Verschneites Lychen

Veröffentlicht auf von anais

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Lychen im Schnee Anfang Dezember 2012, Acryl, 2013.

 

Als ich nach dem ersten starken Schneefall im Dezember vergangenen Jahres eine Wanderung rund um den Stadtsee machte, bot sich mir auf der Hohesteg-Brücke ein völlig anderer Blick auf unsere Stadt. Das aus den Sommermonaten gewöhnte Panorama mit blauem See und bunt am Hügel aufgebauten Häusern mit der St. Johannes-Kirche als Mittelpunkt hatte ein Schneekleid angelegt. Das Wasser des Stadtsees, leicht zugefroren, trug eine weiße Decke, hier und dort unterbrochen von feuchten, grau und blau schimmernden Flecken. Ich habe ein Foto gemacht.

In der ruhigen Zeit um Neujahr habe ich mal gewagt, dieses Winterpanorama zu malen. Das Foto benutzte ich als Vorlage, denn bei der heutigen digitalen Aufnahmetechnik ist es wohl nicht mehr nötig, stundenlang bei Kälte auf der Brücke zu stehen, um zu skizzieren und zu malen.

Schon bei der Anfertigung der Skizze habe ich gemerkt, wie schwierig es ist, das verschachtelte Stadtbild zu zeichnen. Lychen liegt auf einem von Norden nach Süden ansteigenden Hügel, der zum Stadtsee beinahe steil abfällt - eine Formation aus der Eiszeit, Schildbuckel genannt.

So wurde die Stadt bereit im Mittelalter mit ansteigenden Gassen, Häusern und der Kirche auf der höchsten Stelle gebaut. Der Anblick war fast der gleiche, nur die Gebäude sind heute höher. So stehen Häuser, Ställe und Schuppen dicht beieinander und verdecken sich teilweise. Im Sommer sieht das sehr malerisch aus. Beim genauen Hinschauen aber ist alles sehr verchachtelt.

Nun hat mir jetzt, zu dieser Jahreszeit, der Schnee geholfen und alles - auch blickmäßig - vereinfacht. Ich habe die vielen weißen Dächer und die hellen, oft gelben Fassaden gemalt. Am Kirchturm, der in der Realität stark mit Fenstern und Blenden untergliedert ist,habe ich versucht, die Hauptöffnungen anzudeuten. Das erwies sich als einzige Puzzelei. Deshalb habe ich es bei allen anderen Fassaden unterlassen bis auf die moderne, kastenförmige Villa mit Fabrikarchitektur am Ufer des Sees. Sie heißt heute schon im Volksmund die Fabrik". Unser Fahrgastschiff "Möve" war so gut wie ganz mit Schnee bedeckt und kaum zu sehen. Die hohen Erlen am Rande der Brücke gaben mir die Gelegenheit, die Nähe meines Standortes als Betrachter zu betonen.

Ich habe versucht, mein erstes Stadtbild zu malen und bin zufrieden. Ich muss allerdings gestehen, Architektur hält mich sehr an ihren Formen fest. Viel mehr Freiheit für die Gestaltung bietet die Natur, wie hier Winter am Weg zum Strandbad ,was mir mehr Freude bereitet hat.

Veröffentlicht in Kunst von Profis und Laien

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xamantao 01/16/2013 11:40


Ja, er hatte sich sehr gefreut. Er hat auch vieles von mir mitgenommen, was ich selbst gemalt oder gebastelt hatte. Damals waren Kollagen meine Spezialität. Dies ist damals nach Ankara
"gewandert".


Lieben Gruß, ich gehe jetzt essen. Xammi

anais 01/21/2013 11:03



Liebe Xammi! Ich wünsche Dir eine schöne Woche!



xamantao 01/15/2013 16:43


Hallo Joachim, ich hatte sie schon längst vergessen, die naiven Malereien aus Russland, die mir eine Kollegin vor vielen Jahren einmal geschenkt hatte. Ich hatte sie einem sehr lieben Nachbarn,
der in Deutschland studiert hat, vor der Rückkehr in seine Heimat geschenkt, weil er sie immer so bewundert hat.


Mir gefällt Dein Bild sehr. Gruß, Xammi

anais 01/16/2013 11:22



Hallo Xammi! Ich weiß, naive Malerei kann sehr schön wirken. Es ist Dir sicherlich sehr schwer gefallen, Dich von den Bildern zu trennen. Hast aber dem Nachbarn damit bestimmt eine Freunde
bereitet.


Liebe Grüße


Joachim



Regina 01/07/2013 20:07


Das ist Dir ja auch wieder sehr gelungen, ein wunderschönes Bild ist es geworden, Du hast richtig Talent zum malen, alle Achtung, l G Regina

anais 01/07/2013 20:18



Danke, liebe Regina! Ich freue mich, dass Du mich für weiter Versuche mit Deinen lieben Worten ermutigst.


Ich wünsche Dir eine schöne Woche!


Liebe Grüße


Joachim