Wanderungen - Natur und Baukunst

Wednesday, 13. july 2011 3 13 /07 /Juli /2011 20:54

Nachtkerzen-005.JPG

Nachtkerze (Oenothera biennis L. spec.). 

 

Als bereits die Dunkelheit hereingebrochen war und die Nacht sich langsam über den Garten senkte, ging ich noch einmal hinaus, um die kühlere Luft zu genießen. Da leuchteten die vielen, weit geöffneten Blüten der Nachtkerze in klarem Zitronengelb und hoben sich faszinierend aus dem Dunkel ab. Tagsüber bleiben die Blüten geschlossen, und so habe ich ihnen bei Sonnenlicht am Terassenhang kaum Beachtung geschenkt. Aber als ich sie nun in ihrer vollen Pracht erlebte, war ich beeindruckt, wie die Nachtkerze allen zeigt, dass sie ein lebendes Geschöpf der Natur ist. An anderer Stelle habe ich einmal beobachtet, wie sie sichtbar im Verlauf einer Minute ihre Blüten öffnet. So gut kann man das wohl bei kaum einem anderen Blütengewächs miterleben.

Mit ihrer leuchtenden Farbe lockt sie Nachtfalter und kleine, schwarze Käfer heran, die ihren Nektar naschen und die Bestäubung vollziehen. Damit ist reicher Samenansatz garantiert, und die reifen, aufplatzenden Schoten schießen die Samen in die nächste Umgebung. Im folgenden Frühjahr zeigt sich ein solch' üppiger Nachwuchs, dass er durch Jäten im Zaum gehalten werden muss. Ein wunderbarer Anblick, allerdings nur für Nachtschwärmer.

Nachtkerzen-006.JPG

Die Nachtkerze ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie eine flache Blattrosette über einer langen Pfahlwurzel. Im darauf folgenden Jahr streben die Blütenstengel in die Höhe.

Diese Nachtkerze ist eine verbesserte Züchtung aus der Wildform mit größeren Blüten. Die Wildform findet man häufig an trockenen Hängen, auf Geröll und an Eisenbahndämmen.

Nachtkerzen-005-Kopie-1.JPG

P. S.: Eine Bemerkung zum Service von Overblog: Die Schrifttypenauswahl ist weg, und damit auch mein bevorzugtes, schönes "Comic sans" Schlicht und einfach - miserabel!!!

von anais - veröffentlicht in: Wanderungen - Natur und Baukunst - Community: Natur und Wissenschaft
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Tuesday, 31. may 2011 2 31 /05 /Mai /2011 11:59

Wurlsee-008.JPG

Mit Draht, Eisen und Beton bewehrte Grenzgebiete im eigenen Land sind vielleicht selten, aber es gibt sie. So auch bei Lychen auf dem Wurlseewanderweg.

Ein Camping-Tourist, der gerne seine freie Zeit an den Ufern des sagenumwobenen, tiefen und klaren Gewässers verbringt, hat mich per Mail kürzlich wieder auf diese Verschandelung der Natur aus rein privatbesitzlichen Motiven aufmerksam gemacht. Dass dort solch' ein Mauermonster steht, ist seit langem bekannt. Die Stadt Lychen steht mit dem Eigentümer bereits in einem jahrelangen Rechtsstreit. Bisher ohne Erfolg. Privat geht eben vor Gemeinwohl. Es bedarf wohl des guten Willens und der Einsicht des Eigentümers, um den Wanderweg - wie früher einmal - rundum durchgängig zu machen. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt.

So habe ich mich vor einer Woche mit dem Fahrrad aufgemacht und mich vom Campingplatz "Rehberge" aus an den Wurlsteg herangepirscht. Das ist gerade nicht sehr einfach, denn auf dem Campingplatz muss der Wanderer erst einmal den Zugang zum Wurlsteg suchen. Nur wenn er als Insider weiß, dass dieser unten am weiß gefließten, kleinen Kneipp-Bad beginnt, kann er über den Hang dorthin hinunter laufen. Wahrscheinlich ist der Campingplatz-Betreiber ebenfalls nicht sonderlich daran interessiert, dass fremde Naturfreunde sein Terrain durchqueren. Ein deutliches Hinweisschild zum Wurlsteg habe ich jedenfalls nicht entdeckt. Aber vielleicht liegt es an meiner Brille. Lach!

Dort unten, wo der Wurlsteig beginnt, ist dass Gelände reich an Quellen und kleinen Fließen, wunderschön mit seltenen Gewächsen. Über den Sumpf wurden von der Stadt vor Jahren Knüppelwege angelegt, die einmal in ganz ordentlichem Zustand waren. Jetzt muss der Wanderer mutig und gut zu Fuß sein, wenn er die zerbrochenen Balken überqueren will. Mit in den Sumpf und Gewächse anschauen oder auf den See blicken ist an diesen Stellen nichts! Da heißt es aufpassen.

