Von der Ebbe überrascht

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Montag, den 20. Februar 2012.

Es ist bereits später Vormittag. Wir verlassen unsere felsige Bucht und wollen mit den Kajaks zurück zum Hotel fahren. Der Wasserstand ist noch niedriger geworden. Wenn wir wieder durch die Lagune paddeln, so unsere Überlegungen, werden wir wahrscheinlich nicht weit kommen, weil es dort schon viel zu flach sein wird.

Deshalb nehmen wir Kurs nach Westen und gleiten in flachem Wasser außerhalb des Inselringes entlang, weil wir weiter südlich, am Ende, eine Durchfahrt vermuten, die kurz ist und uns wieder an den langen Hotelstrand bringt.

Wir paddeln lange und schauen immer wieder zum Ufer, um die Einfahrt zu finden. Fast spielen wir bereits mit dem Gedanken, ganz Carp Island vom Westen her zu umrunden, um nach Hause zu kommen. Das würde aber wohl zwei Stunden dauern.

Endlich sieht Mr. Cornflakes mit scharfem Auge eine Lücke im Grün. Dort muss es sein. Und richtig! An Sandbänken vorbei, durch schmale Rinnsale kommen wir in das Innere der Lagune. Mit Schrecken sehen wir, dass  kaum noch Wasser vorhanden ist. Was bleibt uns anderes übrig? Jeder zieht sein Boot auf den Sand.

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Im Gänsemarsch, das Kajak am Strick, waten wir eine schier nicht enden wollende Strecke quer durch die Inseln, bis wir am Ausgang befahrbares Wasser finden. Nach vielleicht zehn Metern ist wieder Schluss.

Die ganze Küste entlang ist die See zurückgewichen. Wir müssen die Boote eine lange Strecke bis zur Hotelbrücke ziehen. Für mich ist das beschwerlich, weil ich in dem Schlick und immer wieder in Löcher einsacke. Frank findet einen weißen, lebenden Seestern. Er gibt ihm dem Meer zurück.

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Erschöpft kommen wir vor unserer Hütte an. Aber wir freuen uns über den Vormittag, der uns so viel Neues erleben ließ. Wir essen von dem letzten Proviant aus Koror und halten anschließend einen späten Mittagsschlaf.

Ich gehe danach schwimmen. In Dusche und Toilette entdecken wir die ersten Kakerlaken. Im Zimmer sitzt wieder der große, scheue Käfer auf der aufgeschlagenen Kokosnuss. So naturnah ist das Leben auf Carp Island. Man darf nicht zu sehr empfindlich sein.

Abends gehen wir in unseren Dschungel, weil ich hoffe, dort Glühwürmchen zu finden.Es sind allerdings keine schwirrenden Lichter zu sehen. Nur Zikaden lassen ihr lautes, endloses Zirpen erklingen. Frank macht Nachtaufnahmen mit dem Camcorder.

Als wir in der Dämmerung wieder zurück im Hotelpark sind, erleben wir einen fantastischen Sonnenuntergang genau hinter unserer romantischen Bucht vor der seichten Lagune.

 

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Reinhold Einloft 08/08/2012 11:54


Was für ein fantastischer Sonnenuntergang. Ich möchte auch mal wieder abends in den Dschungel gehen, einfach so. Mich faszinieren die Geräusche. Ihr hatten den Sonnenuntergang und die Ruhe nun
wirklich verdient. Kaja ziehen als neue Sportart!


Gruß RE

anais 08/08/2012 21:20



Dieser kleine Tropenwald hatte etwas Wunderbares an sich. Einmal die vielen unbekannten Planzen und Bäume und zum anderen die herrliche Ruhe, die noch angenehmer wurde duch Vogellaute und
Insektengezirpe. Das Kajakziehen war anstrengender als Kajak fahren. Ist doch klar.


Herzl. Gruß


Joachim



Katharina vom Tanneneck 08/07/2012 23:34


Hallo Joachim, da muß man sich ja im Nachhinein noch Sorgen um Euch machen! Das war ja schon recht gefährlich, was Ihr da unternommen habt. Na ja, Ihr habt es überstanden, sonst könntest Du
diesen Bericht nicht schreiben. 


Sicherlich war es extrem anstrengend und ein Abenteuer. Der Sonnenuntergang ist traumhaft schön! Danke für dieses tolle Bild.


Liebe Grüße, Katharina

anais 08/08/2012 21:16



Hallo Katharina! Ich war ganz schön geschafft. Du siehst ja auf dem Foto, dass Frank mit seinen langen Beinen viel schneller war als ich. Wir hatten am letzten Abend noch einmal solch' einen
schönen Sonnenuntergang.


Liebe Grüße


Joachim