Zum Gebirgsbach vor der Ostwand

Veröffentlicht auf von anais

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Donnerstag, den 18. Oktober 2012. Wir haben uns also für einen kürzeren Wanderweg entschieden. Anderthalb bis zwei Stunden, länger wollten wir am Fuße der alles überragenden Ostwand nicht verweilen, weil wir am späten Nachmittag noch etwas von Berchtesgaden sehen wollten.

So machten wir uns auf zum Gebirgsbach. Der Weg führte durch Tannenwald, vorbei an umgestürzten Stämmen, Felsbrocken und kleinen Rinnsalen. Ein Schild an der Holzwand eines Schuppens kam in unser Blickfeld. Und - wir fanden es gut! Poesie, wie wir sie heutzutage überall brauchen!

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Aha! An einem morschen Stamm dicht am Weg entdeckte ich eine stattliche Kolonie frischer Stockschwämmchen. Wären wir bei Lychen gewesen, wäre das Abendbrot schon gesichert. Wir ließen sie weiter wachsen und schritten fröhlich und guter Laune voran. Berg- und Waldluft vereint - was konnte es gesünderes für unsere Lungen geben. Mr. Cornflakes und ich, wir waren nicht die einzigen Wandergesellen. Vor allem junge Pärchen begegneten uns. Nach einer guten halben Stunde öffneten sich die Tannen mit Blick auf eine Lichtung. Breiter wurde der Weg und zog in Richtung Felsmassiv. Wir blieben hier und genossen für einige Augenblicke die herrliche Landschaft. Still war es ringsherum. Selbst die Wanderer schienen in sich versunken. Nur das glasklare Wasser plätscherte und gluckste im schnell dahin fließenden Strom.

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Wir nahmen den Weg zurück zum Gasthaus. Nicht weit davon entfernt hat der Fischer vom Königssee seine Räucherei. Dort stärkten wir uns im Stehen, weil alle Plätze an den wenigen Tischen besetzt waren. Wir nahmen Abschied von den Ufern St. Bartholomä's. Frank fotografierte den hübschen Enterich.

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Dann kehrten wir zurück zum Anlegesteg, kletterten ins Boot und fuhren zurück über das klare Wasser nach Königssee. Dort mussten wir uns erst einmal nach der Bushaltestelle in Richtung Berchtesgaden umschauen. Kein Problem, Mr. Cornflakes wusste Bescheid, und wir brauchten nicht lange zu suchen. Die Straße war voll von Souvenirläden mit dem üblichen Tinneff, made in China. Wir entdeckten jedoch bald einen Stand, an dem ein zünftiger Bayer Hausgeschlachtenes anbot, Geräuchertes. Ich sah die leckeren Streifen durchwachsenen Räucherspeck. Frank leckte sich die Zunge. Ich kaufte einen Streifen, den wir später brüderlich teilten.

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An der Bushaltestelle angekommen schaute ich zu den schmucken Häusern im Alpenstil hinüber. "Gucke mal," sagte ich zur Kornflocke, "dort steht groß und breit an der Giebelwand 'Kräuterhaus'. Da gibt es bestimmt allerhand Heilkräftiges und Gesundes aus der Natur. Lass' uns mal rübergehen." Zeit hatten wir noch bis zur Busabfahrt. Wir liefen rüber, machten die Tür zum Geschäft auf und - befanden uns in einer Drogerie mit Kosmetik, wie man sie allerorten antrifft.

Also machten wir wieder kehrt und warteten auf den Bus. Eine ältere Dame, begeisterte Wanderin, verkürzte uns die Zeit mit der Erzählung ihrer Erlebnisse...

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Katharina vom Tanneneck 11/07/2012 21:24


Hallo Joachim,


da hast Du aber schöne Bilder aus dem Berchtesgadener Land mitgebracht. Wie es scheint, hat es Euch ganz gut gefallen. Ein bischen Sehnsucht nach den Bergen hat mich jetzt auch
gepackt. 


Liebe Grüße, Katharina

anais 11/11/2012 07:55



Hallo Katharina! Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir eine längere Strecke gewandert. An der Ostwand liegt nämlich ein Gletscher, zu dem ein Weg hinführt. Das hätte aber drei Stunden
gedauert.


Liebe Grüße


Joachim