Wurlsee-003.JPG 

Wurlsee-002.JPG

Wurlsee-004.JPG

Geht der Pfad wieder bergauf, kommt man zur viel besungenen und bedichteten Ilsen-Quelle , die aus ihrem Rohr nur noch tropft. Aber dort habe ich eine Wildorchidee entdeckt, das grünblütige Zweiblatt - zwar unscheinbar aber selten.

Wurlsee-005.JPG

Wurlsee-006.JPG

Dann lässt es sich eine ganze Strecke lang schön über Wurzeln auf und ab wandern. Auf das Rad kann man allerdings nicht steigen. Ist ja wohl auch nicht so gedacht.

Nicht weit vom früheren idyllischen Wurlsee-Badestrand - heute auch ein ausgedehnter Campingplatz - beginnen Hausgrundstücke. Ich habe mich genähert, oben auf dem Weg nach unten geschaut und - siehe da! Da versperrte mir eine verrostete Blechtür den Weg. Siehe Artikelbild. "Aha", sagte ich zu mir, "da ist sie ja, die Mauer!" Neben der Tür war aber der Drahtverhau geöffnet, und ich kroch da durch. Vor mir ragte eine vergammelte alte Steintreppe empor. Ich stieg hinauf im Glauben, jetzt käme ich bis zum Zeltplatz durch.

Wurlsee-009.JPG

Aus meiner Kindheit erinnerte ich mich, dass dort einmal am Seeufer eine wunderschöne Veilchenwiese lag.

Aber - "Ordnung" muss sein! Am Ende war der Weg mit einer Betonwand versperrt. So musste ich wieder zurück und mich letztendlich über den gras- und krautbewachsenen Pfad durch brach liegendes Feld bis zu alten Strelitzer Landstraße  hindurchkämpfen. Das alles war mehr Geländesport als entspanntes Wandern.

Wurlsee-007.JPG

So ist der früher viel gepriesene und beliebte Wurlsee-Wanderweg durch rücksichtslose Privatinteressen und mangelhafte kommunale Pflege zum unwegsamen, vergessenen Pfad degradiert. Bedauerlich und beschämend für alle!

von anais - veröffentlicht in: Wanderungen - Natur und Baukunst - Community: Natur und Wissenschaft
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Wednesday, 25. may 2011 3 25 /05 /Mai /2011 20:07

Maibeere-002.JPG

Maibeere (Lonicera kamtschatica. Foto: J. Hantke.

Ich habe es jetzt schon gut und muss nicht warten, bis die Heidelbeeren im Juli im Wald reifen. Vor einigen Jahren habe ich mir die Maibeere, zwei Sträucher, in den Garten gesetzt. Sie trägt zur Zeit ihre blauen länglichen, kleine Beeren, die genau wie Blaubeeren schmecken. Von fern sind sie kaum zu sehen. Man muss schon nahe herangehen und unter die Zweige schauen, um die Früchte zu entdecken. Die Maibeere ist ein Geißblattgewächs und im nördlichen Sibirien beheimatet. Daher auch der botanische Name Lonicera kamtschatica. Es ist ein sommergrüner Strauch. Die Blätter sind gegenständig, und die blassgelben, paarig stehenden Blüten erscheinen bereits Ende März bis April. Bald darauf setzen die erst grünen Beeren an, die bis Ende Mai reifen. Bei guter Befruchtung trägt der Strauch gut. Allerdings haben wir heutzutage das Problem, dass zu wenig Bienen zur Bestäubung da sind. Die Maibeeren werde ich jetzt pflücken. Das heißt aber nicht, dass ich im Sommer nicht in den Wald radele, um mir ein Eimerchen Heidelbeeren zu holen.    

 Maibeere 003 

von anais - veröffentlicht in: Wanderungen - Natur und Baukunst - Community: Natur und Wissenschaft
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Monday, 4. april 2011 1 04 /04 /Apr. /2011 14:34

Roddelin-008.JPG

Winterjasmin (Jasminum nudiflorum L.)

 

Jetzt steht der Winterjasmin am Haus auf dem "Feld der Träume" in voller Blüte. Schon Ende Februar hoffte ich, dass er seine gelben Sternenblüten öffnet. Über das "Feld der Träume", im nördlichen Ortsteil von Lychen, wehte aber immer ein kalter Wind und die Nächte waren lange Zeit frostig. Meine liebe Jutta und ihr Sohn, Stahlkünstler Uwe, meinten schon, in diesem Frühling gäbe es den Blütenzauber nicht. Am vergangenen Sonntag aber konnte ich ihn endlich auf die Linse bannen.

