Friday, 30. december 2011
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18:08
Bevor wir am Silvesterabend Pfannkuchen, gefüllt mit Pflaumenmus, essen, vielleicht auch Bockwurst mit Kartoffelsalat und geistige Getränke genießen, sollten wir
bedenken, zur Mittagszeit etwas Sanfteres für den Magen zu uns zu nehmen.
Ich habe mich an frühere Zeiten erinnert, als Mutter Quetschkartoffeln und gebratenes Bauchfleisch machte. Die Soße kam in die Mitte des Kartoffelpürees. Das ließ
sich fein essen.
Deshalb habe ich seit langem wieder einmal Quetschkartoffeln, gewählt und dazu Kalbfleischpilze, wie die Austernseitlinge auch genannt werden, gebraten. Die
Quetschkartoffeln habe ich aus gekochten Salzkartoffeln mit etwas Milch zubereitet. Hinterher habe ich erfahren, man sollte etwas Muskatnuss und Butter hinzugeben. Die eingefrorenen
Austernseitlinge habe ich aufgetaut, etwas ausgedrückt und in schmale Streifen geschnitten. Mit geschnittener Zwiebel, viel Knoblauch und Schinkenwürfel, Salz und Pfeffer habe ich sie in
Bio-Rapsöl so lange braten lassen, bis sie etwas gebräunt und knusprig wurden. Die Soße habe ich mit saurer Sahne verfeinert.
Nun konnte ich das Mittagsgericht in althergebrachter Weise anrichten: in der Mitte einen Quetschkartoffelvulkan mit einem heißen, pikanten Soßensee und drumrum die
Lavabrocken in Form der Kalbfleischpilze. Ein paar geschnittene Tomaten gaben der kulinarischen Vulkanlandschaft Farbe. Es hat vorzüglich geschmeckt.
Geistiger Quetschkartoffel-Erguss
Nach dem Essen habe ich über die Quetschkartoffeln nachgedacht. Nun, bei uns in der Familie, heißen sie
so. Aber auch nicht bei jedem. Ich muss mal meine liebe Jutta fragen, welche Namen sie kennt. Meine Neffen und Nichten haben in Familien von weither eingeheiratet.
Wer weiß, wie sie zu meinen Quetschkartoffeln sagen würden.
In einem angeregten Disput kämen vielleicht solche Gedanken zutage:Weil Mutter die vielen Salzkartoffeln - wenn ich mich recht
erinnere - mit der hölzernen Reibekeule zerkleinert hat, könnten sie gleichwohl Reibekartoffeln genannt werden. Wir zerstampfen die Kartoffeln mit dem Kartoffelstampfer. Somit besteht die
Berechtigung, sie als Stampfkartoffeln zu bezeichnen. Da fällt mit auf, dass ich sie ebenfalls Stampfkartoffeln nennen sollte. Weshalb aber Quetschkartoffeln? Wahrscheinlich rührt es daher, dass
Mutter die Kartoffeln mit der Reibekeule zerquetscht hat. Dann sollte die Keule aber Quetschkeule heißen. Nicht wahr?
Irgendwo habe ich das Wort Kartoffelmus gehört. Na, dass könnte gefährlich werden. Weil Mus doch aus Früchten hergestellt wird und nicht aus Knollen. Es sei denn,
die feinen Knollen werden in solchen Gegenden Erdäpfel genannt. Aber dann sind sie noch lange keine Früchte den Äpfeln gleich. Natürlich! Die Kartoffeln tragen auch Früchte, grüne Beeren.
Vielleicht sollte davon das Kartoffelmus gemacht worden sein. Das kann ich mir kaum vorstellen, weil diese Namensüberlieferer sehr schnell ausgestorben wären mit Mann und Maus. Also, das machen
wir lieber nicht.
Ach, da sehe ich die Überschrift des Artikels: Kartoffelpüree. Püriert Ihr die gekochten Kartoffeln mit dem Pürierstab? Wie macht Ihr das, wenn viele hungrige Münder
am Mittagstisch sitzen?
