Das Tipp-Topp-Therapie-Team

Die Haltung zum Alkoholgenuss ist unterschiedlich und individuell geprägt. So kommen bisweilen sehr originelle Verhaltensweisen vor, wie z. B. diese:

Therapeut:Darf ich mich Ihnen zuerst einmal vorstellen. Mein Name ist Seelenfeger und ich bin Honorartherapeut. 
Wie fühlen Sie sich? (Schweigen). Ich habe Sie verstanden. Unser heutiges Thema: "Was bin ich bloß für ein Mensch?"
Dazu meine Frage: Können Sie sich als extraordinäres Subjekt akzeptieren? Wissen Sie, dass in Ihnen eine weiße, gute Seele und eine schwarze, schlechte Seele leben und miteinander kämpfen? Selbsterkenntnis finden Sie, wenn Sie tief in Ihr Gegenüber eindringen. Schlüpfen Sie also als Mann in die Frau und als Frau in den Mann. Dabei entdeckt der Mann zugleich seine weibliche Seite und die Frau ihre männliche.
Los geht's!
1. männlicher Patient stellt 1. weiblichen Patienten vor:
Ich bin die Ute - die Gute - wie Papa immer sagte. Ich bin 40 Jahre alt und wohne in Kummersdorf. Vater und Mutter waren von kümmerlicher Gestalt. Sie hatten jede Menge Kümmel im Garten und in der Hausbar zu stehen. Schon früh wurden mir Kummer und Kümmel in die Wiege gelegt.
Therapeut: Sie waren also niemals fröhlich im Leben?
Patient: Im Gegenteil! Oft und immer öfter! Aber nur mit Kümmel und mit Kümmerling.
Therapeut: Und wenn Sie nach der Entwöhnung in Kummersdorf doch wieder Kummer haben?
Patient: Dann koche ich Kohlsuppe und würze mit Kümmel.
Therapeut: Bei Ihnen hockt immer noch die dicke, schwarze Seele auf der kleinen, schwachen, weißen. Ob Sie die schwarze mit Küchenkümmel besiegen können, scheint äußerst problematisch.
Therapeut (zum nächsten Patienten): Und wo steht bei Ihnen das Zünglein an der Waage?

1. weiblicher Patient stellt 1. männlichen Patienten vor:
Ich heiße Billy, mit Nachnamen Boy. Also kurz: Billyboy. Bin 35 Jahre alt. War Wunschkind und Zangengeburt zugleich. Schon als Mama mich unter ihrem Herzen trug, fütterte sie mich mit Rumkugeln und lutschte nachts heimlich Papas Marzipaneier. In der Pubertät probierte ich zum ersten Mal Rasierwasser. Schon als Milchbart fand ich Gefallen daran. Und seitdem blieb keine Pore trocken!
Therapeut: Wie wirkt sich das auf Ihre Sexualität aus?
Patient: Darüber sage ich Ihnen gar nichts! Aber Sie können sicher sein: Auch da blieb keine Pore trocken!
Therapeut: Mit dem Rasierwasser haben Sie voll ins Schwarze getroffen. Wenn Sie so weiter machen, nimmt das mit Ihnen ein böses Ende!
Therapeut (zum nächsten Patienten): Zeigen Sie sich nun von Ihrer besten Seite!

2. weibliche Patientin stellt 2. männlichen Patienten vor:
Ich heiße Kästner. Bin 39 Jahre und 9 Monate, bzw. 40 Jahre alt. Ich bin drei Monate zu früh geboren und kam in den Brutkasten. Dann baute mein Vater eine Wiege aus einem alten Kasten. Lange, lange spielte ich im Sandkasten. Und später - als Bengel - am liebsten Flaschendrehen.
Therapeut: Das ist aber sehr verdächtig! Sie entwickelten schon als Kind das nicht seltene Kastensyndrom.
Patient: Sie haben das wohl studiert? Von Jugend an sammelte ich mit großer Leidenschaft Kronenkorken. Dafür musste ich - wie ein Zwang - kästenweise Flaschenbier trinken.
Therapeut: Was sind Sie für ein Mensch?! Sie haben ja mächtige Korken geschossen!
Patient: Ich habe sie nicht geschossen. Ich habe sie gesammelt. Meine besten Kumpels haben mir nämlich versichert, dass ich für 5000 Kronenkorken ein Fahrrad eintauschen kann.
Therapeut: Das klingt verlockend.
Patient: Na, logo! Mein Unterbewusstsein verlangte Kästen - ganz viele Kästen mit ganz vielen Kronenkorken.
Therapeut: Sie tauschten also das Fahrrad ein, und Ihr Suchtverhalten war befriedigt?
Patient: So war das nicht! Beim letzten Kasten Bier schworen mir meine Kumpels, die Fahrräder gäbe es gar nicht mehr.
Therapeut: Das war ein emotionaler Tiefschlag in Ihre schwarze Seele.
Patient: Im Gegenteil! Meine Kumpels meinten, ich sollte mal gar nicht schlapp machen. Ich hätte jetzt mit den Kronenkorken die viel bessere Chance auf einen nagelneuen VW.
Therapeut: Das wird ja immer spannender! Behalten Sie mal den VW bis zum nächsten Gespräch im Auge.
Therapeut (an den 2. Patienten): Was nehmen Sie nun aus dem Gespräch mit in den Belastungsurlaub?

2. männlicher Patient für den 2. weiblichen Patienten:
Ich habe mich bestens auf die Situation vorbereitet und weiß, was ich tun werde:
- Zuerst gehe ich auf die Post und schicke alle meine Rätsellösungen ein. Vielleicht habe ich mal richtig Schwein.
- Dann will ich wieder Lotto spielen.
- Abends bei "9 Live" probieren.
- Verpass' ich dabei 'ne Nummer, verfall' ich nicht gleich in Kummer. Ein Hobby bleibt mir,Mann, oh Mann!
- Ich fang' mit Kronenkorken an!
Therapeut: Wenn ich die Sache richtig seh', therapiere ich Sie nach Jahren wieder - aber im VW!!
Was seid Ihr bloß für Menschen! Welch' schwarze Seelen! Aber noch sind Hopfen und Malz nicht verloren, denn ich bringe Sie noch so zum Schwitzen, dass keine Pore trocken bleibt!!