"leben waagen" - Beratung und Kunst

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Blick ins Atelier für Beratung und Kunst von Katrin Zink. Fotos: J. Hantke.

 

Als letzte Attraktion am Wochenende des Roten Fadens besuchten wir das Atelier für Beratung und Kunst von Katrin Zink in Hohenlychen, Birkenweg 1.

Wir trafen am vergangenen Sonntagvormittag als erste Besucher bei der Künstlerin und Psychologischen Beraterin ein. Katrin Zink, jung und nett, empfing uns herzlich und lud uns gleich zu einer Tasse Kaffee ein.

Unser Blick fiel zuerst auf die bunte, doppelte Stuhlreihe, ursprünglich einfache, glatte Holzsitze, jetzt fantasievoll bemalt. Katrin Zink hat sie so farbenfroh gestaltet, um die Eintönigkeit von Wartezimmern und Therapie-Räumen zu überwinden und das Ambiente zu beleben. Hier nehmen auch bei ihr die Menschen Platz, die unter dem "Leitmotiv "leben waagen" Hilfe und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen suchen. Katrin Zink bietet Interessenten einen kreativen Austausch, z. b. bei Pastellmalerei ohne künstlerische Vorkenntnisse, an, der die Teilnehmer Vergessenes wieder entdecken, Überraschendes erleben, Perspektiven wechseln, Neues ausprobieren oder Antworten finden lässt.

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Mich interessierte ihre Art zu Malen. Bringen doch ihre Bilder nach meinem Empfinden viel Symbolik zum Ausdruck. Gewohntes, wie Blüten, sind ungewöhnlich gemalt. Abstraktes, wie das blaue Bild, wirkt auf mich beruhigend, entspannend und kühlt wahrscheinlich überhitzte Empfindungen beim längeren Betrachten ab.

Unsere Gastgeberin und Künstlerin meinte zu mir, als wir über Maltechniken sprachen: "Versuchen Sie es mal mit Spachteln, und sie werden erleben, was sich spontan, ohne festes, vorgefasstes Gedankenbild, auf der Leinwand entwickelt. Das ist auch eines der Geheimnisse der abstrakten Malerei. Das Bild, vorher unbekannt, entwickelt sich im Malprozess."

Über diese Empfehlung habe ich mich gefreut. War doch deshalb der Besuch bei Katrin Zink nicht nur ein kontemplatives Erlebnis sondern auch eine Vermittlung von praktischer Erfahrung aus ihrer Kunst des Malens.

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Katharina vom Tanneneck 05/13/2014 23:37


Hallo Joachim,


die Stühle sehen ja toll und farbenfroh aus aber wenn man da lange drauf sitzen muss, dann sollte man gut gepolstert sein. Da wir letztens ja in der Klinik waren und überall warten mussten, haben
wir diese schmerzhafte Erfahrung gemacht. Wir mögen es lieber gepolstert! 


Von den Bildern gefällt mir am besten das erste Bild. Ich mag grün und das Bild erinnert mich einfach an die Natur. Ich würde dafür sicher ein Plätzchen bei uns finden. Vielen Dank für Deinen
Bericht!


Liebe Grüße, Katharina 

anais 05/14/2014 20:12



Guten Abend Katharina,


klar, ich sitze auch lieber auf einem gepolsterten Stuhl, vor allem, wenn ich lange warten muss.


Ich habe von der Malerin nicht so viele Bilder fotografiert. Sie sind aber alle sehr schön und originell. Du wirst wohl einmal Grün im ild haben. Lach!


Liebe Grüße


Joachim



Archi 05/13/2014 21:28


Ich hatte noch vergessen "leben waagen" - eine feine Übersetzung und Metapher zu "Sein, seiner selber wegen"


Die Waage zum Leben, oder das Leben auswiegen.


Ein Schwerpunkt zur Wichtigkeit seiner Probleme neu zu setzen - hübsch in Blumiges oder Buntem verpackt. Eine Augenweide, ablenkend zur Situation, ein anders Diskussionsthema, irgendwie.


Meinen vollen Respekt.


Sorry, für mein Volltexten


Schlaf gut


lg Uli


noch mal

anais 05/14/2014 20:20



Hallo Uli,


Du siehst, interpretierst und empfindest mehr als ich. Meine Gedanken sind nicht in diese Tiefe gegangen. Vielen Dank.


Liebe Grüße


Joachim



Archi 05/13/2014 21:22


Guten Abend Joachim


Die Stühle sind wirklich klasse.


Ich stell mir gerade vor, dass die Leute im überfüllten Warteraum sagen:" Hömma, kannse mal rutschen, ich finde den Stuhl so toll, und ich hatte ihn immer." Schon wäre der erste Kontakt für
Menschen geschaffen, die sich nicht gerne mit Menschen befassen.


Es ist eine geniale Idee.


Frag sie doch bitte mal, ob sie sich mit Autismus beschäftigt.  Ich denke nämlich, dass diese bunten Stühle für ein angenehmeres Gefühl sorgen könnten.


Man hat etwas zu hinterfragen, zu erforschen zu denken. Keine Angst vor der Warterei und beklemmenden Gefühle.


Die Dame muss sehr nett und sehr umfassend denken.


Nicht, wie die üblichen Psychoklempner, die nur ihr eigenes Unvermögen auf andere übertragen wollen.


Es gibt also durchaus menschliches unter allen.


lg Uli


 

anais 05/14/2014 20:18



Guten Abend Uli,


Du hast Dir gute Gedanken gemacht zu den bunten Stühlen und zum tiefen Sinn, im Leben etwas wagen, aber auch abzuwägen. Ich werde mal Frau Zink anrufen und fragen, ob sie sich mit autismus
beschäftigt. Ihre Bilder finde ich gut, mit Emotionen gemalt. Sicherlich wird sie auch so mit ihren Gesprächs- und Malteilnehmern umgehen.


Liebe Grüße


Joachim