Unter Kokospalmen - idyllisch und gefährlich

Veröffentlicht auf von anais

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Freitag, den 27. Januar 2012.

Früh, um 8.00 Uhr, erheben wir uns aus den Federn. Vor uns liegt der erste volle Tag auf Weno. Ich ziehe mir die Badehose an und laufe durch den Palmenhain zum Strand zum morgendlichen Schwimmen. Frank setzt sich auf das kurze, grüne Gras unter eine reich tragende Kokospalme,um zu meditieren.

Das Frühstück nehmen wir im Restaurant des Blue Lagoon Resort Hotels ein: Rührei mit Schinken, Toast,Butter und Marmelade. Dazu einen Kaffee, den die Küche ganz gut macht.

Um 10.00 Uhr habe ich einen Termin, den ich schon gestern vereinbart hatte - und zwar bei Daisy. Daisy ist Philippinerin und führt den Massage-Salon des Blue Lagoon. Sie ist im Hotelangestellte.

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Auf Pohnpei sind Finger- und Fußnägel kräftig gewachsen. Hier bietet sich für mich die Gelegenheit zu einer Mani- und Pediküre von fachgerechter, zarter Hand. Ich erzähle Daisy das Wichtigste über mich, und sie erzählt mir über sich, z. b., dass in Chuuk Tausende von Filippinos arbeiten. Als sie fertig ist,öffnet sie eine Schublade,zieht eine geografische Karte für Taucher und zwei Prospekte (Chuuk und Mikronesien) heraus und schenkt sie mir. Ich freue mich, denn die Inselkarte brauchen wir unbedingt zur Orientierung. 20 Dollar lautet der Preis für die Verschönerung. Ich gebe ihr 25 Dollar, weil sie nett ist.

Es ist kurz vor 11.00 Uhr. Jetzt hat Frank einen Massage-Termin. Daisy wird ihn richtig durchkneten. Die Vorbereitung kommt aufs Foto. Danach lasse ich die Beiden allein.

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Auf unserer Veranda trinken wir einen Gepa-Kaffee, den Frank aus Deutschland mitgenommen hat. wir beratschlagen und planen. Mr.Cornflakes hat die Idee, schon heute ein Moped auszuleihen bis morgen nachmittag für 25 Dollar pro Tag. Die Maschinen haben wir schon inspiziert. Sie stehen vor der Rezeption. Heute nachmittag wollen wir in die Stadt hineinfahren, um Essen und Trinken einzukaufen, weil wir gerne auf der Veranda frühstücken wollen. Im Restaurant geht's zu sehr aufs Geld.

Es ist gerade erst Mittag. wir sonnen uns im Palmenhain auf den Liegen.Frank macht Bekanntschaft mit einer Norwegerin und ruft mich zu ihnen. Es ist die hübsche, blonde Reidun. Sie unterrichtet Englisch in der nahe liegenden Schule, die zu der Adventisten-Kirche gehört. Während des Gesprächs kommt sie auf die Kokospalmen zu sprechen und gibt uns den guten Rat, zum Sonnen immer eine freie Stelle zu suchen in respektvollem Abstand von den Palmen. Vor nicht allzu langer Zeit wäre hier nämlich ein Kind von einer Kokosnuss erschlagen worden. Wir sind erschrocken und passen von nun an immer auf, wo wir uns unsere Sonnenplätzchen suchen.

Mir Reidun schließen wir sofort Freundschaft,Sie lädt uns ein, die Schule zu besuchen. Dazu kommt es in den nächsten Tagen öfter.

Um 15.30 steigen wir aufs Moped. Ich hinten drauf als Sozius. Kaum sind wir auf der unendlich langen Straße, geht die Tortur los: Es ist entsetzlich, weil der Asphalt total kaputt ist. Wir fahren an Häuser und Hütten vorbei. Kinder winken uns zu. Das sehen sie nicht alle Tage: Zwei Fremde auf einem Moped. Wir winken und grüßen zurück. Frank muss seine ganze Fahrkunst aufbringen. Immer wieder ruft er nach hinten:"Festhalten,Schlingel, ein Loch,eine Pfütze!" Ich antworte gar nicht mehr, spüre nur mein Gesäß.

