"Stinkender Willie"

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Gelb blühendes Lysichiton im Botanischen Garten von Berlin. Foto: J. Hantke.

 

..."Amerikanischer Stinktierkohl" oder einfach nur "Stinkkohl" - nicht gerade schmeichelhaft sind diese Trivialnamen, die der Mensch diesem beeindruckenden Gewächs in Nordamerika verpasst hat.

Ich habe diese gelb blühende Art im Botanischen Garten Berlin-Dahlem fotografiert. "Stinken" sagen wir Menschen mit unserem Geruchsempfinden den Blüten nach. Der Geruch ist süßlich verwesend, erinnert an Aas. Damit lockt die Pflanze Insekten für die Bestäubung an.

Bei uns wird das Aronstabgewächs, das zur Familie der Araceae gehört, "Scheincalla" genannt, botanisch "Lysichiton americanum". In seiner Heimat Nordamarika, vor allem Canada bis Alaska, bedeckt die Scheincalla bisweiligen ausgedehnte Sumpfgewässer.

Sie besitzt ein vertikales Rhizom. Die Scheinblüte als leuchtende Spatha in gelb oder weiß erscheint im Frühjahr zuerst mit der Spadix, dem Kolben, an dem die unzähligen kleinen, zwittrigen Blüten sitzen.

Lysichiton ist bereits in einigen Gebieten Europas, z. b. Skandinavien, zum Neophyth geworden, also zu einem Pflanzeneindringling, der nicht zur einheimischen Flora des Kontinents gehört.

Die weiß blühende Art wächst bei mir im Garten. Ihr Blütenkolben hat bei mir noch niemals Samen angesetzt. Deshalb habe ich auch noch keine Verbreitung des Gewächses festgestellt. Blüten und Blätter sind sehr schön und einzigartig. Schaut hier: Die Kanadische Sumpfcalla  

Allen Betrachtern und Freunden wünsche ich eine schöne Woche.

Lasst Euch nicht durch irgendwelche Gerüche oder sogar Gerüchte von Euren  guten Taten abhalten.

Veröffentlicht in Grüße zur Woche

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Katharina vom Tanneneck 04/15/2014 20:52


Hallo Joachim,


endlich kann ich Dir einen Kommentar schreiben. Seit gestern versuchte ich es immer wieder aber es war nichts zu machen. Das Kommentarfenster öffnete sich nicht.


Wieder präsentierst Du uns hier eine schöne, wenn auch stinkende Pflanze. Ich habe den Duft fast in der Nase, denn solche Pflanzen, meine ich in Amerika schon gesehen zu haben. Ganz sicher gibt
es sie aber auch bei uns, nämlich im Taunus. Die wurden da angesiedelt und haben sich wunderbar vermehrt. 


Wir wünschen Dir einen schönen Abend und eine angenehme Karwoche! 


Liebe Grüße, Katharina

anais 04/16/2014 15:45



Hallo Katharina,


dieses Problem habe ich schon seit langem nicht mehr. Es passiert höchstens mal, das der Kommentar mit enster stehen bleibt und nicht abgeht.


So freue ich mich heute umso mehr über Deine Worte. Es stimmt. Bei Wikipedia wurde der Taunus als Ansiedlungsareal in Deutschland genannt. Neophyten sollten eigentlich nicht noch gewollt
angesiedelt werden. Wenn es Kulturflüchter sind, lässt sich das nicht ändern.


Bei meiner Scheincalla habe ich keine Sorgen, denn sie vermehrt sich nicht.


Liebe Grüße


Joachim



Archi 04/15/2014 13:00


Hallo Joachim


Man redet nur über Menschen, damit man selber interessant erscheint. So etwas interessiert mich nicht. Ich rede kaum; wenn aber dann deutlich. Ansich schreibe ich fast nur.


Es steht mehr in deinem Bericht, als dass es nur Pflänzchen sind. Darum musste ich lächeln.


Einen schönen Tag dir.


lg Uli


 

anais 04/16/2014 15:39



Hallo Uli,


ich habe mich von Dir inspirieren lassen, den du hast auch geschrieben, das Pflanzen und Tiere denken und fühlen. Die Menschen geben Pflanzen und Tieren Namen nach ihrem Empfinden. Der Natur ist
es egal. solange sie nicht gewaltsam gedemütigt wird.


Liebe Grüße


Joachim



Archi 04/14/2014 17:31


Hallo Joachim


Da ich mein Näschen ncht so weit in Willie versenke, um Aas-Geruch zu wittern, finde ich diese Wasser-Willies einfach nur toll


Zu den Gerüchten, ja die brodeln immer.  Ich nutze dann ein anderes Kochbuch,  da stinkt es nicht nach Gerüche oder Gerüchte.


Einen schönen Abend dir


lg Uli

anais 04/14/2014 20:11



Guten Abend Uli,


das hast Du gut geschrieben. Das gefällt dem Willie, und er fängt vor Freude an zu duften.


Das Kochbuch ist sozusagen wohl ein integres Kochbuch, unbeeinflussbar.


Liebe Grüße


Joachim