Grenzwanderung am Rande der Uckermark. I. Teil.

Veröffentlicht auf von anais

Diesen Streifzug am Rande der Uckermark entlang, nach Mecklenburg-Strelitz hinein, durch abgelegene Gefilde, habe ich schon einmal unternommen. Es war eine beinahe missglückte Suche nach Steinpilzen. Die stillen Ortschaften inmitten von Wald und Feld haben mich derart fasziniert, dass ich die Fahrt - diesmal mit meiner kleinen Kamera - noch einmal unternommen habe. Vor allem die Dorfkirchen haben mich in Erstauen und Verwunderung versetzt. So wurde meine Wanderung entlang der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fast zu einer Kirchenpilgerreise. Aber nicht nur. Auch anderes Schöne und Wissenswertes habe ich entdeckt. Weil die Strecke sehr lang ist, werde ich meine Erlebnisse in mehreren Folgen schildern.

Nordwestlich, nicht weit von Lychen entfernt, liegt Retzow, eine dörfliche Gründung aus dem 13. Jahrhundert. Dort hat die alte Kirchenruine - ein gotischer Feldsteinbau - mit starken Mauern alle Zeiten bis in die Gegenwart überstanden. Die Kirche wurde im Krieg zwischen Mecklenburg, Brandenburg und Pommern 1440 zerstört. Und so steht sie heute noch da: 
Kurz vor der Kirche befindet sich die "Kleine Galerie" des Malers Jens Nagel. Seit 1996 lebt er mit seiner Familie in Retzow. Mit seinen Gemälden - Landschaften, Portraits, Blumen u. a. - hat er sich als Künstler einen Namen gemacht. Sein Anwesen hat er in nur 9 Jahren in einen Exotik-Garten verwandelt mit berauschender Blütenpracht der Magnolien und winterharten Palmen. In seinem Café finden vor allem in den Sommermonaten Buchlesungen und andere Events statt:Ich setzen meine erste Etappe fort und fahre in das weite Waldgebiet, das sich bis nach Mecklenburg-Strelitz hinein erstreckt. In der DDR-Zeit befand sich hier das große Truppenübungsgelände der Roten Armee, der Schießplatz, wie es allgemein hieß. Ich mache einen Abstecher zum Insel-Hotel im versteckt gelegenen malerischen Großen Brückentinsee. Für Normalsterbliche war die Insel vor der Wende tabu. Sie war ein Stasi-Urlaubsparadies. Eine lange Holzbrücke führt vom Festland auf das Eiland. Erst nach der Wende konnten wir die Insel als ausgezeichnete Hotelanlage mit eigenem Fischfang aus dem klaren See kennenlernen.                            


Eigentlich hätte ich hier ein Käffchen trinken sollen. aber ich fahre weiter, wieder zurück zur unbefestigten Waldstraße, die Retzow/Uckermark mit dem Dorf Dabelow im Landkreis Mecklenburg-Strelitz verbindet. Denn dort erwartet mich ein Kleinod der Architektur, die
farbenprächtige regional-klassizistische Fachwerkkirche. Und die schauen wir uns im II. Teil an.
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Regina 10/11/2009 17:50


Danke Dir für die Informationen, die Ruine sieht ein bisschen unheimlich aus, aber das liegt wohl daran das ich zu den
Leuten gehöre die Bange vor Friedhöfen sind, lieber Gruß Regina


anais 10/11/2009 19:36


Der Friedhof und die Ruine liegen immer in hellem Licht Da brauchst Du kene Bange zu haben.
Liebe Grüße
Joachim


Margot 10/11/2009 11:20


Deine Reise in die nähere und entferntere Vergangenheit hast du wieder mit sehr schönen Bildern untermalt. Da hat sich wohl einiges verändert seit der Wende.
Liebe Grüße von Margot


anais 10/11/2009 19:33


Die Besitzverhältnisse haben sich geändert. Aber ansonsten ist in dieser Gegend alles schön naturbelassen.
Liebe Grüße
Joachim