Der Winterjasmin gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Er ist im nördlichen China beheimatet und erreicht bei uns als Spreizklimmer eine Höhe von fast 3 Metern. Seine Zweige sind dunkelgrün, kantig und rutenförmig. Blätter gegenständig, dreizählig. Die Blüten erscheinen an geschützten Standorten oft schon im Januar vor den Blättern an vorjährigen Trieben. Sie werden 2,5 bis 3 cm breit und bestehen aus 6 meist leicht welligen Abschnitten. Die Frucht ist eine schwärzliche Beere.

Jutta hat das warme Wochenende genutzt und an den Wegesrändern ihre Frühlingsblüher, Primeln und vor allem Stiefmütterchen gepflanzt, die sie besonders liebt. Ich habe in meinem Garten für diese dekorativen Feinheiten noch nicht die Zeit gehabt.

  Roddelin-009.JPG

Ich bin immer noch mit dem Umgraben beschäftigt. Dazu hatte ich eine große Hilfe. Mein Freund Frank kam aus Berlin nach Lychen und hat am Sonnabend vormittags und nachmittags kräftig den Spaten bewegt. Und heute habe ich die Yacon-Wurzeln aus dem Keller geholt, ins Gewächshaus gebracht und gewässert als Vorbereitung für die neue Anzucht. Auch die 7 roten Oca-Knollen - als südamerikanisches Gemüse eine Neuerwerbung - habe ich in Anzuchttöpfe gesetzt. Mal sehen, was daraus wird.

Von Freunden, die eine kleine Viehhaltung haben, hatten wir uns schon vor Wochen Kuhdung geholt für Gurken, Tomaten und Zucchinis. Jetzt habe ich vier Stellen im Gewächshaus per Hand mit Kuhdung angereichert, auf die ich meine selbst gezogenen Gurkenpflanzen setzen werde. Damit warte ich allerdings noch ein paar Tage, um zu sehen, wie sich die Nachttemperaturen entwickeln.

Und jetzt mache ich mich ran und pflanze die Paprikasämlinge in Stiegen, wo sie noch bis Mitte Mai heranwachsen sollen. Dann setze ich sie ins Freiland.

von anais - veröffentlicht in: Wanderungen - Natur und Baukunst - Community: Natur und Wissenschaft
Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Sunday, 27. february 2011 7 27 /02 /Feb. /2011 08:39

Brahma Hahn, rebhuhnfarbig gebändert 02

Schon gewusst? Brahmas sind die Riesen in der Hühnerwelt!

Mein Berliner Tierfreund Roland hat vor einigen Tagen begeistert von seinen großen Hühnern erzählt. Zwar hat er sie mir ausführlich geschildert. Wir hatten aber nicht die Zeit, Stall und Gehege einen Besuch abzustatten. Weil ich mir diese mächtigen Vögel mit Adlerblick nicht so recht vorstellen konnte, bat ich ihn, mir eine genauere Beschreibung mit Fotos per Mail zu schicken. Das hat er promt getan.

Er hat einen interessanten Text über die Herkunft, die Geschichte, ihre Ankunft in Europa und die ersten Liebhaber der Brahma-Hühner verfasst. Dazu natürlich die Fotos von seiner Hühnerschar im Garten.

Brahma Küken, ca. 6 Wochen 02

Ihr Wesen hat er mit sehr viel Liebe geschildert: Sie sind mutig, kräftig und temperamentvoll. Sie finden Bewunderung durch ihre starke Statur, ihre gefiederten Beine und Zehen. Die Hähne zeigen sich stolz und dominant. Mit Recht werden sie "Könige unter den Hühnerrassen" genannt.

Das Brahma hat seine ursprüngliche Heimat am Brahmaputra in Indien. Die Rasse wird heute in Deutschland in 9 Farbschlägen gezüchtet. Der Hahn erreicht ein Gewicht von 3,5 - 5 kg, die Henne 3 -4,5 kg. Ca. 140 Eier legt die Henne im Jahr.

Weitaus genauer hat Roland das Brahma-Huhn mit Fotos auf meiner Seite "Das Brahma-Huhn. Stolzer Gigant unter den Hühnerrassen dargestellt link.Schaut Euch das einmal an! Da möchte man am liebsten selber wieder Hühner halten!

Brahma Junghähne und Junghennen, schwarz-weiss columbia

von anais - veröffentlicht in: Wanderungen - Natur und Baukunst - Community: Natur und Wissenschaft
Kommentar hinzufügen - Kommentare (3)ansehen

Über diesen Blog

Profile

  • anais
  • Blog von anais
  • Männlich
  • Brandenburg Lychen Uckermark
  • neugierig Naschkatze Fotografie Kunst Frühaufsteher
  • Ich bin Hobbygärtner, schreibe Artikel, moderiere eine Mandolinengruppe und bin humorvoll und lebenslustig

Blog erstellen

Neueste Kommentare

Awards

[Award.jpg]
Ein Award von Margotlink


Ein Geschenk der Meeresbuchtlink



Ein Award von Xammilink und der Meeresbuchtlink



Kalender

February 2012
M T W T F S S
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        
<< < > >>
 
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren