Zwei Hitler-Darstellungen als Tipp für den Vergleich mit der Gegenwart    

Veröffentlicht auf von anais

  Zwei Hitler-Darstellungen als Tipp für den Vergleich mit der Gegenwart    
  Zwei Hitler-Darstellungen als Tipp für den Vergleich mit der Gegenwart    

                Zwei Hitler-Darstellungen als Tipp für den Vergleich

                                                mit der Gegenwart                                                            

Berichte und Bilder im Fernsehen und in der Presse von „Demos gegen Rechts“ mit lautstarken Rufen und Losungen wie „AFD verbieten“. AFD -Nazis“, „Gegen Nazis“ u. ä. haben mich angeregt, mich etwas genauer mit Nazi-Deutschland zu beschäftigen, auch in der Annahme, dass diejenigen, die heute solche lauten Rufe erschallen lassen, eigentlich gut in der Geschichte Hitlerdeutschlands Bescheid wissen müssten.

Gerade richtig kam mir dafür die ab Februar vom ntv-Kanal ausgestrahlte Doko-Sendung in mehreren Folgen „Das Dritte Reich in Farbe“. Sicherlich sind diese in der ntv-Mediathek auch heute noch abrufbar.

In der Folge „Der Diktator“ haben mich besonders die gewaltigen Massenaufmärsche und Sympathie-Kundgebungen beeindruckt. Solche Machtdemonstrationen kannte ich zuvor nur aus meiner DDR-Zeit aus Berlin zum 1. Mai und zum „Tag der Republik“ sowie aus Moskau vor allem während der Stalin-Zeit. Das prägte damals linke, sozialistische Diktaturen. Heute kennt man solche Kraftmärsche aus Nordkorea und China.

Hitler und die NSDAP werden in der heutigen Zeit in Deutschland sehr konträr bewertet. Die AFD und einige konservativ denkende Historiker ordnen Hitler und sein Regime eher links und sozialistisch ein, heutige links orientierte Parteien, Politiker und Medien wollen davon nichts wissen und benutzen stattdessen den Nazi-Begriff als schlagkräftiges Propagandamittel im Kampf gegen Systemkritiker, die als „rechtsextrem „und als „neue Nazis“ bezeichnet werden.

Das Nazi-Thema ist nie zuvor so oft und so intensiv in Medien behandelt worden wie in der gegenwärtigen Zeit und nach meiner Erkenntnis weniger aus reinem Interesse an deutscher Geschichte, sondern eher als Abschreckungsmittel im Kampf gegen wachsenden „Rechtspopulismus“. Aus diesem Grund genieße ich solche aktuellen Darstellungen mit Vorsicht und greife lieber auf Literatur über den Nationalsozialismus aus der Zeit vor der Merkel-Ära und der Ampel-Regierung zurück, weil Deutschland in den1970er bis 2000er Jahren noch nicht von Migrationsideologie in der Politik und deren praktischen Auswirkungen geprägt war.

Für zwei Bücher habe ich mich entschieden: 1. Sebastian Haffner, „Anmerkungen zu Hitler“, zuerst veröffentlicht 1978: 2. Joachim Fest, „Hitler, eine Biographie“, zuerst veröffentlicht 1973.

Sebastian Haffner, 1907 bis 1999, Zeitgenosse der NS-Zeit, bekannter politischer Kolumnist und TV-Journalist in der deutschen Nachkriegszeit und in Westdeutschland stellt in seinem Buch den ideologischen Facettenreichtum Hitlers und sein realitätsfremdes Gedankengut dar. Bemerkenswert ist die Beschreibung der sozialistischen Komponente des Nationalsozialismus. Dafür ein Zitat aus der Seite 46:

„Aber eine große gesellschaftliche Veränderung gibt es, die Hitlers persönliches Werk war und die interessanterweise zwar in der Bundesrepublik rückgängig gemacht, in der DDR aber beibehalten und weiterentwickelt worden ist. Hitler selbst nannte sie die ‚Sozialisierung der Menschen‘. ‚Was haben wir das nötig: Sozialisierung der Banken und Fabriken‘, sagte er zu Rauschning ( bis 1934 Präsident des Danziger Senats. Anm. J. H.). ‚Was das schon besagt, wenn ich die Menschen fest in eine Disziplin eingeordnet habe, aus der sie nicht heraus können…Wir sozialisieren die Menschen.‘ Es ist die sozialistische Seite des Hitlerschen Nationalsozialismus, von der jetzt zu reden ist.