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Wir halten vor dem Supermarkt neben der Guam-Bank. Das Angebot ist groß und vielfältig. wir müssen uns erst einmal zurecht finden. Die Leute sind freundlich ung geben gerne Auskunft. Sie wollen aber auch wissen, woher wir kommen. Wir kaufen ein: Käse, Butter, Marmelade, Corned Beef und Frühstücksfleisch in Büchsen, zwei Dosen Fisch. Es gibt wenig Obst.Wir nehmen vier rote Äpfel und denken dabei an den roten Netto. Jede Menge zu trinken kommt in den Einkaufskorb und - was kann es anders sein - Cornflakes und Honey-Flakes, über 5 Dollar das Paket. Dazu selbstverständlich Milch im Tetra-Pack aus Neuseeland.

Draußen können wir das alles nicht auf dem Moped verstauen Frank fährt mit einem Teil, vor allem mit den schweren Getränken, allein los. Er soll zurück kommen und mich am Wegesrand auflesen.

Ich bleibe allein vor dem Supermarkt stehen und werde angebettelt. Gleich ziehe ich los, trage den Rest in zwei Beuteln und laufe die lange, staubige Straße entlang. Um auszuruhen, setze ich mich auf eine Mauer. Eine Frau mit Kindern kommt von der anderen Straßenseite herüber und bettelt. Ich gebe ihr einen Dollar, wandere weiter, setze mich aber nicht mehr hin bis Mr. Cornflakes wieder mit dem Moped auftaucht. "Bis aber eine weite Strecke gelaufen," sagt er. "Klar, schön war es nicht bei der Hitze," entgegne ich und steige hinten auf.

Wieder im Hotel,nehme ich gleich mein Badetuch. Wir gehen schwimmen und erholen uns von der Einkaufstour.

Zum Abendessen im Restaurant bekommen wir eine viel versprechende, große Speisekarte von einer hübschen Kellnerin überreicht. Von der (ich meine die Karte!) werden wir die nächsten Abende Einiges probieren. Heute speisen wir gegrillten Fisch,Schweineschnitzel und Hähnchenfleisch mit gekochten Bananen und Reis.

Auf dem Zimmer kein Fernsehen, weil kein Empfang möglich ist. Wir leihen uns eine DVD aus und schlafen dabei ein. Aber morgen - da geht's mit dem geliebten Mopedsche zur Nordspitze der Insel!

Veröffentlicht in Taipeh Mikronesien und Palau

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Katharina vom Tanneneck 04/02/2012 23:31


Hallo Joachim,


das hört sich ja alles gut an und die Palmen sehen auch stattlich und ansprechend aus. Das mit den Cocosnüssen wußte ich schon. Ich habe mal drei Stück herabfallen sehen aus großer Höhe. Die kann
schon jemand erschlagen! Darauf sollte man immer achten!


Zwanzig Dollar sind nicht teuer für Mani- und Pediküre. Da zahlt man bei uns mehr. Ich habe das früher auch meistens im Urlaub machen lassen, da die Frauen sich dort sehr viel mehr Zeit für den
Kunden nehmen als hier in Deutschland. 


Zum Urlaub gehört ja auch Genuß und sich etwas gönnen! 


Liebe Grüße, Katharina

anais 04/03/2012 18:23


Hallo Katharina! Wir haben nach starkem Regen gesehen, wieviele Kokosnüsse herabgefallen sind. Das war beeindruckend. Auf Weno ist man der Meinung, dass mehr Menschen durch Kokosnüsse umkommen
alsdurch andere Unfälle. Auf Bali sind wir mehrmals zu Massagen gegangen. Dort ist es noch preiswerter, und die Frauen geben sich große Mühe. Wir fühlten uns jedesmal wie neu geboren. Liebe Grüße
Joachim