Ein Rübenspaß

Veröffentlicht auf von anais

Ein Rübenspaß
Ein Rübenspaß

Wer kennt diese Wurzel? Ich meine mal, das ist eine Futterrübe, bei uns hier bekannt als Runkelrübe oder einfach nur Runkel. Ich habe den Samen im vergangenen Winter online gekauft unter der Bezeichnung Mangelwurzel. Beim Lesen der Artikelbeschreibung habe ich erfahren, dass diese Rübe nicht nur eine gute Futterpflanze für die Viehhaltung, sondern auch ein gutes Gemüse für die menschliche Ernährung ist. Hier die Beschreibung vom Samenhändler:

Mangel - Wurzel Brigadier

Lateinischer Name: Beta vulgaris Diese in Neuseeland beliebte Sorte bildet weiche, orangefarbene Wurzeln, die weit über dem Boden wachsen. Ihr geringer Trockensubstanzgehalt (typischerweise unter 13 %) macht sie ideal für die Weidehaltung, insbesondere für Jungtiere.  Die Knollen sind energiereich, während das Laub eine gute Proteinquelle darstellt – zusammen bilden sie ein ausgewogenes, nährstoffreiches Futter.  Da sie ihre Blattqualität bis weit in die kühleren Monate hinein behält, ist Brigadier eine zuverlässige Wahl für eine verlängerte Fütterungsperiode.  Die Sorte eignet sich zudem hervorragend für den menschlichen Verzehr und kann ähnlich wie Rote Bete verwendet werden. Die milden, süsslichen Knollen schmecken gekocht, gebraten oder eingelegt köstlich.

Jetzt, im August, sind die Rüben groß und kräftig. Eine habe ich herausgezogen. Das war leicht, weil die Runkeln zum größten Teil über der Erde wachsen. Also nicht so schwer, wie im russischen Märchen "Großvater und die Rübe". Der hatte ja eine Riesenmöhre zu ziehen.

Beim Betrachten des schönen Exemplars habe ich mir so meine Gedanken gemacht.

Also,was gut sein soll für die Kühe, soll auch gut sein für die Menschen.

Ich erinnere mich an frühere Zeiten. Mein Onkel Otto war Bauer in Möllenbeck, nicht weit von Neustrelitz entfernt. Er war zwar schon in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), hatte aber wie alle Genossenschaftsmitglieder seinen eigenen Acker für die Selbstversorgung. Er hatte Vieh im Stall, Schweine und Milchkühe, und baute deshalb jede Menge Runkeln auf dem Feld an. In der Zeit der Großen Ferien besuchte ich ihn gemeinsam mit einem Schulfreud für zwei/drei Tage. Wir wollten auf dem Hof für ein paar Groschen Taschengeld mithelfen. Tante Hanni sollte uns außerdem auch freie Kost und Logie geben.Gesagt, getan.

Frühmorgens nach dem 7.00 Uhr-Frühstück wurde der Pferdewagen angespannt und dann ging es mit Cousin Eduard als Kutscher hinaus aufs Rübenfeld. Eduard blieb auf dem Bock sitzen. Wir Jungs aber liefen zu Fuß neben den langsam fahrenden Wagen daher, hatten die von der Ernte liegen gebliebenen Rüben zu sammeln und diese auf den Wagen zu werfen. Gegen Mittag war der Wagen fast voll, und wir waren von Kräften leer.

Bei Tante Hanni schmeckte das Mittagessen. Jeder bekam ein schönes großes Kotelett mit einer Portion Rosenkohl und Salzkartoffeln.

Abends, in unseren Betten unter dem Dachgiebel überlegten wir, ob wir länger bleiben wollten. "Na", meinte Uwe, lieber nicht." Wir wollten am nächsten Tag, nach dem Mittagessen, mit dem Bus nach Neustrelitz und dann mit der Eisenbahn wieder nach Lychen zurück fahren.

Am Morgen aber, gleich nach dem Frühstück, rief uns Eduard in den Schweinestall. Er wollte uns unbedingt noch zeigen, wie er Schweine kastrierte. Das hätte er uns lieber ersparen sollen.

Der Abschied war herzlich. Aber ohne neue Groschen - wir hatten uns nicht getraut zu fragen - sind wir dann zur Bushaltestelle gelaufen.

Diese Erinnerung brachte mir meine Rübe. Ich habe sie erst einmal geteilt und aus der einen Hälfte einen Salat mit Zitrone, Honig, Pfeffer und Salz und etwas Olivenöl gemacht. Die anderen Rüben werde ich 

einlegen wie Rote Beete.

 

 

Ein Rübenspaß
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A
Guten Abend lieber Joachim<br /> Sonne in Katzenhausen ist eine Menge. Zum Liegen ist aber keine Zeit. Wir telefonieren mal die Tage, vielleicht in der nächsten Woche ?<br /> <br /> Einen schönen Abend noch.<br /> lg Uli
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A
Ja, können wir gerne machen. Am besten so um die Mittagszeit oder abends so gegen 19.00 Uhr. Dann bin ich in der Wohnung.<br /> LG Joachim
A
Hallo lieber Joachim<br /> Beta vulgaris aus der Crassagruppe, <br /> https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/ruebe-futterruebe/#Ackerpflanze-Steckbrief_„Futterruebe“<br /> <br /> Da hattest du also vollkommen Recht.<br /> Deine Geschichte ist so richtig was fürs Herz. Die Vergangenheit vergisst man eben nie 😉 (❁´◡`❁)<br /> <br /> lg Uli
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A
Guten Morgen liebe Uli,<br /> vielen Dank für Deinen Kommentar und den Link. mit dem Zweiten Teil der Runkel mache ich heute einen Eintopf zusammen mit Möhren, Kartoffeln und Petersilie. Ich habe wieder mal etwas Lust zum Ausprobieren. Ich kann mir gut vorstellen, wie Ihr Euch in Katznhausen sonnt. Genießt das hübsche Gärtchen.<br /> LG Joachim
V
Une découverte ce navet original, merci! Bisous Joachim. cathy
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