Wanderung zum kleinen Atoll

Veröffentlicht auf von anais

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Samstag, den 21. Januar 2012. Für heute nehmen wir uns nichts Besonderes vor. Nach dem Frühstück, am späten Nachmittag, machen wir einen Spaziergang.

Wir laufen den steilen Hotelweg hinunter zur Asphaltstraße, die nach Colonia führt. Die Sonne prallt auf uns nieder. Es sind wieder über 30 Grag Celsius. Wir wollen versuchen, zu dem runden Atoll zu kommen, das vom Hotel aus gut zu sehen ist. Vielleicht können wir dort sonnen und baden.

Vorher hatten wir darüber mit Emma gesprochen. Sie meinte, es wäre "fake water". Von dieser Bemerkung lassen wir uns aber nicht abschrecken. Außerdem möchten wir am Wegesrand Blüten, Häuser und Früchte fotografieren.

Frank freut sich über die üppigen Bananenstauden. Er untersucht Samen von Mimosen und schaut bewundernd auf Papayas und Kokosnüsse. Hoch in einem riesigen Brotfruchtbaum entdecke ich grüne Früchte. Ich zoome eine ran. Am Straßenrand blüht roter Hibiscus überall. Immer wieder treffen wir auf Häuser am Berghang. Fast eine Stunde sind wir bereits unterwegs.

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Jetzt endlich kommen wir an einen Weg, der zu dem flachen Atoll führt.

Ein kleines, stilles Mädchen läuft mit einem Palmenbesen neben uns her. Nichts Besonderes. Plötzlich sieht Frank etwas in den Mangroven am Ufer: "Schau Dir das an! Hier wird der Müll hingeworfen. Es gibt also doch solche schmutzigen Ecken." Er ist entrüstet. "Ich meine: "Wahrscheinlich gibt es keine ordentliche Müllentsorgung. In Deutschland siehst Du so etwas auch ab und zu in unseren Wäldern."

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Ein Stückchen laufen wir auf dem Sandweg entlang, der rund um das Wasser führt. Es stimmt, was Emma sagte. Das Wasser ist trübe und verschmutzt. Also machen wir kehrt und wandern zurück zum Hotel.

Nach einer gemütlichen Siesta auf den Wasserbetten setzen wir uns auf Korbsessel und Sofa und überlegen, was wir nun anstellen. "Lass' uns runter gehen zu unserer Bucht zum Schwimmen," schlägt Frank vor. Ich finde das gut, stehe auf und frage in diesem Moment: "Wo ist denn meine Brille?" Ich hebe das Sofakissen hoch und - oh Schreck - ich habe mich auf die Brille gesetzt. Ein Glas ist raus. Es lässt sich nicht wieder eindrücken. "Dann werde ich wohl oder übel ohne Brille auskommen müssen," stelle ich kleinlaut fest. Frank meint nur; Lass' Dir gleich in Berlin eine Neue machen!"

Wir ziehen beide los hinunter zur kleinen Bucht. Unten angekommen, haben wir unsere Wasserschuhe vergessen. "Ach lass! Das geht auch ohne", sage ich und laufe fröhlich rein. Auf einmal verspüre ich einen stechenden Schmerz. "Au! Jetzt bin ich auf einen scharfen Basaltstein getreten!" Mache mir aber nichts weiter daraus. Wir schwimmen eine halbes Stunde, laufen an den Mangroven vorbei und kehren wieder an den Strand zurück, wo der junge Sänger Mac Kean mit seinen Nichten und Neffen übermütig tobt. An Lebensfreude sind sie wahrlich nicht zu überbieten.

Wir steigen aus dem Wasser. Ich sehe, dass ich heftig blute. Eine tiefe Schnittwunde in der rechten Fußsohle. Mühsam, aber ohne viel zu jammern klettern wir die Treppen hoch zu unserem Haus.

Frank, gelernter Krankenpfleger, wischt die Wunde mit Alkoholpads aus. Von einem schweizer Augenarzt, der in Australien lebt und hier mit einem Team im Krankenhaus Staroperationen durchführt, bekomme ich eine Flasche Braunol. Damit behandelt mein Krankenpfleger von nun ab die Wunde und verbindet sie täglich neu in der Hoffnung, dass sie schnell wieder heilt. Nach einer knappen Woche sollte das aber auf der Insel Chuuck anders kommen. So war der Tag: Angenehm und unangenehm zugleich. Fortan bin ich mit verbundenem Fuß marschiert.

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Zum Abendessen freue ich mich auf Räucherlachs für 12 Dollar. Was war's? Eine Scheibe mit etwas Pfefferkörnern, aber viel grünen Salat.

Veröffentlicht in Taipeh Mikronesien und Palau

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xamantao 03/28/2012 20:01


Motorradfahren kann er auch noch. Ob das die Flakes ausmachen, dass er so viel kann? *lach*

anais 03/30/2012 19:38



Hallo Xammi! Wer weiß,woher das kommt. Außer Mopedfährt er auch Geländewagen.nur Auto fährt er nicht.


Auf alle Fälle ist er gut zu Fuß. Lach!


Liebe Grüße


Joachim



xamantao 03/26/2012 03:21


Frank ist ja ein Tausendsassa, kann so vieles. Du hast großes Glück, so einen Freund und Begleiter dabei gehabt zu haben.

anais 03/28/2012 16:02



Es war auch wirklich gut, dass er dabei war. später auch beim Motorradfahren. Für mich sind solche dinger viel zu schwer, wenn ich sie schieben oder halten muss.


Liebe Grüße


Joachim



xamantao 03/22/2012 19:43


Och, das hört sich ja übel an.


Nun bin ich noch froher, dass ich weiss, Du bist wohlbehalten zu Hause - sonst könnte ich Deine interessanten Berichte ja gar nicht lesen!

anais 03/23/2012 19:55



Hallo Xammi! Ich habe durchgehalten, und Frank hat sich um die Wunde gekümmert. ein Glück.


Liebe Grüße


Joachim



Katharina vom Tanneneck 03/21/2012 00:29


Hallo Joachim, das sind ja wieder sehr schöne Bilder von einem Traumurlaub. Für Dich war es wohl nicht ganz so angenehm. Die Brille ist da wohl noch das kleinere Übel. Die Schnittwunde war sicher
schmerzhaft und so schnell heilt so eine Wunde auch nicht. Es tut mir leid, dass Du Deinen Urlaub nicht ungetrübt genießen konntest. 


Liebe Grüße, Katharina

anais 03/21/2012 21:21



Hallo Katharina! Danke für Dein Mitgefühl. Alles Gute ist eben nie beieinander. Die Schnittwunde hat mir schon etwas zu schaffen gemacht, denn in einigen Tagen wird sie sich entzünden, und dann?
Du wirst es erfahren.


Liebe Grüße


Joachim