Wer mit Marx das entscheidende oder sogar das alleinige Merkmal des Sozialismus in der Sozialisierung der Produktionsmittel sieht, wird diese sozialistische Seite des Nationalsozialismus natürlich ableugnen. Hitler hat keine Produktionsmittel sozialisiert, also war er kein Sozialist. Damit ist für den Marxisten alles erledigt. Aber Vorsicht! So einfach ist die Sache nicht. Interessanterweise haben ja auch die heutigen sozialistischen Staaten es allesamt nicht bei der Sozialisierung der Produktionsmittel bewenden lassen, sondern große Mühe darauf verwendet, außerdem auch ‚die Menschen zu sozialisieren‘ also sie, möglichst von der Wiege bis zur Bahre, kollektiv zu organisieren und zu einer kollektiven ‚sozialistischen‘ Lebensführung zu nötigen, sie ‚fest in eine Disziplin einzuordnen‘. Es fragt sich durchaus, ob das nicht, trotz Marx, die wichtigere Seite des Sozialismus ist.“

Hitler ist die Sozialisierung gelungen, angefangen bei den Pimpfen und der Hitlerjugend über die Arbeitsfront und Sport bis zu Kraft durch Freude.

Haffner findet weitere Parallelen zum Marxismus: Bei Marx ist es die Klassentheorie, bei Hitler die Rassentheorie, praktisch umgesetzt durch Ideologie gesteuerte Politik, „an der die Welt genesen soll“. In der Persönlichkeitsentwicklung ihrer Führer endete solches Gedankengut in Überlegenheitsdünkel und bei zunehmender Machtfülle in Größenwahn, so bei Hitler, Stalin, Mao u. a.

Für Haffner stand Hitler eher links als rechts, wenn man „rechts“ im Sinne von nationalem Konservativismus versteht.

In der Hitler-Biographie von Joachim Fest sind Aussagen, Erkenntnisse und Schlussfolgen ähnlich.

Vergleicht der Leser nach dieser Lektüre den Hitlerismus und dessen programmatische Forderungen beispielsweise mit dem Partei- oder Wahlprogramm der AFD, so wird er keine Parallelen finden, sondern vielmehr Gegensätze feststellen:

Beide Phänomene sind zu unterschiedlichen Zeiten und unter unterschiedlichen Bedingungen geboren. Der Nationalsozialismus entwickelte sich aus der vom Versailler Vertrag bestimmten Krisenzeit in Deutschland nach dem II. Weltkrieg in einer Zeit, in der Migration keine Rolle spielte.

Die AfD und deren Vorläufer als politische Bewegung entwickelten sich im Zuge massenhafter unkontrollierter Zuwanderung von außen in ein Deutschland, in welchem gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftlicher Wohlstand herrschten. Ab 2015 schlug die Entwicklung in das Gegenteil um. Kritik an den gesellschaftlichen und politischen Missständen, vor allem während der Corona-Diktatur, wurde unterdrückt und bekämpft.

Die AfD bezeichnet sich selbst als libertär-konservativ und tritt ein für den Erhalt der bürgerlichen Klassengesellschaft und des Nationalstaates. Die NSDAP dagegen propagierte die Aufhebung der Klassen und die Schaffung der Gleichheit aller in einer „Volksgemeinschaft“. Wer dazu gehören sollte, war rassistisch determiniert.  Die menschenfeindlichen und vernichtenden Folgen sind bekannt.

Die Gleichsetzung der AfD und deren 10 Millionen Wähler mit Nazis halte ich deshalb nicht nur für irreführend, sondern auch für falsch.

Das sozialistische Prinzip der „Gleichheit für alle“ hat in Geschichte und Gegenwart immer – je nach Auslegung - zu Gleichheit für die einen und Ungleichheit für die anderen geführt und ist deshalb meines Erachtens realitätsfremd und untauglich für eine Demokratie.

Ethisch im Wert sind alle Menschen gleich. Sozial und kulturell dagegen sind sie vielseitig und ungleich. Solche Ungleichheiten führen nun mal zu Konflikten in einer Gesellschaft, insbesondere dann, wenn sie politisch gefördert werden. Diese Probleme und ihre Verursacher aber sollten von einer kritischen Opposition in aller Öffentlichkeit benannt werden dürfen.

 

