Saturday, 31. october 2009 6 31 /10 /Okt. /2009 18:52
Diese prächtige Krause Glucke musste heute dran glauben. Ich wollte sie mit feinem geschnetzeltem Kalbfleisch und süßer Sahne zubereiten. Weil weder Kalbfleisch noch süße Sahne im Kühlschrank vorrätig waren, ging ich heute vormittag zum Fleischer und zum kleinen Lebensmittelgeschäft am Marktplatz. Ich musste mich allerdings sehr wundern, denn die Straßen waren leer und die Geschäfte geschlossen. Ah, fiel mir wieder ein. Na klar - heute ist Reformationstag! Heute feiern Kirche und Land!!! Also borgte ich mir süße Sahne bei den Nachbarn. Nur Kalbfleisch hatte niemand. Kalbfleisch ist wohl auch nur selten zu bekommen.
Also zerkleinerte ich am Küchentisch die Krause Glucke und unterzog sie einer sorgfältigen Wäsche. Sie ist besonders lecker, mit nussigem Geschmack. Dann schnitt ich Zwiebeln und etwas Knoblauch, bis mir die Augen tränten. Aus dem Garten holte ich frischen jungen Dill. Gut gewaschen, hackte ich ihn fein. Dann bereitete ich die Hackfleischröllchen zu. Kalbfleisch wäre natürlich am Staatsfeiertag angemessener gewesen. Weil es dazu Reis geben sollte, weichte ich ihn schon etwas in Salzwasser mit einem Schuss Rapsöl vor.
Jetzt ging's ans Braten, Bruzzeln und Kochen. Zuerst wurden die Hackfleischröllchen knusprig gemacht und beiseite gestellt. Dann kamen die Krause-Glucke-Stückchen mit etwas Rapsöl in eine große Pfanne und bruzzelten so 15 bis 20 Minuten. Und da fiel mir der Reis ein. Also ließ ich ihn - nicht allzu weich - kochen und danach noch bis zur Fertigstellung des köstlichen Feiertagsgerichts ein bischen quellen.
Mit den würzigen Saucen der Hackfleischröllchen und der Krausen Glucke verquirlte ich die süße Sahne in der großen Pfanne, gab einen Schuß frischen Zitronensaft dazu - noch vornehmer wäre natürlich Weißwein - und dann Röllchen und Glucke hinein. Noch einmal kurz aufgekocht und mit dem Dill bestreut. Anstelle von Dill wären auch Basilikum oder etwas Thymian geignet.
Der Reis wurde im Sieb gespült, noch einmal erhitzt, damit er locker wird, in eine ausgewaschene Tasse gefüllt, etwas angedrückt und auf den Teller gestülpt. Dann kam das Pilzgericht dazu, garniert mit Tomatenstückchen (die letzten aus der eigenen Ernte), einer Zitronenscheibe und Dillkraut.
Ein vorzügliches Feiertagsgericht am Sonnabend, wo es normalerweise eine Gemüsesuppe gibt.

Das Rezept:
- 400 Gramm Krause Glucke oder Morcheln, auch Shitake-Pilze oder Herbstrompeten
- 300 Gramm Hackfleisch (Kalbfleisch,geschnetzelt)
- weißer Pfeffer
- Salz
- nicht zu wenig gehackte Zwiebeln
- eine gehackte Knoblauchzehe
- 100 ml süße Sahne (saure Sahne ist auch lecker)
- Saft von einer halben Zitrone
- 1/8l trockener Weißwein
- fein gehackter Dill, oder Basilikum, Tymian, je nach Geschmack

Als Beilage eignen sich Reis, Nudeln und Kartoffeln.
Guten Appetit!  








von anais - veröffentlicht in: Küchenrezepte
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Kommentare

