Mit Kajaks durch den Mangrovenwald

Veröffentlicht auf von anais

 

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Donnerstag, den 9. Februar 2012.

Um 9.00 Uhr geht' mit Kajaks los zum Mangrovenwald vor Yaps Küste. Ich unternehme diese Tour allein. Frank will an Land bleiben und selbst etwas für sich tun. Mal etwas Abstand voneinander - das tut uns beiden gut.

Die Tour startet vom Manta Ray Ressort. Ich bin aber nicht allein, denn eine junge Mikronesierin und Kevin O' Keef aus New York haben die Fahrt ebenfalls gebucht. Wir haben heute zwei Guides, Alex und Theo. Sie lenken das Hochseeboot zur Westküste.

Nach einer halben Stunde biegen wir in eine stille Bucht ein. Vor uns erstreckt sich eine weite grüne Baumlandschaft im Wasser vor der Insel. Der Driver stoppt das Boot. Die Einer-Kajaks werden zu Wasser gelassen, und jeder von uns steigt in sein Boot, das ziemlich wackelig ist.

Theo fährt voran und führt uns in hinein in das Mangrovendickicht. Er hält an, tippt sich mit dem Zeigefinger vor den Mund und zeigt in das Geäst.. Wir sollen still sein, denn auf einem Zweig, kaum zu sehen, sitzt ein kleiner gelber Vogel, der den Fischern zeigt, wo Fang zu erwarten ist. Ruhe, Stille und Beobachten sind hier in dieser kaum berührten Natur angesagt. Bizarr sehen die Mangroven aus. Graue Stelzwurzeln tragen die sattgrünen Bäume, die Sauerstoff zum Atmen abgeben und lebenswichtig sind für das ökologische Gleichgewicht auf unserer Erde. Ich muss nämlich gerade jetzt daran denken und schaue mir deshalb hier alles mit Achtung und voller Respekt an.

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Fotos zu machen, ist nicht ganz enfach, weil ich immer mit den anderen Kajakfahrern mithalten muss. Warte ich zu lange, sind sie in dem Labyrinth der schmalen Kanäle meinen Blicken entschwunden.

Theo lässt uns die Ohren spitzen. Die Stille wird unterbrochen von dem Ruf des Yap-Monarchen, den ich selber nur einmal fliegend zu Gesicht bekomme - ein großer Vogel mit rotbraunen Flügeln an der Unterseite. Immer wieder öffnen sich unserem Blick neue Kanäle im Halbdunkel des dichten Waldes. Aufpassen heißt es, wenn ein Baumstamm quer vor uns im Wasser liegt. An die herabhängenden Luftwurzeln der Mangroven zu stoßen, ist ebenso wenig angenehm. Ungefähr zwei Stunden sind wir im Dschungel unterwegs. Ohne Theo hätten wir kaum wieder herausgefunden.

Wir gleiten über eine kleine Bucht, fahren dann unter einer Holzbrücke durch und erblicken am Ufer ein Männerhaus, vor dem wir unser Picknik einnehmen werden.

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Noch ist es nicht soweit, denn wir dringen wieder in das Mangrovendickicht ein und wollen nach dem Fruit Bird, dem Fruchtvogel, Ausschau halten. Er ernährt sich von dem Saft der Pandanus-Frucht. An einer Stelle, die sich zum Himmel öffnet, warten wir. bis wir die großen, dunklen Flugkünstler weit oben in hohen Baumkronen kurz sehen können. Kevin hat mehr Glück, denn er zeigt mehrmals nach oben. Ich sehe sie nur einmal, denn mir fehlt einfach meine Brille.

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Nun ist es Zeit, die Mittagspause einzulegen. Erschöpft sind wir alle nicht, weil wir langsam gepaddelt haben. Vor dem Men' House wird das Essen ausgepackt, das sich jeder bestellt hat. Dazu gibt es viel Wassermelonen-Stücken und Bananenkuchen. Das ist ein Napfkuchen, dem trockenes Bananenmehl zugegeben wird. Lecker!

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Alex und Theo setzen sich unter einen Baum, Kevin nimmt etwas abseits Platz, und ich gehe auf die junge Mikronesierin zu, um mich mit ihr zu unterhalten. Wir stellen uns einander vor. Da staune ich aber: Das hübsche, nussbraune Mädchen kommt von der Insel Pohnpei und macht hier ein Praktikum, weil sie anschließend auf Hawaii Tourismus-Marketing studieren will. Sie sagt mir ihren vollen Namen: Dana Wolfhagen! Ihr Familienname ist eindeutig deutsch. Und sie erklärt mir, weshalb das so ist: Ihr Urgroßvater hatte während der Kolonialzeit als Hafenarbeiter auf Pohnpei gearbeitet, die Schiffe gewartet und mit Öl versorgt. Er heiratete eine Insulanerin und gründete seine Familie. Der Name Wolfhagen hat sich über die väterliche Linie bis heute zu ihr erhalten. In Deutschland war Dana bisher noch nicht. Sie spricht Englisch. Das möchte sie später nachholen, um nach den Spuren ihrer Vorfahren zu suchen.

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Nach der Mittagpause gewährt uns Alex einen Einblick in das Männerhaus und erklärt uns dessen Bedeutung auf Yap...

 

Veröffentlicht in Taipeh Mikronesien und Palau

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xamantao 05/29/2012 20:07


So schön ist´s da - und KEINE MÜCKEN???!! Das muss das Paradies sein!

anais 05/30/2012 19:28



Es gab auf allen Inseln und drum herum kaum Mücken. Ich jedenfalls wurde nicht einmal gestochen.



Katharina vom Tanneneck 05/11/2012 01:13


Hallo Joachim, das war sicher ein schöner Ausflug. Ich habe mir nach Deiner Erzählung das Abenteuer so richtig vorstellen können. Gab es da eigentlich viele Mücken oder so? Es ist doch ein
feuchtes und heißes Klima.


Liebe Grüße, Katharina


 

anais 05/12/2012 18:32



Hallo Katharina! Es war wunderbar und vor allem so ruhig. Mücken gab es so gut wie keine. wWr hatten auf allen Inseln keine Mücken. Vielleicht gibt es sie dort von Anfang an nicht, weil es keine
größeren Warmblüter gibt (außer den Menschen in der Jetztzeit).


Liebe Grüße


Joachim



Regina 05/10/2012 18:35


Ich glaube gern das ihr beim paddeln aufpassen musstet, für mich wäre das auch nichts gewesen wie Du schon geschrieben hast, eine sehr wackelige Angelegenheit, die Bilder sind aber wieder
toll, sieht alles ein bisschen verwunschen aus, l G Regina

anais 05/12/2012 18:28



Hallo Regina! Die einer-Kajaks sind ziemlich wachelige Nachen. Im Zweier ist die Lage sicherlich stabiler. Sie drehen sich auch schnell, wenn man nur links oder nur rechts paddelt. Für die
Mangrventour allerdings waren sie sehr wendig.


Liebe Grüße


Joachim