Raubzüge in Lychen

Veröffentlicht auf von anais

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Zu Geschichten über Räuberei kann sich auch Lychen sehen lassen. Meistens wurden die Lychener beraubt. Aber die Geschichte liefert auch aktenkundige Beweise, dass andere etwas erleichtert wurden.

In der Zeit der Fürstenkriege um die Uckermark (um 1400) war es allseits beliebt, mal beim Nachbarn nach dem Rechten zu sehen und gleich etwas Überflüssiges mitgehen zu lassen. Aus dieser Zeit existieren noch viele Klageschriften. In einigen wird auch Lychen genannt. Dazu einige Beispiele:

- Ebenso nahmen Klaus von Königsmark und Lüdecke Warnstedt vor Lychen Ochsen und     einen Bürger mit Namen Peter Kok mit seinem Sohn. Dafür durften sie 40 böhmische Schock Lösegeld geben.

- Im Gegenzug erscheint Lychen als aktive Bürgerschaft:

Die von Lychen nahmen zu Ronebeke zur Zeit der Roggenernte 23 Ochsen und 2 Kühe. Ebenso nahmen Lüdeke Kratz und Pund von Lychen zu Stechlin in diesem Jahr 2 Ochsen.

Dem Klostergut zu Lindow wurden 6 Paar Ochsen und 8 Pferde genommen. Das tat Lüdeke Kratz und Borken von Kerkow, Eckhart Warenburg und die Bürger zu Lychen.

Ebenso in den Bergen 4 Ochsen und 600 Schafe, 4 Schweine und 1 Pferd, 1 Kuh und 15 Armbrüste. Das taten die Lychenschen.

Die Auflistung ist nicht zu Ende, und man erkennt, "sich regen bringt Segen"! Das wussten unsere Vorfahren. Die Mehrzahl der Bürger waren und sind aber ehrliche Menschen. Aber damals ging es in ganz Brandenburg drunter und drüber. Und wer sich nicht selbst was nahm, wurde bestohlen. Außerdem ist das in unserem Rechtsstaat inzwischen verjährt und kann deshalb hier erwähnt werden.

Ansonsten wurde aber gegen Diebstahl hart durchgegriffen. So wurde 1569 eine Anna Tornow in Lychen ertränkt, weil sie einem Weber 21 Ellen Leinwand aus dem Rahmen und Geld entwendet sowie Helerei betrieben hatte.

Lychen hat somit schon immer das Recht auf Eigentum geschützt und ist deshalb prädestiniert für die Bundesrepublik Deutschland.

(Nacherzählt von unserem Ortschronisten Eberhard Kaulich).

 

Aber auch in der Neuzeit gab es beachtliche Vorfälle, und weil diese noch spannender sind, erscheinen sie am nächsten Donnerstag unter der Stammtischglocke! 

 

 

Veröffentlicht in Lychener Stammtisch-Geschichten

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Reinhold Einloft 10/24/2010 16:56



Ach, ich bin doch nur ein kleiner Schelm, hab den Spruch erfunden. Bei den Berlinern kann das hinhauen


Gruß RE



anais 10/25/2010 10:39



Hallo RE! Gar keine so schlechte Erfindung! Bei manchen trifft das wohl überall zu.


Liebe Grüße


Joachim



Reinhold Einloft 10/22/2010 12:46



Nicht umsonst heißt es: Achtung, die Lychener kommen :))


Gruß RE



anais 10/24/2010 09:56



Hallo RE! Ich kenne den Spruch mit den Lychenern nicht, nur die Version mit den Berlinern: "Verteck' dien Schinken und die Wurst. Die Berliner kommen!" Sollen sie früher hier bei uns gesagt
haben.


Liebe Grüße


Joachim



Katharina vomTanneneck 10/22/2010 00:04



Lieber Joachim,


wieder sehr interessant was früher so los war. Da kommt man ja ins Staunen. Wir sind so mit den heutigen Problemen beschäftigt, dsa tut es mal gut zu lesen welche Probleme unsere Vorfahren
hatten. Auf die neuesten Nachrichten bin ich schon gespannt.


Liebe Grüße, Katharina



anais 10/22/2010 10:16



Hallo Katharina! Die spannende neue Geschichte ist erst vor wenigen Jahren passiert. Lach!


Liebe Grüße


Joachim