Drei-D-Glocke im Desktop

Veröffentlicht auf von anais

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Sonntag, den 20. Oktober 2012. Als wir in die Ausstellung kommen, stellen wir fest, dass die Räumlichkeiten keine Galerie im eigentlichen Sinne sind. Wir stehen hier in einer geräumigen Altbauwohnung. Klara empfängt uns. Sie gibt Kunstunterricht an einer Salzburger Schule, hat z. Zt. hier die Aufsicht und erklärt den Besuchern, worum es geht.

"no place like home" hat die österreichische Künstlerin Barbara Musil ihre experimentellen Arbeiten betitelt. Dazu hat sie, was höchst selten geschieht, ein privates Wohnumfeld gewählt.

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In charmanter, wohnlicher Atmosphäre, die nicht so sehr modernsten und teuersten Ansprüchen entspricht sondern eher etwas zusammengestellt aus früheren Zeiten wirkt, hat sie die Einrichtung und Raumgestaltung den Werken angepasst. Hier wurde nicht das Bild passend zum Sofa ausgewählt sondern das Sofa zur Videoarbeit. Ich schaute mich um. Dabei fiel mir die Glocke im PC auf. Sie wirkt plastisch real wie hineingehängt. Bilder von unscheinbaren Gewächsen wirken lebendig so wie diese Blätter.

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In ein Gemälde mit einem Bauernhof hat sie zwei Frauen hineiprojiziert, als wären sie lebendig. Für mich ein Rätsel, wie man so etwas macht.

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Widersprüchliche Signale hat die Künstlerin gesetzt. So fühlt sich der Betrachter in einer Ecke sicher und geborgen, fern von der Außenwelt. Blickt man auf einen anderen Platz, so gibt er einem ein Gefühl von Unsicherheit und Unwohlsein. Diese  angenehm beunruhigende Ambivalenz macht das Sichzuhausefühlen aus. So habe ich Klara kennengelernt. Sie hat hier noch eine Weile zu tun. Wir schauen uns in der Getreidegasse um..

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Katharina vom Tanneneck 11/30/2012 01:26


Hallo Joachim, ich halte das für eine gute Idee und hatte mal Ähnliches vor. Mittlerweile überlasse ich es anderen. Trotzdem, mn könnte mit wenigen Mitteln viel erreichen.


Liebe Grüße, Katharina 

anais 11/30/2012 17:07



Hallo Katharina! Es war für mich beeindruckend, wie moderne, elektronische Gestaltung in die Kunst einfließt. Ich könnte so etwas nicht, weil ich davon keine Ahnung habe.


Liebe Grüße


Joachim