Der schmackhafte Spargelpilz

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In unserer Lychener Gegend waren Wald und Flur im Sommer trocken. Meine Radwanderungen mit der Absicht, Steinpilze, Maronen, Butterpilze und Pfifferlinge zu finden, endeten meistens mit nur wenig gefüllten Körben. Pfifferlinge gab es im Juli genug. Krause Glucken zeigen sich schon an günstigen Standorten. Aber Steinpilze und Maronen lassen bis jetzt noch auf sich warten. Nun regnet es zur Zeit, die Nächte sind nicht allzu kalt. Wir können also hoffen, dass sich im Oktober die raren Gesellen noch zeigen.

Vor einigen Tagen fuhr ich wieder einmal durch die Hohenlychener Buchheide und sah am Wegesrand weiße, junge Schopftintlinge (Cóprinus comátus). Bisher habe ich sie weder gesammelt noch gegessen. Wer sie allerdings schon probiert hat, lobt den vorzüglichen Geschmack des Spargelpilzes, wie er wegen seines Aussehens auch heißt.

Der Pilz ist eine auffällige Erscheinung. Der walzenförmge, weiße, sparrige und nur am Kopfende leicht braun gefärbte Hut und der weiße, hohle Stiel mit dem verschiebbaren Ring lassen ihn gut erkennen. Die weißen Lamellen werden bei Öffnung des Hutes bald rosa und zuletzt schwarz. Zuletzt zerfließt der ganze Hut wie zu schwarzer Tinte.

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Der Spargelpilz wächst gerne an feuchten Wegrändern im Wald und auf Schutt- und Abfallplätze. Manche Pilzfreunde können sich freuen, denn sie haben ihn im Garten auf der Wiese oder auf dem Komposthaufen. Er gehört zur Familie Tintenpilze und zur Gattung Tintlinge. 

Ich habe die jungen Schopftintlinge mit geschlossenen Hüten - die Lamellen waren innen weiß - abgeschnitten und mit nach Hause genommen. Hier habe ich sie noch etwas nachgeputzt und anschließend gewaschen. Mit geschnittener Zwiebel, Pfeffer und Salz habe ich sie in Olivenöl gebraten und zum Schluß ein rohes Ei druntergeschlagen, damit die würzige Soße besser bindet. 

Die Spargelpilze haben ein kräftiges Pilzaroma, sind lecker und leicht verdaulich. Genießt man sie allerdings mit Alkohol, sind sie schwach giftig. Was in solchem Fall passiert, weiß ich nicht und probier's auch nicht. Guten Appetit!

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Katharina vom Tanneneck 09/29/2012 23:15


Hallo Joachim, diesen Pilz habe ich noch nie gesehen und auch noch nie davon gehört. Tja, man lernt nie aus! 


Sieht lecker aus, was Du da aus den Pilzen gezaubert hast!


Liebe Grüße, Katharina

anais 09/30/2012 09:15



Hallo Katharina! Den Spargelpilz findest Du manchmal auch am Rand von Wiesen oder wo mal Stallmist gelegen hat. Er ist eigentlich gar nicht so selten. Wegen des schwarzen Zerfließens, wenn er
ausgewachsen ist, mögen ihn die meisten nicht. Ein Vorurteil.


Liebe Grüße


Joachim



Regina 09/29/2012 21:50


Na das sieht doch wieder sehr lecker aus, ich würde lieber keine Pilze sammeln und zubereiten ;-) es könnte gut sein das es meine letzte Mahlzeit wäre, l G Regina

anais 09/30/2012 09:12



Gut hat der Spargelpilz geschmeckt. Er lag auch leicht im Magen, was nicht mit allen Pilzen so ist. Wenn Du Champignons aus dem Geschäft zubereitest und isst, kann dir nichts passieren.
Lach!


Liebe Grüße


Joachim



xamantao 09/29/2012 19:44


Das liest sich gut, lieber Joachim, aber da ich keine Pilzkennerin (nicht mal eine Pils-Kennerin), würde ich mich nicht trauen, einen solchen Pilz zu nehmen. Heute war waren wir im Wald, einen
Hund ausführen, und trafen Pilzsammler. Die Ausbeute bestand hauptsächlich aus riesigen Parasolpilzen, die alle so schön wie gemalt aussahen. Die mag ich auch, weil ich sie unverkennbar finde und
sie mir schmecken.


Liebe Grüße, Xammi

anais 09/30/2012 09:07



Hallo Xammi! Der Spargelpilz wächst auch in Parkanlagen. Vielleicht siehst Du ihn bei Euch. Parasolpilze sammlich ich nur, wenn sie noch klein und geschlossen sind. Pniert und als Schnitzel
zubereitet mag ich sie nicht. Aber sie gehören zu den bekanntesten Pilzen.


Liebe Grüße


Joachim