Kare Kare

Veröffentlicht auf von anais

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Donnerstag, den 2. Februar 2012.

Am Vormittag treffe ich mich mit Pastor Ifa. Wir verabreden uns für Freitag, unseren vorletzten Tag auf Weno. Bis dahin will er mir die zwei Geschichten aus der Sagenwelt der Chuuk-Inseln aufschreiben. Am Vormittag wird er sie mir übergeben.

Wir bleiben den Tag über im Blue Lagoon Resort. Nachmittags schnorchele ich noch einmal vor unserer Küste. Ich möchte doch die abgestorbene, zerfallene Korallenbank mit den Seeigeln aufnehmen.

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Am sonnigen Strand lassen wir uns weiter bräunen. Ich fotografiere zu Dämmerungsbeginn unseren Palmenhain mit Blick auf die See.

Zum Abendessen wollen wir im Restaurant à la carte speisen.

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Die Fischgerichte, Fleisch- und Gemüsespeisen der internationalen Küche haben uns bisher gut geschmeckt. Ich überlege, ob ich zur Abwechslung nicht doch einmal ein Gericht aus dem einheimischen kulinarischen Angebot wähle. Das ist etwas schwierig, weil die Speisen ihre chuukische Bezeichnung haben. Vielleicht etwas zu oberflächlich überfliege ich die Zutaten, lese porc und denke: "Das ist das Richtige!" Als die nette Kellnerin in ihrem farbigen Gewand erscheint, bitten Mr. Cornflakes und ich sie um ein Foto. Das lässt sie gerne zusammen mit Frank geschehen.

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Nun geht es an die Bestellung. Ich zeige ihr "Kare Kare" auf der Karte und frage, ob es gut ist. Die Kellnerin nickt. Ich wähle also Kare Kare. Nach einer Weile kommt sie mit einer hohen Suppenschüssel und serviert sie mir. Ich schaue hinein. Es scheint eine Fleisch-Gemüsesuppe zu sein. Hellbraun sieht sie aus. Aber mitten drin liegen mehrere sternförmige Knochen. "Frank," sage ich, das sind Wirbelknochen, ganze Wirbel vom Schwein! Appetitlich sieht mir das gerade nicht aus." Frank meint nur lakonisch: "Du hast es bestellt. Also probiere es und iss!" Mir sind diese Knochen zuwieder. Deshalb löffele ich die dicke Suppe, esse Toastbrot und Reis dazu. Mr. Cornflakes lässt sich einen Wirbel geben und knabbert ihn ab: "Geht doch. aber was Besonderes ist es nicht. " Da gebe ich ihm Recht und lasse den Rest stehen. So richtig satt und zufrieden fühle ich mich nicht. Am anderen Morgen hatte ich die Bescherung. Zum Glück ging sie schnell vorüber. Kare Kare soll uns noch lange in Erinnerung bleiben. Mr. Cornflakes fragt mich in der nächsten Zeit so manchees Mal: "Na, möchtest Du nicht wieder mal Kare Kare essen?

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Veröffentlicht in Taipeh Mikronesien und Palau

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xamantao 04/20/2012 05:10


Dein Gesicht vor der Suppenschüssel spricht Bände!

anais 04/20/2012 17:37



Kare Kare klingt mir immer noch in den Ohren. Lach!



Reinhold.Einloft 04/18/2012 12:32


Ich hab was übersehen, bin dir nicht gefolgt auf deinen Spuren (in Italien gabs nur wenig Internet). Wo bist du???? Das sieht ja alles spannend und wunderschön aus. Na ja, nicht das Kare Kare.
Gibt sicher Besseres. Aber seltsamerweise vergisst man viele andere Sachen, nur so ein Essen nicht. Schöne Abenteuer und Erlebnisse noch, woimmer du auch sein mögest.


Beste Grüße RE

anais 04/18/2012 19:57



Hallo RE! Im virtuellen Leben bin ich zur Zeit in Mikronesien, auf den Karolineninseln. Im realen Leben sitze ich hier zu Hause in Lychen am Stadtsee und bearbeite den Garten. Ich habe mit Frank,
einem Freund von mir, fast sieben Wochen lang drei der vier Bundesstaaten von Mikronesien und den Inselstaat Palau bereist. Vorher waren wir noch ein paar Tage in Taipeh und auf Guam. Ich
schreibe hier mein Tagebuch. Später wollen wir es vielleicht ausdrucken.


LG Joachim



Katharina vom Tanneneck 04/17/2012 22:05


Hallo Joachim, Du hast uns wieder einen schönen Eindruck von Deinem Urlaub vermittelt mit den Bildern. Danke dafür! Mit dem Essen, das man nicht kennt, kann man reinfallen oder auch nicht. Du
hattest einfach etwas Pech! Sei froh, es hätte schlimmer sein können. 


Liebe Grüße, Katharina

anais 04/18/2012 19:51



Hallo Katharina! Kare Kare klang so schön exotisch. Da habe ich mir ein leckeres Schweinefleischgericht vorgestellt. Als ich aber die Knochen sah, war ich bedient. Am besten ist, man bleibt bei
Chicken, Ei, Gemüse und Fisch. Aber ich bin nun mal auch beim Essen neugierig. Ich freue mich immer, wenn Du Dir die Zeit nimmst und die Reiseaufzeichnungen liest. Vielen Dank!


Liebe Grüße


Joachim