Die Totentrompete! Ein Portrait.

Veröffentlicht auf von anais

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Herbst- oder Totentrompeten (Craterellus cornucopioides).

Fotos: J. Hantke.

 

Die wohl mehr volkstümliche Bezeichnung "Totentrompete" ruft beim Pilzfreund sicherlich anfangs Skepsis hervor, denn dieser Name klingt gruselig. Als mich neulich eine Nachbarin mit einem Korb voll dieser dunklen Geschöpfe sah, meinte sie nur: "Die würde ich niemals essen!" Na, da verpasst sie was! 

Wegen seiner dunkelgrauen bis schwarzen Färbung wird er oft so genannt. Die offizielle und schönere Bezeichnung lautet Herbsttromete. Das ist ein echtes, selbst geschossenes Portrait meines Freundes: 

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Gerade jetzt, zur Herbstzeit, findet ihn der Sammler in lichten Buchenwäldern mit alten Baumbeständen - meistens an Hängen, die dem Süden zugewandt sind. Hat man Glück, so tritt er in regelrechten Kolonien auf. Ich hatte solches Glück und brauchte nur zu schneiden. Hier sieht man eine solche Gruppe in ihrem Habitat:

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Der Pilz gehört zu den Pfifferlingsartigen, und nicht selten wächst er dort, wo auch die bekannten Pfifferlinge zu finden sind. So hat man seine doppelte Freude!

Das ist - wie man sieht - auch mir gelungen:

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Die Herbsttrompete ist ein ausgezeichneter Speisepilz. Aber, Veganer, aufgepasst! Roh ist sie unbekömmlich! Sie lässt sich in vielfältiger Form zubereiten und reizt deshalb zum Experimentieren in der Küche. Es ist auch nicht viel zu verputzen. Nur den unteren Rand am Stiel wegschneiden. Ich nehme sie z. B. für chinesische oder thailändische Gemüsegerichte, besonders, wenn diese mit Kokosmilch zubereitet werden. Aber auch schwarz in der Pfanne mit einem hellen, weißgelbem Ei sind sie ein Mund- und Augenschmaus. Die Totentrompete einet sich gut zum Trocknen. Das habe ich mit dieser großen Menge getan, und der Haufen wurde zu einem Häuflein, das sich lange aufbewahren lässt.

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Die Pfifferlinge - versteht sich von selbst - wurden am selben Abend frisch in die Pfanne gehauen. Lach!

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Die Totentromete in der "Urne", reicht für den ganzen Winter!

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xamantao 10/17/2010 19:59



Ich habe mir schön manchmal vorgenommen, meine Kocherei auch mal zu fotografieren. Aber das wird nichts, bisher jedenfalls...


Außerdem funktioniert bei mir mal wieder was nicht. Beim letzten Update ist die USB-Verbindung grad mal unterwegs gewesen oder hat so vor sich hin geträumt. Ich weiss nicht, warum, aber sie hat
das nicht mitgekriegt, die dumme USB. Nun ist sie nicht dabei. Ich muss wieder mal warten, bis mein PC-Spezi Klaus Zeit hat uns sie einfängt.


Im Klartext heisst das: Ich kann meine Fotos nicht von der Kamera herunterladen. - Naja. Es gibt Schlimmeres.


Ciao + liebe Grüße, Xammi



anais 10/18/2010 11:30



Hallo Xammi! Ich hoffe, dass Deine USB vom Spezi-Klaus wieder eingefangen wurde. Ich würde gerne sehen, was du so alles in Deiner Küche zauberst, wenn Du dafür einmal Zeit hast. Dann setze ein
"leckeres" Foto ein!


Liebe Grüße


Joachim



xamantao 10/09/2010 09:51



Hallo Joachim,


dass man diesen dunklen Pilz essen kann, hätte ich auch nicht gedacht. Aber es gibt gerade bei Pilzen immer wieder gute Überraschungen. Leider bin ich da ziemlich unwissend. Wie Du ja sagst:
nichts riskieren. Aber vorige Woche haben wir im Wiesbadener Wald ein paar schöne Steinpilze gefunden. Die haben wir gleich abends gegessen. Erst als sie im Bauch waren, fiel mir ein: die hätte
ich zuerst fotografieren sollen.


Aber für Pilzfotos bist ja Du der Experte!



anais 10/10/2010 09:13



Hallo Xammi! Die Herbsttrompete ist wirklich gut. Solltest Du mal wieder Steinpilze finden, dann fotografiere sie für Deinen tollen Blog!! Und anschließend das Steinpilzessen nicht vergessen!
Lach!


Liebe Grüße


Joachim



Katharina vomTanneneck 10/08/2010 00:15



Hallo Joachim,


ich würde nie einen Pilz essen, den ich nicht kenne. Aber ich werde lernen die Pilze selbst zu erkennen. In ein oder zweiJahren werde ich genug Zeit dafür haben.


Liebe Grüße,Katharina



anais 10/08/2010 17:48



Hallo Katharina! Gut so! Lass' Dir Zeit dafür!


Liebe Grüße


Joachim



Katharina vom Tanneneck 10/07/2010 00:30



Hallo Joachim,


mir scheint, ich lebe hier in MeckPomm in einer ausgezeichneten Gegend. Eine solche Vielfalt habe ich noch nirgendwo gesehen. Vielleicht sollte ich doch mal eine Kurs für Pilzsammler belegen.
 Früher kannte ich nur Pilze aus dem Glas oder der Dose. Die mag ich aber nicht! Ein frischer Pilz schmeckt
tausendmal besser. Du bist zu beneiden.


Liebe Grüße, Katharina



anais 10/07/2010 11:57



Hallo Katharina! Wenn Dich die Wildpilze interessieren, wirst Du sicherlich öfter mal suchen gehen. Bis man mehrere Arten kennt, dauert das eine Weile. Es soll ja auch Freude bereiten, denn es
ist ein gesundes Hobby, solange man keine giftigen isst. Deshalb immer fragen und niemals beim Pilzesammeln vom eigenen Wissen zu sehr überzeugt sein!


Liebe Grüße


Joachim