Blog von anais

Große Granitblöcke sind markante Zeugnisse für den Ursprung unserer hügeligen, wasserreichen Endmoränenlandschaft. Sie sind selten geworden. In alten Gemäuern wurden sie verbaut. Sie dienten als Pflastersteine oder Dekoration in Gärten und Parks. Ein Granit hat in Lychen Geschichte gemacht. Er wurde in der DDR-Zeit in einem Park gestellt und mit einer schlichten Lenin-Plakette versehen - der Lenin-Stein. Dann kam die Wende, und allzu Eifrige haben nicht nur die Plakette vom Stein entfernt sondern sogar den Granit am Rande des Parks vergraben - zum Ärgerniss und Gespött der Lychener. Das hat mich inspiriert, dem Granit ein paar Verse zu widmen.

Der Granit
Um Lychen, wo der Boden karg,
ist der Granit zuhause.
Mal groß, mal klein, ganz hart und stark,
ein Zeichen für die Uckermark
schon mehr als ein Jahrtausend.
Man passte ihn in Mauern ein.
Er muss die Kirche tragen.
Im Mörtel fest, jahraus, jahrein.
Mag glücklich oder traurig sein.
Ich wollt', ich könnt' ihn fragen.

Einst stolz im Sand am Feldesrain,
am See, am Wald sie lagen.
Schlug man sie in die Straßen ein.
Auf Ewigkeit geduldig sein
und schwere Lasten tragen.
Zwar hat ein Stein auch manchmal Glück,
ehrt Namen und rühmt Taten.
Bei Beenz stand einst ein teures Stück.
Der Königsstein war auch Granit.
Liegt jetzt privat im Garten.

Ein Stein sollt' wohl der Größte sein.
Er durfte Lenin tragen.
Nach ein paar Jahren Glücklichsein
grub man ihn in die Erde ein.
Welch' Sinn, wird mancher fragen.

Seh' heut ich noch am Wald ein Stein,
dann freu' ich mich von Herzen.
E passt in unsre Landschaft rein.
Drum lass' ihn dort zuhause sein
und mach' ihm keine Schmerzen.

Wed, 19. aug 2009 8 Kommentare
Ein richtig schönes Gedicht, was war den das besondere am Königsstein bei Beenz?
MBT - der 20.08.2009 um 15h59
Vielen Dank! Das mit dem Königsstein ist eine lustige Geschichte für später. Hier nur in Kürze: Ein betrunkener Lkw-Fahrer mit Namen König ist dagegen gefahren. Ein witziger Lychener hat darauf den Namen "Königsstein" draufgeschrieben. Das hatte aber ein Nachspiel...Für später mal.
LG Joachim
anais

Fein, freue mich.

Und, geht es dem Blog sonst gut?