Immer wieder neue Fragen. Das Thema scheint auszuufern. Ziehen wir in unsere Überlegungen noch mit ein, wie unterschiedlich die Knollen in deutschen Landen genannt
werden, was wird dann aus den Quetschkartoffeln?
Im Plattdeutschen, zumindest bei den älteren Zeitgenossen hier, heißen sie Tüften - also Quetschtüften... Um den geistigen Tüfteneskapaden ein Ende zu setzen, bleibe
ich bei dem, was hier gesagt ist. Es sei denn, Ihr lieben Leser, habt zu den Quetschkartoffeln etwas hinzu zu fügen. Bitte sehr!
Allen meinen Freunden und Besuchern wünsche ich einen stampf-, reibe und quetschfreien, glatten und fröhlichen Rutsch in das
neue Jahr!
Aber wie der Kartoffelbrei von richtigen Kennern zubereitet wird, lest Ihr in den Kommentaren von Katharina link , Xammi link , und Reinhold link . Schaut auch
bitte auf ihre interessanten Blogs!
von anais
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Saturday, 17. december 2011
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15:37
Der Mangold kann bis in den Dezember hinein geerntet werden. Noch jetzt, kurz vor Weihnachten, sind die noch übrig gebliebenen Blätter grün und frisch. Ich habe vor
einigen Tagen die letzten großen Blätter gepflückt, weil ich damit gefüllte Blattrouladen zubereiten wollte. Zuvor kaufte ich 250 Gramm Bio-Rinderhackfleisch im Supermarkt.
Aus dem Hackfleisch machte ich die Füllung. Dazu weichte ich ein Weizenbrötchen ein, drückte es aus und zerkleinerte es über dem Hackfleisch in der Schüssel. Eine
mittelgroße, gelbe Zwiebel schnitt ich in kleine Würfel, ebenso eine große Knoblauchzehe, weil die Füllung einen kräftigen Geschmack bekommen sollte. Ein voller Esslöffel mit mittelscharfem Senf
durfte nicht fehlen. Ein rohes Ei fügte ich hinzu und streute anschließend Salz und Pfeffer über die Masse. Alles wurde gut gemischt. Damit war die Füllung vorbereitet.
Die Mangoldblätter habe ich gewaschen und die Stiele entfernt. Gebrüht, wie bei Weißkohlrouladen, habe ich sie nicht, denn sie schienen mir elastisch genug. Für
jedes Röllchen legte zwei bis drei Blätter übereinander, tat die Füllung darauf, rollte es zusammen und befestigte es mit Rouladennadeln. Weil ich ziemlich viele Blätter hatte, wurden es sechs
Röllchen. Etwas Hackfleisch für Bouletten blieb noch übrig. Ich wählte eine große Pfanne, bedeckte den Boden mit Bio-Rapsöl und ließ das Fett auf dem Herd heiß werden. Dann legte ich die
Mangoldröllchen hinein, streute Schinkenwürfel darüber und ließ sie von zwei Seiten etwas anschmoren. Nicht zu lange, denn sonst werden sie schwarz. Anschließend gab ich warmes Wasser hinzu, um
ausreichend Soße zu erhalten. Nach ca. 20 Minuten war das Gericht fertig.
Sauber gebürstete Pellkartoffeln, noch aus eigener Ernte, wählte ich als Beilage und garnierte mit Tomatenstückchen.Es hat vortrefflich
geschmeckt.
Zutaten:
- frische Mangoldblätter
-250 Gramm Rinderhackfleisch
-1 weißes Brötchen
-1 rohes Ei
-1 Esslöffel mittelscharfen Senf
-1 mittelgroße Zwiebel
-1 große Knoblauchzehe
-Salz
-Pfeffer
-Rapsöl
-Schinkenwürfel
von anais
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Wednesday, 7. december 2011
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22:19
Ich habe mich jetzt einmal an die Erdmandeln rangemacht. Immerhin habe ich ein ganzes Netz voll davon geerntet. Die Ernte der Erdmandeln Die Hälfte davon habe ich vor einigen Tagen 30 Minuten lang gekocht, weil ich mir davon
erhoffte, dass sie etwas weicher würden. Danach ließ ich sie wieder trocken werden und habe sie dann Handvoll für Handvoll durch die Mandelmühle gedreht. Das war zwar etwas mühsam, aber es ging
ganz gut, weil sie wirklich etwas weicher waren. Das ergab ein fast volles großes Schraubglas voll. Hier eine kleine Probe:
Heute habe ich mich an das Backen gewagt. Plätzchen sollten es werden. Dafür habe ich mir aus einem tschechischen Backbuch aus der DDR-Zeit das Rezept für
Butterkekse herausgesucht, weil mir das einfach und schnell gemacht schien. 500 Gramm Mehl waren vorgeschrieben. Davon habe ich nur 300 Gramm in das Maß gegeben und den Rest mit den gemahlenen
Erdmandeln aufgefüllt. Die anderen Zutaten sind den passionierten Bäcker(innen) zweifellos bekannt.
Der mit Backpulver angerichtete Teig ließ sich gut kneten, und schon bald konnte ich ihn ausrollen. Als Plätzchenform habe ich den Stern gewählt. Und dann ging's
los. Die Teigfläche dehnte sich aus und wurde größer und größer. Ich stellte fest, Platz zum Ausrollen war nur für die Hälfte des Teigs da. Deshalb musste ich zweimal ausrollen und nach jedem
Ausstechen, die übrig gebliebenen Reste wieder kneten und noch einmal ausrollen. Das war ein einziges Stechen und Rollen. Drei Bleche brauchte ich für die Sterne.
Bei mittlerer Hitze habe ich sie gebacken. als ich sie aus der Backröhre zog, sahen sie gut aus. Aber sie schienen mir zu nackt. So habe ich eine Zuckerglasur
geschmolzen, diese mit Erdmandelmehl gemischt und auf viele Sterne gestrichen. Daraufhin schienen mir all' die vielen Sterne wiederum zu blass. Deshalb habe ich Blockschokolade geschmolzen und so
vielen Plätzchen wie möglich eine Schoko-Couverture verpasst. Zum Schluss war ich im doppelten Sinn fertig.
Sie schmecken wohl, glaube ich. So richtig feststellen werde ich das allerdings erst in den nächsten Tagen, denn heute Abend hatte ich partout keinen Appetit mehr
auf Erdmandel-Sterne. Lach!
Da liegen sie nun auf dem großen Teller. Und es sind lange nicht alle.

von anais
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Saturday, 26. november 2011
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10:41
Für dieses leckere Gericht habe ich mir frische Austernseitlinge aus dem Buchenwald geholt. Ich hatte Glück, denn schon nach wenigen Schritten auf die gestürzten
Buchenstämme zu entdeckte ich zwei große Büschel gleich am ersten, auf den ich schnurstracks hinlief. Es waren die feinen Taubengrauen Noch jung und frisch, dachziegelartig angeordnet schienen
sie schon auf mich zu warten. Sorgfältig schnitt ich die Büschel ab. Ich konnte mich mit dem Ertrag zufrieden geben, suchte deshalb nicht weiter und kehrte nach Hause zurück.
Dort habe ich sie auf einer alten Zeitung ausgebreitet und geputzt. Viel ist an ihnen nicht zu säubern. Die etwas zähen Stielansätze habe ich entfernt. Zwei Tüten
habe ich - ungewaschen - eingefroren. Die Stielansätze wurden in kleine Stückchen geschnitten und ebenfalls eingefroren. Sie lassen sich gut für Gemüsesuppen verwenden.
Eine schöne Portion habe ich für das Mittagessen behalten, gut gewaschen, in Streifen geschnitten und beiseite gestellt.
Als zweite Beilage habe ich einen Salat aus frischen Roten Beeten zubereitet. Die geschälten und gewaschenen Rote Beete wurden geraspelt, ebenso ein süßer Apfel und
zusammen gut vermischt. Aus dem Saft einer halben Zitrone etwas Wasser, einem Esslöffel Olivenöl, gehackter weißer Zwiebel, Pfeffer, Salz und einem Esslöffel Zucker Zucker habe ich das Dressing
vorbereitet und das Geraspelte dazu gegeben.
Nun wurden die Pellkartoffeln aus dem Garten aufgesetzt. Die Austernseitlingsstreifen habe ich mit gehackter Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl solange gebraten, bis
sie leicht gebräunt waren. Das duftete schon mal herrlich!
Zum Schluss habe ich das Schnitzel gewaschen, gesalzen, gefeffert, in geschlagenem Ei und Semmelbrösel gewälzt und knusprig gebraten.
Als ich alles auf dem Teller hatte, lief mir schon das Wasser im Munde zusammen. Ich habe es mir schmecken lassen.
Zugleich soll dies auch ein Tipp sein für meinen Freund Cebulon, den passionierten und versierten Hobbyfotografen, falls er in seinem Fotojagdrevier die schönen
Austernpilze entdeckt. Schaut mal auf seinen interessanten Blog.link
von anais
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Wednesday, 23. november 2011
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09:12
Ich habe mich etwas genauer über das rankende Kraut Jioagulan informiert, das sich in meinem Gewächshaus üppig ausgebreitet hat. Ist es doch in der Kräuterheilkunde
in letzter Zeit zu einer richtigen Kultpflanze geworden. Als Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin hat es auch in unseren Regionen Einzug gehalten. In Südchina wird es täglich als
Tee getrunken, und es werden ihm viele positive Wirkungen zugeschrieben. Deshalb heißt es dort Xiancao - Kraut der Unsterblichkeit. Es hat gleiche Bestandteile wie der Ginseng. Die
hundertjährigen Südchinesen schwören darauf, es sei besser als Ginseng. Aus den zahlreichen wissenschaftlich nachgewiesenen Inhaltsstoffen ist es vor allem der hohe Anteil an Saponinen, der die
Planze so wertvoll wie den Ginseng macht. Das Kraut enthält zahlreiche Vitamine, Proteine und Spurenelemente. Die höchste Konzentration befindet sich in den fünffächrigen Blättern, die sowohl
frisch als auch getrocknet als Tee getrunken werden.
1 Teelöffel loser Jiaogulan-Tee auf 1/2 Liter Wasser soll ausreichend sein. Für die Zubereitung wird das Wasser zum Kochen gebracht. 1 Minute lässt man es
abkühlen, gibt den Tee dazu und lässt das Getränk 3 - 5 Minuten ziehen.
Die Wirkungen sind vielseitig:
- beruhigend auf überanstrengte Nerven
- anregend für schwache Nerven
- Stress abbauend
- senkt Blutfette und Blutzucker
- stärkt das Herz
- wirkt antioxidativ
- reguliert den Blutdruck
- stärkt das Immunsystem durch Kräftigung der Lymphozyten.
Jiaogulan ist eine Rankpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse mit kleinen grün-weißlichen Blüten, die ich bei mir allerdings noch nicht entdeckt habe Die Pflanze
lässt sich leicht durch Stecklinge und Wurzelteile vermehren. Sie ist nur bedingt winterhart und braucht deshalb im Freiland ausreichend Schutz.
Ich habe eine Menge Blätter geerntet und werde sie jetzt trocknen für einen gesunden Tee. Man sollte aber z. B. etwas Minze dazu geben, denn der reine Jiaogulan-Tee
ist nach meinen Erfahrungen so gut wie ohne Geschmack. Während der Sommermonate habe ich die frischen Blätter als Salatzugabe genutzt. Nun heißt es also: "Mit Jiaogulan gut über den Winter
kommen!"


von anais
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