Kunst mit Hintergedanken

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Als Ausstellungsraum gestaltete ehemalige Gaststätte des früheren FDGB-Schulungsheimes. Fotos: J. Hantke.

 

...so jedenfalls empfand ich die Bilder, und Ausstellungsstücke, als wir das frühere FDGB-Schulungsheim besuchten und uns in dem Flachbau des ehemaligen Restaurants umschauten. Die Wände sprechen noch von alten Tagen, als hier gefeiert, gespeist und getrunken wurde. Zur DDR-Zeit war das eine beliebte und gutgehende Gaststätte, nicht nur für die interne Nutzung des Heimes sondern auch für die Öffentlichkeit.

Jetzt hat hier Peter van Heesen sein Kunstdomizil eingerichtet. Gemeinsam mit der gebürtigen Lychenerin Katja Sommerfeld stellt er Werke der Fotografie aus. Zum Teil sind sie auf Hintergrundplatten gedruckt. Andere sind wie hier hinter schwebendem Glass befestigt,

An der weißen Seitenwand sind Arbeiten von Katja Sommerfeld zu sehen. Die Frontwand ist mit einer braun/weiß gemusterten DDR-Tapete beklebt. Und diese soll auch dran bleiben, erklärte uns Peter van Heesen.

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Kleine Fotografien, auch beim direkten Betrachten kaum erkennbar, schweben in einem kaputten Aquarium, in dem alles trocken und tot ist. Vielleicht, so habe ich mir gedacht, ist dies das FDGB-Heim im Jetzt-Zustand en miniature. Wer weiß, hinter allem stecken Ideen. Eben keine Kunst, die auf Verkauf orientiert ist sondern eher zum Nachsinnen inspiriert.

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Als ich den Künstler fragte, was es denn mit dem Kleiderbügel auf sich hätte, erzählte er, wie es dazu gekommen war. Er hatte sich mit einem Juristen unterhalten und gefragt, welches denn die so üblichen Mordinstrumente wären, die im Hausgebrauch verwendet werden. Und hier sind davon einige. Eine Idee, auf die nicht jeder so ohne weiteres kommt.

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Im ehemaligen Duschraum hinter mehreren Durchgängen sind Winterfotos ausgestellt. Peter van Heesen hat sie während seiner Fahrt zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Ausschwitz auf der zurückgelegten Wegstrecke gemacht. Seine Erläuterungen brachten uns Verständnis.

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Die Austellungen im Lichthouse und hier im alten FDGB-Heim kommen von draußen, sind nicht Lychen-typisch. Aber sie lassen uns über den Kirchturm weit hinaus blicken...

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Katharina vom Tanneneck 05/10/2013 23:12


Hallo Joachim,


es gibt heutzutage ja viele Kunstwerke, wo man nicht an Kunst denkt. Ich habe da schon Dinge gesehen, die für mich Abfall waren aber Kunst darstellen sollte. Es ist und bleibt Geschmackssache.


Wir haben auch noch ein paar schöne Fensterscheiben, die sich sehr gut dafür eignen würden. Vielleicht werden wir da unsere künftigen Kusntstücke ausstellen. Es würde ganz gut passen! Das habe
ich jetzt nicht ironisch gemeint!


Von den Bildern sieht man leider nicht so viel und die Mordinstrumente, da wäre ich nie drauf gekommen! Ich will aber auch gar nicht wissen, wie das funktioniert hat. 


Übrigens, solche Tapeten gab es früher bei uns auch. Damals warten sie modern, heute finde ich sie schrecklich aber nostalgisch könnte man so etwas doch gerne sehen wollen. 


Ein schönes Wochenende für Dich und liebe Grüße aus dem Tanneneck.


Katharina

anais 05/12/2013 19:46



allo Katharina,


Du hast das mit mit treffenden Bemerkungen kommentiert. Es ist Kunst, die hier etwas aus der Art schlägt. Aber es sind junge Leute. Wer weiß, was sie in zukunft produzieren.


Liebe Grüße


Joachim



Archi 05/10/2013 21:09


Guten Abend Joachim

Auf solche Mordwerkzeuge wäre ich niemals gekommen,
wahrscheinlich weil ich niemanden töten könnte.
Ich muss gestehen, dass ich moderne Kunst nicht so mag, aber kann den Gedanken des Künstlers folgen.
Schade eigentlich, dass ihm sowas auffällt.

Er hat sicherlich noch viel mehr Unangenehmes zu denken.
Man sollte ihm Glück und Zufriedenheit wünschen.

lg Uli

anais 05/12/2013 19:44



Hallo Uli,


ich denke selber genauso wie Du. Wir wissen nicht, was in den Köpfen solcher Künstler vorgeht. Ich beurteile das nicht. Aber düstere Kunst liegt mir auch nicht.


Liebe Grüße


Joachim