MBT - der 20.08.2009 um 22h07
Der Blog läuft ganz gut. Für das kleinstädtische Milieu, das ich hier beschreibe, kann ich sicherlich nicht mehr verlangen. Immerhin bin ich von einem 500er Platz jetzt auf Platz 109 vorgerückt. Darüber freue ich mich. Drei Blogger, manchmal auch ein vierter kommentieren regelmäßig. Drei sporadisch. Manche antworten auf meine Kommentare gar nicht. Ist wohl auch viel Konkurrenzgehabe und Selbstsucht dabei. Aber ich sehe das nicht so verbissen. Wenn ich zwischen 500 und 600 Besucher im Monat habe, ist das doch ganz gut, oder?
Was die kleinen Anekdoten hier, z. B. Königsstein, betrifft, muss ich mal überlegen, wie ich das mache.
anais
Stimmt schon! Manche Leute können halt alles brauchen. LG Doris
Doris - der 21.08.2009 um 20h02
Hallo Doris! Ich nehme an, dass die Leute so etwas heute wohl kaum noch machen, weil es kaum noch solche großen Blöcke in der freien Natur gibt, und diese sind alle an bestimmten Plätzen postiert. Da traut sich wohl keiner, sie wegzuschleppen. Ein Glück auch!!
LG Joachim
anais
Wenn ich solche Klopse in der Landschaft sehe, die beeindrucken mich immer gewaltig. Wo kommt der eigentlich her? Gibt's dort einen Berg, wo er runtergefallen ist? Irgendwie wirkt er ein bisschen fehl am Platz, trotzdem ist er großartig.
Liebe Grüße von Margot
Margot - der 21.08.2009 um 20h57
Hallo Margot! Dieser große Klops ist in der Zeit von 20000 bis 13000 vor Christus von den Gletschern der letzten Eiszeit aus Skandinavien hierher geschoben worden. Im Mittelalter war hier die ganze Landschaft davon übersät. Davon wurden die Feldsteinkirchen und die Stadtmauern gebaut. Davon gibt es noch einige, die vom Ursprung der Landschaft zeugen. An abgelegenen Seen, z. B. bei Beenz hier in der Nähe, liegen noch viele am Seeufer. Die Landschaft hier ist sehr hügelig aber nicht bergig. Diese Schönheiten hast Du bei Dir zu Hause.
LG Joachim
anais

Wir blogger sollten schon Kontakte knüpfen und zusammenhalten, wenn aber einer so dreist ist und nichtmal auf kommentare antwortet würde ich ihn doch da allein lassen. Eas sollte nicht jeder sein eigenes Süppchen, wenn alle ihre Zutaten in einen Topf werfen können daraus gleich mehrere schöne blogs genährt werden

Mit deiner monatlichen besucherzahl kannst du ebenfalls zufrieden sein! Der Blog wird sicher noch weiter wachsen.

So ich schreibe noch einen kleinen artikel

LG MBT

MBT - der 21.08.2009 um 21h23
Ja, da stimme ich Dir zu. Klar, wenn einer anspruchsvolle Geschichten, Artikel oder Gedichte verfasst, braucht er sehr viel Zeit für sich selbst und hat wenig Zeit, bei anderen zu lesen. Aber es gibt ernsthafte gute Blogger, die das trotzdem tun, und die sind wertvoll und gut für mich. Ich werde gleich in der Meeresbucht schwimmen.
LG Joachim
anais
Dieser Steinblock erinnert mich irgendwie an meine Paddeltour, wo so auch so ein Block vor unserem Kanu auftat - war glaube ich aber Buntsandstein.
Zum Blog-Thema kann ich nur sagen, man braucht viel, viel Zeit. Besonders, wenn man in Blogs liest, deren Verfasser mehr als drei Zeilen zuwege bringen. Und dann noch Kommentare lesen. Und dann noch antworten. Liebe Güte. Ich habe nie geahnt, auf was ich mich da einlasse. Oft kriege ich einfach nicht die Kurve.
Es gibt ja auch ein Leben ausserhalb des PCs...  Liebe Grüße, ich schwimm heute auch noch in der Meerbucht vom MBT.
Xamantao - der 23.08.2009 um 18h28
Unsere Granitblöcke stammen aus Skandinavien. Was Du zum Bloggen schreibst, ist völlig richtig. Aber ein bischen was Originelles will man ja reinbringen. Bei meinem Blog ist das manchmal schwierig. Aber es geht voran. Ich freue mich, wenn einige wenige Bogfreund(e)(innen) - wegen der Feministen! Lach! mir mal ab und zu Treue beweisen.
anais
Oje, mit der Gleichberechtigung. Hättest Du nicht auch Granitblöcke/innen und Blog/in etc. schreiben MÜSSEN?
xamantao - der 24.08.2009 um 22h30
Jaaah! Immer musst Du meine Schwächen entdecken.
anais
Ooooch, armes Anais-Häschen, *kraul-hinter-deinen-Öhrchen*
xamantao - der 25.08.2009 um 04h41
Ich fühle mich getröstet.
anais