Junge Riesenporlinge

Veröffentlicht auf von anais

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Austreibende junge Riesenporlinge (Meripilus giganteus).

 

Bei dem wieder etwas freundlicherem Wetter unternahm ich gestern eine etwas längere Radwanderung. Ich wollte die Bredereicher Landstraße entlang fahren fast bis in die Nähe des gleichnamigen Dorfes. Am Wegesrand, unter Buchen versteckt, hatten wir vor Jahren den Hallimasch in großer Anzahl auf altem Baumstubben gefunden. Ich nahm wieder meine Kamera mit, weil ich mein Fotoalbum "Kleine Pilzgalerie" auf meinem Blog mit neuen Bildern erweitern wollte.

Während der Fahrt auf dem anfänglichen Betonweg, der später in eine sandige, mit Schlaglöchern reich gesegnete Straße übergeht, schaute ich immer wieder nach links und rechts. Zwischen blühendem Erikakraut, jungen Kiefern und Birken wuchsen jede Menge Butterpilze, und ab und zu erspähte ich frische, feste Steinpilze. Es dauerte nicht lange, und mein Korb war wieder halbvoll, was ja eigentlich gar nicht meine Absicht war, denn ich wollte fotografieren. Auf einem Mooshügel sonnte sich ein großer brauner Geselle. Zuerst glaubte ich, es wäre ein Habichtspilz. Aber dann erkannte ich an seinem braunsamtigen Fuß, dass es der Samtfußkrempling war. Er ist zwar nicht giftig, aber nicht empfehlenswert. Für einen Schnappschuss allerdings eignete er sich allemal!

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Schließlich gelangte ich doch noch an das Ziel meiner Radtour. Ich legte mein Gefährt ab und begann zu suchen. Vom Hallimasch keine Spur!! "Na", dachte ich bei mir, der kommt wahrscheinlich erst später." Aber, gucke mal: Unter den dichten Buchenzweigen leuchteten aus dem Halbdunkel an einem zerfurchten Stamm, fein übereinander aufgereiht, kleine weiße Pilze hervor. Ich pirschte mich näher heran und betrachtete sie genauer. Die kleinen Exemplare waren weich und zart mit eng stehenden Poren an der Unterseite. Die etwas Größeren waren an der Oberseite zum Stielansatz hin braun gefärbt. Für mich war das wieder ein neuer, bisher unbekannter Baumparasit. Weil der leuchtendeStamm so malerisch aussah, schoss ich sofort ein Foto (siehe oben). Und wenig später noch ein weiteres von einer hübschen Pilzkolonie - wahrscheinlich ein Schwefelpilz - auf altem Birkenholz. Die habe ich aber nicht eingesammelt.

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Einige junge Pilze schnitt ich ab, um zu Hause gleich einmal das Pilzbuch zu konsultieren. Da wurde ich allerdings nicht so recht schlüssig. Ich legte sie meinem Pilzberater vor, und der meinte: "Das ist der frische Austrieb des Riesenporlings. Jung ist er essbar."

Somit hatte ich also schon zwei verschiedene, essbare Porlinge in meiner Sammlung - diesen und den Schwefelporling Pilzschnitzel vom Schwefelporling .

Heute werde ich die jungen Riesenporlinge zubereiten. Mal sehen, was das wieder für eine Mahlzeit wird! Lach! 

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Katharina vom Tanneneck 09/13/2010 00:18



Hallo Joachim,


ich bewundere Dich um Deine Gabe, die schönsten Pilze Deutschland´s zu entdecken. Ich wußte gar nicht, dass wir hier so eine Vielfalt an Pilzen haben. Wie machst Du das nur? Ich laufe ja auch
nicht mit verschlossenen Augen durch die Landschaft aber ich finde diese Pilze nicht. Ich weiß schon, ich muß noch viel lernen! Werde mir aber Mühe geben. Lach!


Liebe Grüße, Katharina 



anais 09/13/2010 18:43



Hallo Katharina! Ich bemühe mich, die schönsten Pilze hier in unserer Gegend zu finden und zu fotografieren. Allerdings den Edelpilz, die Trüffel, haben wir bei uns hier im Norden nicht. Einige
Essbare fehlen noch in meiner Sammlung. Aber - die werde ich noch entdecken! Mache mal immer wieder einen Spaziergang und schaue in die Landschaft. Dann wirst Du sicherlich welche entdecken und
brauchst Dir keine große Mühe zu geben. Lach!


Liebe Grüße


Joachim