Mit Säge und Machete in den Dschungel hinein

Veröffentlicht auf von anais

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Donnerstag, den 16. Februar 2012.

Ab Melekeok sitzt Mr. Cornflakes am Lenkrad. Noch fährt er ruhig und gelassen auf glattem Asphalt durch die hügelige Landschaft auf Babeldaob. Wir genießen den frischen Zugwind, der uns die Tropenwärme erträglicher werden lässt.

Kent hat es sich auf dem Rücksitz bequem gemacht. Nach vielleicht zehn Kilometern lässt er Frank nach rechts auf einen unbefestigten Weg einbiegen.  Zerfurcht ist die Erde. Das Gelände ist mit hohem Gras und Trockenpflanzen bewachsen. Der ATW-Ranger kommt trotz der Löcher und Dellen gut voran.

Ein grünes Dickicht kommt näher auf uns zu, und ehe wir uns versehen, stehen wir vor einem Abhang. Steil führt der Weg nach unten und verschwindet in wildem Grün der Bäume und Sträucher. Kent lässt Frank langsam den Wagen hinunterrollen. Kaum sind wir in das Dickicht eingetaucht, müssen wir stoppen. Ein langer Baumstamm versperrt die Weiterfahrt. Kent meint, er müsse erst beim letzten starken Unwetter gestürzt sein. Auf solche unvorhersehbaren Ereignisse vorbereitet, packt er Säge und Machete aus, läuft auf den Stamm zu und beginnt, die Äste abzuschlagen. Frank springt über das Gestrüpp, greift zur Säge und zerteilt den Stamm so, dass beide ihn zur Seite schleppen können.

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Wir haben wieder "freie Fahrt". Der Boden ist abschüssig, die lehmige Erde rutschig. Feucht und heiß ist die Luft. Mr. Cornflakes fährt wie ein Weltmeister und manövriert das Fahrzeug mal nach links, mal nach rechts und wieder geradeaus. Vor herabhängenden Zweigen haben wir uns in acht zu nehmen, dass sie uns nicht ins Gesicht schlagen.

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Am Rande, in sumpfigen Gelände, sehe ich riesengroße Heliconien, allerdings ohne Blüten. Ich kannte bisher nur schilfhohe mit herrlichen , exotischen Blüten. Diese hier sind wahre Bäume. Plötzlich ist keine Zeit mehr zum Gucken und Staunen. Der Weg wird schrecklich. Wir werden hin und her gerüttelt, und Frank hat alle Mühe, den Wagen zu halten. Steine liegen vor uns, es geht hoch und runter. Diese Strecke scheint kein Ende zu nehmen. Insgeheim wünsche ich mir, dass wir hier so schnell wie möglich wieder rauskommen. Wir reden kaum Worte. Nur Rufe wie "Au", "oh", "Festhalten" lassen wir Zwei vorn von uns hören. Kent verhält sich hinten ruhig. Im Stillen wird er sich über uns amüsieren, denke ich. Endlich wird es wieder lichter. Es geht bergauf. Wir überqueren einen Hügel und sehen von oben, wie sich der hin und her schlängelnde Geländeweg rot verfärbt hat. Fanstastische rote Tropenerde!

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Schnell bekommen wir zu spüren, das starke Regenfälle die Radspuren tief ausgespühlt haben. Für Mr. Cornflakes ist das die extremste Strecke, weil er acht geben muss, das der Ranger nicht kippt. Langsam scheint er solche Momente zu lieben. Denn immer wieder stößt er Rufe heller Begeisterung aus. Ich halte mich fest. Auf einem Hügel machen wir Rast und nehmen unser Mittagessen ein. Wir haben einen herrlichen Ausblick auf den Stillen Ozean.

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Ich schaue in das trockene Gras und sehe ein flaches Gewächs mit seltsam geformten Blüten. Kent hat derweil eine abgepflückt und zeigt sie uns: Eine Kannenpflanze, die sich von hinein kriechenden Insekten ernährt.

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Die Pause hat uns gut getan. Wir setzen die Tour fort zum Ngardmau-Wasserfall...