Mhh - lecker ;) Jetzt hab ihc HUNGER ;)
Kommentarnr1 gepostet von Martin am 1.11.2009 um 10h22
Na, dann nichts wie ran an die Bouletten (mit Pilzen). Interessante Website!!!
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 1.11.2009 um 18h04
Joachim, ich hab' Hunger! Gehe jetzt dann gleich in die Küche zu meinem Fisch mit Fisolengemüse und Dillsauce. Aber deine Speise sieht auch wirklich hervorragend aus. Reis mit Rapsöl klingt auch gut, nur wird mir da leider der Liebelingsmann streiken.
Liebe Grüße von Margot
Kommentarnr2 gepostet von Margot am 1.11.2009 um 10h44
Hat denn der Fisch mit Fisolengemüse in Dillsauce gemundet? Was sind denn bloß Fisolen?
Ich mag Fisch sehr gerne - in allen Varianten. Rapsöl soll übrigens besondes gesund sein. Nehme aber auch oft Olivenöl.
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 1.11.2009 um 18h09
Pilze, erinnern mich immer irgendwie an meine Kindheit, als die Tage noch viel länger dauerten und irgenwie jeder noch Zeit hatte Pilze zu suchen ...

Damals hasste ich Pilze, weil mein Vater, leidenschaftlicher Pilzsammler, immer tonnenweise aus dem Wald holte und wir sie putzen mussten ...

Heute freue ich mich über eine Pilzpanne, ... so ändern sich die Zeiten!!!

LG ~ICH~
Kommentarnr3 gepostet von ~ICH~ am 1.11.2009 um 12h30
Hallo, mein liebes "Du"! Wir Jungen haben das Pilzesammeln vom Vater gelernt. Er unternahm an Wochenenden gerne eine Radtour mit uns durch den Wald. Wir haben in der Familie alle Pilze gerne gegessen. Mittlerweile ist das eines meiner Hobbys, und ich freue mich jedesmal, wenn ich einen Neuen kennenlerne. Früher hat Mutter die Pilze geputzt. Sie wurden gebraten. Viel experimentiert wurde damit nicht. Mit der Pilzpanne meinst Du hoffentlich die Bratpfanne. Weil - eine Pilzpanne kann es auch geben. Manche ist man nämlich nur einmal. Lach!
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 1.11.2009 um 17h48
Oi, Du bist ja ein wahrer Gourmet. Da hätte ich mich gern eingeladen. Danke für Deine Nachfrage wegen der langen Pause. LG Doris
Kommentarnr4 gepostet von Doris am 2.11.2009 um 21h37
Ich hätte Dich auch gerne eingeladen. Aber Du warst ja lange Zeit nicht zu erreichen.
Schön, dass du wieder da bist.
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 3.11.2009 um 09h55
Ich könnte genau das gleiche schreiben wie Martin, der mit dem 1. Kommentar! Mein Vater hat kürzlich auch ein paar Pilze gebracht, eine krause Glucke war dabei - voller Maden. Ich habe sie weggeworfen, war zu eklig. Aber alle anderen Pilze waren lecker. Ich hatte Eier daheim und habe uns schöne Pilzomeletts gemacht, dazu Feldsalat.
Kommentarnr5 gepostet von xamantao am 3.11.2009 um 22h34
Maden müssen nicht dabei sein. Die Pilze haben schon genug Eiweiß. Lach! Aber Feldsalat ist auch eine feine Sache!
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 4.11.2009 um 10h59
na, beim Abdrücken hast Du wohl vor Appetit schon gezittert ;-)
Aber schön, dass Du auch Schirmpilze nimmst!
Kommentarnr6 gepostet von Mittwochs am 4.11.2009 um 16h31
Jetzt habe ich aber scharf überlegt, was Du mit "Abdrücken" meinst. Lach! Klar, das Foto!
Schirmpilze esse ich nur, wenn sie jung und geschlossen sind. Das Panieren ist nicht so sehr nach meinem Geschmack.
Liebe Grüße
Joachim
Antwort von anais am 4.11.2009 um 17h28

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