Nikolaustag!

Veröffentlicht auf von anais


Kurz vor dem Nikolaustag habe ich einmal eine ganz besondere Überraschung erlebt. Nach einem Mandolinenkonzert Wollte mir eine nette, ältere Dame eine besondere Freude machen. Sie hatte etwas für mich gestrickt. Weil sie mich nach dem Konzert unter den vielen Leuten nicht sofort fand, übergab sie das Geschenk der Leiterin der Mandolinengruppe, die mir das Päckchen weitergab. Als ich es öffnete, nahm ich eine rote Socke heraus. Das brachte mich leicht in Verwirrung. Was dann so alles mit der roten Socke geschah, habe ich in einem Nikolaus-Gedicht niedergeschrieben. Eine lustige Geschichte.

Zwei rote Socken

Grad`jetzt - zur kalten Winterszeit,
wo wärmende Liebe oft fern und weit.
Wer hätte das gedacht,
dass man mir eine Freude macht!
Die Überraschung kam so unverhofft,
dass heute mir das Herz noch klopft.

Aus dem Täschchen - wie der Nikolaus,
zog sie ein kleines Päckchen raus.
Das ist für Dich, mit lieben Grüßen.
Es soll Dich wärmen an den Füßen.
Mit tiefem Dank und ganz gespannt
hielt ich `ne Socke in der Hand.

Sie leuchtete im schönsten Rot.
Mein Innerstes geriet in Not.
Als erstes dachte ich, oh nein!
Das muss doch wohl politisch sein.
Sie denkt voll Argwohn und mit List,
dass Du `ne rote Socke bist.

Am Abend - ganz verzweifelt schon,
ruft sie mich an am Telefon.
Mein Herz, ich bitte Dich, verzeih!
Zu Socken gehören immer zwei.
Die andre steck`ich durch den Schlitz
So wie ein Brief, das ist kein Witz.
Und an den kalten Wintertagen
sollst Du zwei rote Socken tragen!

Welch`Glück! Nun konnt`ich endlich ruh`n.
Die roten Socken!
Mit Politik haben sie also nichts zu tun.

Nun stellt` ich mir die bange Frage,
ob ich wohl rote Socken trage.
Das hab`ich doch noch nie getan!
Zieh`ich sie an, was denkt man dann?
Aber dann kommt mir die Idee:
 Warum denn nur bei Eis und Schnee?

Sag`ich bei vollem Publikum
die schönen Mandolinen an,
dann kremple ich mir die Hosen um
und zieh`die roten Socken an.
Aber dann vielleicht - oh, Graus!
Bleibt aus mir der Applaus.

Um Rat werd`ich mal fragen
meine Freundin aus den Kindertagen:
Sag` Dorchen, Du mit blonden Locken,
Was mach`ich mit den roten Socken?

Die sind doch super, schick und fein!
Da steckst Du süße Sachen rein.
Schenk`sie zum Niklaus Deiner Liebe.
Bist fein raus, kriegst keine Hiebe.

Ganz prall die Socken voll Konfekt
hab`ich sie in die Schuh`gesteckt.
Ganz heimlich an dem Niklaustag.

Sie naschte gleich die süßen Sachen
und sah mich an mit einem Lachen.
Liebkosend bat sie mich sodann:
Nun sei für mich ein lieber Mann
und zieh`die roten Socken an!

Zum Nikolaustag wünsche ich allen feine Überraschungen! 

 

 

 


Veröffentlicht in Meine Gedichte

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Archi 12/09/2013 20:31


Hallo Joachim


Rot ist nun nicht meine Lieblingsfarbe, aber zu Weihnachten gehört es dazu.  Dieses dunkle Rot, ein dunkles Grün (?) und noch ein wenig Blau und Gold empfinde ich zu dieser Zeit als warme
Weihnachtsfarben.


Es ist ein sehr privates und schönes Gedicht.


Ich danke dir dafür.


lg Uli

anais 12/10/2013 17:24



Hi Uli,


ich weiß, dass du Rot nicht sehr magst. Aber was soll ich machen, die Kerze war nun mal rot. Wir hatten hier zu Hause immer weiße Kerzen auf dem Adventskranz. Die anderen Farben sind edel und
schön, von denen du schreibst.


Es ist ein privates Gedicht, aber auch zum Nachmachen empfohlen, weil dann die Vorfreude auf den nächsten Nikolaus ein ganzes Jahr anhält. Lach.


Liebe Grüße


Joachim



Sunny 06/15/2010 20:13



Ich hab`s gefunden.


Das ist ein schönes Gedicht.


Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche


LG Sunny


 



anais 06/16/2010 17:54



Hallo Sunny! Ach, da musstest Du aber ganz schön weit zurückgehen, glaube ich. aber schön, dass Dir das Gedicht gefallen hat.


Liebe Grüße


Joachim



Katharina 12/06/2009 22:54


Lieber Joachim, das ist ein wirklich schönes Gedicht! Und die roten Socken als Nikolaus Präsent, gefüllt voller schöner Köstlichkeiten. Also, so eine rote Socke hätte ich mir auch
gewünscht.

Ist schon ein bißchen traurig, dass man nach zwanzig Jahren immer noch mit roten Socken kämpfen muß. Dies meinte ich nun politisch und ich finde, es muß endlich ein Ende sein mit diesen
Anschuldigungen. Mittlerweile sind wir doch wirklich ein Volk auch wenn immer noch Unterschiede gemacht werden. Dies muß endlich ein Ende haben, es ist wie eine Zweiklassengesellschaft. 

Ich lebe ja nun auch schon fast 3 Jahre im Osten und ich fühle mich wohl hier, möchte nicht mehr zurück. Wenn die Löhne und die Renten gleich sind, dann haben wir es alle geschafft.

Liebe Grüße,
Katharina ..... die auch eine rote Socke ist    


anais 12/07/2009 10:06


Ich bin diese Diskussionen lngsam auch leid. Als ich in nach der Wende in der Kreisverwaltung arbeitete, wurde ich ebenfalls überprüft und hatte selbstverständlich auch eine Stasiakte, weil ich als
Journalist und Dolmetscher immer in der Öffentlichkeit tätig war.
Ich habe aer keinem etwas "zuleide" getan. Deshalb hatte der Landrat die Akte mit einem Lächeln geschlossen. Ich vermute mal, wer in der Öffentlichkeit steht, hat auch heute beim Verfassungsschutz
eine Akte. Außerdem sollte jeder zu jeder Zeit wissen, was er tut und auch dafür gerade stehen.
Liebe Grüße
Joachim


stefanie 12/06/2009 08:54


besser ´ne rote socke als vom "schwarzen" knecht ruprecht eins mit der rute zu bekommen! ;-) :-)
schönen sonntag und liebe grüsse steffi


anais 12/06/2009 16:00


Um den "schwarzen" Knecht Ruprecht abzuschrecken, ziehe ich mir vorsichtshalber die roten Socken an.
Vielen Dank für den Sonntagsgruß. Dir eine schöne Woche!
Liebe Grüße
Joachim


xamantao 12/06/2009 06:19


Das ist süß! War der Nikolaus denn auch bei Dir - oder kommt er noch?


anais 12/06/2009 16:06


Bei mir war kein Nikolaus. Sind alle an diesem Wochenende in Berlin. Die Nikoläusin singt in Berlin im Chor das Weihnachtsoratorium von Bach. Lach!