Veröffentlicht in Taipeh Mikronesien und Palau

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xamantao 06/19/2012 20:06


Mr. Cornflakes ist ja kaum noch von einem Südseeinsulaner zu unterscheiden, braungebrannt und mit der Machete, als wäre er schon immer da gewesen.


Ich grüße Euch zwei Reisende sehr herzlich, freue mich auf den nächsten Bericht. Wahrscheinlich werde ich, wie öfters in letzter Zeit, wieder ein paar Beiträge auf einmal lesen, weil ich anders
nicht dazu komme.


Xammi

anais 06/22/2012 10:25



Mr. Cornflakes ist stolz auf seine Bräune. Immer, wenn die Sonne scheint, entkleidet er sich usw... Am liebsten würde er Deutschland verlassen und in der Südsee leben. Er ist ein Träumer voller
Ideale.


Liebe Grüße


Joachim



Reinhold.Einloft 06/13/2012 11:05


Oh was für ein schönes Abenteuer. Ich liebe solche Fahrten ins Ungewisse. Was ist denn das für ein Geländewagen? Ein ATWRanger ist mir noch nie begegnet. Schöne Bilder, so was bleibt hängen,
nicht?


Beste Grüße RE

anais 06/13/2012 16:53



Hallo RE! Das war ein herrlicher Tag voller Überraschungen. Der Geländewagen hat Allradantrieb, fährt maximal 40 kmh, ist offen und wurde von den Palauern auf meine Frage nach dem Typ als
ATW-Ranger bezeichnet. Kommt bestimmt aus den USA.


Herzl. Gruß


Joachim



Mr.Cornflaccks 06/13/2012 08:47


Hallo Mr.Noodles ,ich kann Ihnen sagen das war ein HEISSER Ritt mit Ihnen +Kent durch denn DSCHUNGELSo viel
Spass +gelacht haben wir +mal schauen ob die schöne KOKUSNUSS WÄCHST  Das war ein sehr schöner TRIPP den wir
gemacht b haben und ich möchte mich auch nochmals herzlichst bei Ihnen MR.Noodles bedanken für die SPENDIER HOSEN (TRI MAKASI )


SEI SIE LIEB UMARMT +GERÜSST VON MR. CORNFLACCKS

anais 06/13/2012 16:47



Hallo Mr. Cornflakes! Also durch den Dschungel, das war wirklich heftig. Aber wir hatten ja einen tollkühnen Driver. Alle Achtung! Die Kokosnuss wird sicherlich schon Wurzeln schlagen. Sie kommt noch. Es waren kurze Spendierhosen, weil es
so heiß war.


Liebe Grüße


Mr. Noodles



Katharina vom Tanneneck 06/12/2012 23:19


Das war ja abenteuerlich und bestimmt nichts für mich.  In den Tropenwäldern bleibt einem fast die Luft weg
und ich kann mir vorstellen, wie Du Dich gefühlt hast. Hinterher war es natürlich ein tolles Erlebnis! Die Aussicht auf den Stillen Ozean ist fantastisch!


Liebe Grüße, Katharina

anais 06/13/2012 16:40



Die Fahrt mit dem Wagen war nicht sehr anstrengend. Wir hatten erfrischenden Fahrtwind. Im Dschungel ging es, weil wir da auch gesessen haben. Für Frank war es anstrengend, weil er sehr aufpassen
musste. Aber über 30 Grad und feuchtwarm. Da braucht man einen guten Kreislauf.


Liebe Grüße


Joachim



Regina 06/12/2012 19:31


Das liest sich wie Abenteuerurlaub und war sicher neben allem schönen das ihr sehen konntet auch anstrengend und gefährlich, ihr habt also alles mitgenommen was das Land zu bieten hatte,
das ist selten weil die meisten ja doch eher einen Urlaub am Strand wollen, Hut ab, l G Regina

anais 06/13/2012 16:36



Hallo Regina! Tagestouren wie diese waren wirklich abenteuerlich und auch anstrengend, vor allem wegen der Hitze. Die Fahrten auf dem Meer dagegen waren weniger anstrengend. Und im Wasser muss
man ja nicht sein eigenes Gewicht tragen.


Liebe Grüße


Joachim