Veröffentlicht in Kritische Meinungen

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
A
Hallo Joachim<br /> Der Vergleich zum Nazitum ist heutzutage wirklich auffallend. <br /> Es wäre zu überlegen, ob nicht auch die Bücherzensur mit der Bücherverbrennung im 3.Reich zu vergleichen ist. Was allerdings nicht stimmt ist, dass die Andersart der Trans- &Co-Menschen bei Hitler sicher nicht gewesen wäre, denn ich kann mich noch gut erinnern, dass es den Paragraph 175 des deutschen Strafgesetzbuches, welcher Männerliebe unter Strafe stellte, erst 1994 abgeschafft wurde. Im NS-Regime wurde er sogar verschärft um zur Verfolgung Homosexueller aufzufordern und sie zu foltern.<br /> Ob jemand gleichgeschlechtlich liebt ist m.E. seine eigene Angelegenheit. Ich verachte allerdings, dass es nun üblich ist diese sexuellen Phantasien als salonfähig für die Öffentlichkeit anzusehen. Ich muss nicht wirklich wissen, ob und wie es der Nachbar treibt. Dazu ist die Frühsexualisierung der Kinder eine Katastrophe, denn wenn die Sexlust ausgelebt ist, bleibt nur noch öde Langeweile. Was und womit kann man das Gefühl dann toppen. Mit Mord ? Wird eine Menschenjagd dann genau so salonfähig wie kranke, eher krankmachende Phantasien ? - unter dem Lable der Freiheit ?<br /> <br /> Freiheit ist seine Meinung sagen zu dürfen ohne, dass man auf etwas achten muss. Beleidigen durfte man früher auch nicht, aber gar nichts mehr sagen zu dürfen, damit sich Niemand mehr aufregt, ist einfach nur abartig.<br /> Du hast Recht. Die AFD ist nicht mit dem Nazitum vergleichbar. Allerdings gibt es auch dort Menschen, die die Partei unterwanderten um hitlerähnliches zu verwirklichen.<br /> <br /> Dabei wären wir fast bei der Sommerinterview von Alice Weidel, als (vermutlich) Linke einen lauten Aufstand veranstalteten, wie im Kindergarten. Alexander Wallasch hat dazu einen Artikel geschrieben. Mit Lärm gegen Demokratie, indem er Vergleiche zu den sogenannten Reichsautozügen stellt, ..." der 1933 mit Mitteln des NSDAP-Reichsschatzmeisters eingerichtet wurde. Ziel war es, die Reichspropaganda direkt an die Bevölkerung zu bringen...."<br /> https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/der-lautsprecherwagen-im-zentrum-der-politischen-haesslichkeit-im-dritten-reich<br /> <br /> Wer ist nun also rechts oder links ?<br /> Niemand - denn die jetzige Regierung sucht sich von allen Seiten etwas aus um das Volk zu unterdrücken.<br /> Angst - Angst wegen Russen, durch/mit Hitler, dem 3. Reich und den neuen Kriegstreibern.<br /> ... und wieder steht das Gro´zur Regierung und schreit JAAA<br /> <br /> Ein Ja zum Untergang der eigenen Kultur, der Sprache, der Bücher, des öffentlichen Raums, der Badeanstalten, der Straßen, Bahnhöfen und der eigenen Familie.<br /> Sorry, aber nicht nur die Heranwachsenden scheinen zu dumm zu sein um das zu verstehen.<br /> <br /> Die AFD würde einen anderen Schritt wagen, aber ehrlich, frage dich ganz ehrlich: wie will man diese ganzen Migranten aus dem Land bekommen ? Würde das friedlich möglich sein, oder gäbe es wieder Lager mit Gewalt und Tote ?<br /> Menschen sind es, die richten würden, und es gibt immer welche denen es nicht schnell genug geht - und dann ?<br /> Würde es Bürgerkriege geben ? Die unerlaubt Eingereisten sind meist kriegerisch und gut organisiert. Was ist, wenn man ihnen plötzlich Einhalt gewährt ? Wird der rollerfahrende Zopfjunge für seine Freunde einstehen können ?<br /> <br /> Es geht nicht um Ausländer. Es geht um die Menschen, die sich nie integrieren werden, weil sie es nicht wollen. Es ist eben deren Kultur, deren Erziehung so zu sein. <br /> Deutschland ist zum lächerlichsten Land geworden. <br /> Deutschland hat fertig. Es wiederholt sich alles, was man doch eigentlich 80 Jahre hinter sich hatte. Es macht mir Angst, denn Frieden ist zu wertvoll um ihn zu verlieren.<br /> <br /> The quest for truth cannot be prosecuted in a cave. Silence makes no sense when it is necessary to speak.<br /> [Das Streben nach Wahrheit kann nicht in einer Höhle geschehen. Schweigen macht keinen Sinn wenn es nötig ist zu Sprechen.]<br /> <br /> - Mahatma Gandhi -<br /> <br /> <br /> lg Uli
Antworten
A
Guten Morgen, liebe Uli,<br /> ja, mir geht es genau so wie Dir. Sehr viele Bedenken und Fragen gehen mir immer wieder durch den Kopf. Bei den Nazis wurde die Homosexualtät kriminalisiert. In den KZs mussten die Homosexuellen einen Rosa-Winkel tragen, Mit der Aufhebung des § 175 war eigentlich alles getan für die Freiheit der Homosexuellen und ihre eigene Kultur. Die staatliche Förderung unter der linksgrünen Ampel war eigentlich nicht nötig, aber aus ideologischen und demogrfischen Gründen gewollt. Das wird jetzt fortgesetzt und für alle Länder gefordert.<br /> Die Migrationsideologie und -politik ist meines Erachtens die ursache Nr. 1 für so gut wie alle Probleme in Deutschland und der EU. Hinzu kommt der Ukraine-Krieg und die Abschottung von Russland. Aber an allem wird mächtig viel verdient. Es entstehen islamistische Parallelgesellschaften, die zerstörerisch auf Gesellschaft und Kultur wirken. Keimzellen dafür sind die deutschen Universitäten und Hochschulen mit ihren woken Ideologien.<br /> Wie das weitergehen wird, weiß wohl keiner so genau. Gut finde ich es, wenn Kräfte, die diese Entwicklung erkannt haben und dagegen kämpfen, stärker werden.<br /> Wichtig finde ich auch, gut für sich selbst zu sorgen.<br /> LG Joachim