Sonntag, 7. februar 2010 7 07 /02 /2010 08:57
KohlmeiseSchnee.JPG

Foto: RoseM.
 

  
    "Kohlmeisenlied"


Ganz oben in der Erle,

da singt ein Meisenhahn

das Lied vom "Frühling, Frühling",

der neu wird aufgetan.

Liegt auch in weiten Landen

noch sehr viel Schnee und Eis,

der Winter geht zu Schanden,

weil es die Meise weiß.

Drum singt sie ruhig weiter

ihr kleines Liebeslied

vom "Frühling, Frühling, Frühling" -

bis alles wieder blüht.

     
      Herbert Hahn (1901 - 1991), Lenkawa, 1942.


Anmerkung: Herbert Hahn, Vater von RoseM, verfasste u. a. dieses kleine Gedicht, als er mit 40 Jahren als einfacher Soldat und Andersdenkender an die Ostfront geschickt wurde. Immer in der Hoffnung und Zuversicht, dass der Krieg wie der Winter zu Schanden geht und der Frieden wie der Frühling zurückkehrt. 

 

von anais - veröffentlicht in: Gedichte von RoseM - Community: Sprechen durch Schreiben
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Kommentare

Hoffnung und Sehnsucht liegen in diesen Gedicht. Besser könnte es man nicht mitteilen. Das Bild passt perfekt dazu.
Liebe Grüße,
Katharina
Kommentarnr1 gepostet von Katharina vom Tanneneck am 8.02.2010 à 00h42
Finde ich auch. Zumal es ein Soldat im Krieg geschrieben hat. Es sollte auch gegen den Wahnsinn aller Kriege heutzutage gelten!
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 8.02.2010 à 15h33
Und mit seiner Zuversicht hatte er recht. Der Krieg ist zu Ende gegangen, er ist heimgekehrt, war am Leben und hat ein biblisches Alter erreicht. Hoffen ist nie verkehrt.
Liebe Grüße von Margot
Kommentarnr2 gepostet von Margot am 8.02.2010 à 10h40
Es ist bewundernswert, wie sich dieser Soldat an der Ostfront seinen Lebensmut und seine Zuversicht durch das Schreiben erhalten hat. Ja, hoffen ist nie verkehrt.
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 8.02.2010 à 15h38
Ein ganz süßes Gedicht ist das.
Voller Hoffnung an der Front, dass alles Schlimme bald vorbei sein wird und das Gute, der Frühling bald kommen möge.
Kommentarnr3 gepostet von xamantao am 8.02.2010 à 20h22
Ja, das finde ich auch. Es kann auch für die heutigen schrecklichen Kriege gelten!!
Antwort von anais am 8.02.2010 à 22h09
Alle Kriege beenden und das ersparte Geld den Armen geben, die Hunger leiden und dahinsiechen weil sie keine Medikamente bekommen und kaum etwas zu essen haben. Ich gebe die Hoffnung nicht auf!
Kommentarnr4 gepostet von Katharina vom Tanneneck am 8.02.2010 à 22h58
Dazu müsste wohl die Welt erst einmal neu geordnet werden. Das bleibt wohl auf lange Sicht ein Traum. Leider!
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 9.02.2010 à 11h44

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