopedsche!"

Veröffentlicht in Taipeh Mikronesien und Palau

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Reinhold.Einloft 05/02/2012 12:45


Meine Güte, was für sintflutartige Ungetüme, diese German Towers. Wo man nicht alles auf unsere Vergangenheit trifft, das ist manchmal unheimlich. Wir sind einmal in Tansania bald verhaftet
worden, weil wir eine ehemalige Deutsche Kaserne fotografieren wollten. Sie war mittlerweile eine Tansanische Kaserne und die darf man nicht ablichten. Damit hattest du offenbar keine
Probleme. 
Schön, deine Geschichten. Werfen mich immer wieder zurück in meine eigene Vergangenheit.


Beste Grüße und einen schönen Tag wünscht RE 

anais 05/04/2012 12:10



Diese Germasn Towers sind eigentlich wuchtige gemauerte Pfeiler, die damals außen verputzt wurden. Wahrscheinlich waren darüber Leitungen oder Empfänger angebracht. Das konnte mir aber keiner so
richtig sagen. Fotografieren durften wir überalle, wenn wir gefragt haben. Die Türme sowieso, denn sie haben keinen praktischen Nutzen mehr. Bei einer Kaserne, die noch im Betrieb ist, ist das
sicherlich etwas anderes.


Ich wünsche Dir einen schönen Freitag.


LG Joachim



Kiat Gorina 05/02/2012 07:54


Hast du mitbekommen, was in einigen ALDI-Filialen abläuft? Wenn sich da Frauen mit einem ausgeschnittenen Top über die Kühltheke beugen, dann werden sie von einer Videokamera heimlich
aufgenommen. im Büro sitzt ein Typ mit Joystick, der zoomt den Ausschnitt auf groß. Diese Videoschnipsel werden auf CD gebrannt und getauscht. Mehr über darüber erfährst du in meinem Blog:
http://0z.fr/H0q3C


Was hältst du davon?

anais 05/02/2012 11:01



Hallo Kiat. Ich danke Dir, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Ich finde das verabscheuungswürdig und hässlich. Das können solche jungen Männer nur machen, weil sie sich unbeobachtet
fühlen. Hier macht der Konzern die Augen zu, aber sonst hat er seine Spione und Kontrollmechanismen überall. discouter sind ein Grundübel dieser Konsumgesellschaft. Und nach den Billigpreisen
wird der Bedarf für Hartz4 kalkuliert und festgesetzt.



Katharina vom Tanneneck 05/01/2012 23:37


Hallo Joachim, dass Du diese German Tower entdeckt hast, einfach toll! Aber Bilder vom Strand gefallen mir besser! 


Liebe Grüße, Katharina

anais 05/02/2012 11:03



Hallo Katharina! Warte nur ab. In Kürze fahren wir mit Dir auf dem Moped zu einem Traumstrand.


Liebe Grüße


Joachim



Regina 05/01/2012 19:41


 


naja schön sind die Betonpfeiler ja nicht gerade, aber wohl für ewig oder sehr lange. Die Einheimischen scheinen auf jeden Fall sehr freundlich und hilfsbereit zu sein, ich wünsche Dir noch einen
schönen Abend, l G Regina


 

anais 05/02/2012 11:06



Hallo Regina! Die Reste aus der deutschen Kolonialzeit sehen auf den Inseln alle nicht schön aus. Wer aber so etwas sieht, wundert sich natürlich und möchte wissen, was dahinter steckt. Es kommen
wieder schönere Bilder.


Liebe Grüße


Joachim



Mr.Cornflaccks 05/01/2012 17:57


Hallo Mr. Noodles,ach ja Yap war Traumhaft schön +so eien schöne RUHE +STILLE mit Gedanke bin ich noch an einem schöne einsammen Strand ....?Rate Sie mal


 


Liebe Grüsse Mr.Cornflaccks

anais 05/02/2012 11:09



Hallo Mr. Cornflakes! Ich weiß, ich weiß. wir werden bald einen traumhaften Strand zu Gesicht bekommen. Sie müssen nur ordentlich Gas geben!


Liebe Grüße von Mr. Noodles